Stadtverwaltung Mülheim drehte für einen Tag die Heizung runter
23.02.2011 | 13:44 Uhr 2011-02-23T13:44:00+0100
Mülheim. Symbolischer "Dicker-Pulli-Tag": Die Mülheimer Stadtverwaltung drehte für einen Tag die Heizung runter, von 20 auf 18 Grad. Ziel ist es, die Mitarbeiter auf Themen wie Energiesparen und CO2-Verbrauch aufmerksam zu machen.
Zu kalt, zu heiß? Die Frage nach der richtigen Raumtemperatur ist eine wohl nie versiegende Quelle für Diskussionen. Vor allem in Bürogebäuden geraten Arbeitskollegen immer wieder bei der Frage aneinander, ob die Heizung nun auf „4“ oder „2“ stehen soll.
Obgleich es zahlreiche Diskussionen darüber gibt, wie die optimale Raumtemperatur in Büros zu sein hat, ist die Rechtslage in diesem Punkt eindeutig: „Es gibt keine gesetzliche Regelung über eine Mindesttemperatur am Arbeitsplatz“, so der Essener Fachanwalt für Arbeitsrecht, Christian Nohr. „Im Mietrecht dagegen gibt es solch eine Regelung. Hier darf die Temperatur nicht unter 18 Grad fallen, ansonsten ist der Mieter zur Mietminderung berechtigt.“ Im Arbeitsraum sei lediglich vorgeschrieben, dass der Arbeitgeber Büroräume zur Verfügung stellen muss, „die nicht gesundheitsgefährdend sind“, so Nohr. Allerdings sei das, so der Fachanwalt, wie vieles in der Gesetzgebung, Auslegungssache.
Diskussionen um die Temperatur gab es am Dienstag in den Verwaltungsgebäuden Mülheims allerdings nicht. „Wir senken die Temperaturen heute um zwei Grad und läuten damit den symbolischen ‘Dicker-Pulli-Tag’ ein“, erklärt Frank Buchwald, Betriebsleiter des Mülheimer Immobilienservice. „Wir wollen die Leute damit aufmerksam machen auf Themen wie Energiesparen und CO2-Verbrauch.“ Jeder Mitarbeiter und natürlich auch jede Privatperson könne auf diese Weise ebenfalls den Geldbeutel schonen. Buchwald erklärt, warum: „Wenn Sie die Temperatur um ein Grad senken, sparen Sie schon bis zu sechs Prozent an Energie ein.“
Natürlich, und das weiß auch der Betriebsleiter, macht sich ein einziger Tag noch nicht im Stadtsäckel bemerkbar. Aber darum geht es auch nicht. „Es geht darum, ein Zeichen zu setzen“, betont Frank Buchwald, „und wenn das, was wir hier heute machen, über einen längeren Zeitraum praktiziert wird, sind erhebliche Energieeinsparungen die Folge.“
Dicker-Pulli-Tag
Dabei verweist er auf den „Dicker-Pulli-Tag “ des vergangenen Jahres, der sozusagen als Test im Technischen Rathaus Mülheim durchgeführt wurde. Buchwald: „Das an diesem Tag erlernte Nutzerverhalten hat dazu geführt, dass wir übers Jahr verteilt 1,5 Prozent Strom und sieben Prozent Heizenergie gespart haben.“
Als „Paukenschlag“ bezeichnet er den Tag, und zwar in dem Sinne, dass mit ihm der Grundstein für bewusstes Energiesparen gelegt wird. „Es ist ja oft so, dass viel berichtet wird, aber letzten Endes fruchtet so was ja erst, wenn man am eigenen Leib spürt, dass es auch mit zwei Grad weniger geht, wenn man einen Pullover anzieht“, so Buchwald. Die Tipps seien gerade jetzt nützlich, „denn jetzt ist wieder die Zeit, in der die Heizkostenabrechnungen kommen“, so der Betriebsleiter. „Mit nur ein paar Grad weniger lassen sich schon mehrere hundert Euro sparen.“
Zwei Grad weniger
Damit es auch wirklich mit zwei Grad weniger geht, stehen in den Fluren Tee und Kaffee für die Mitarbeiter bereit. Außerdem wurden eigens für diesen Tag Pullover angeschafft, die sich die Rathaus-Mitarbeiter ausleihen können, falls die Raumtemperatur von 18 Grad doch nicht ausreichen sollte.
Celina Schneider und Lisa Kirsching, die Empfangsdamen des Rathauses an der Ruhrstraße, nehmen dieses Angebot dankbar fröstelnd an. „Die beiden sitzen in unmittelbarer Nähe der Eingangstür“, bemitleidet Stadtsprecher Volker Wiebels die zwei Frauen. „Dort ist die Temperatur natürlich um einiges niedriger als 18 Grad.“
Nachhaltige Verbesserung
Für Susanne Dickel von der Mülheimer Initiative für Klimaschutz bedeutet der „Dicker-Pulli-Tag“ im Rathaus auch eine Chance, das Klima in der gesamten Stadt nachhaltig zu verbessern: „Dadurch, dass viele Angestellte in Mülheim wohnen, nehmen sie diese Praktiken auch mit nach Hause und wenden sie an.“ Der Begriff „Klima“ ist für Susanne Dickel dabei mehr als nur meteorologisch geprägt: „Wir müssen auch am zwischenmenschlichen Klima arbeiten.“

13:49
Die Stadt Mülheim ist ein Vorbild für Geld verschleudern, Vetternwirtschaft, Mobbing am Arbeitsplatz, und alle sonst noch denkbaren Gemeinheiten. Da kommt es doch auf so einen Pullovertag auch nicht mehr an. Das wird vielen völlig egal sein.
Wahrscheinlich bekommt die Mühlenfelderin für das gesparte Geld einen neuen Audi A6 geschenkt.
13:39
Andererseits, wäre der Dicke-Pulli-Tag eine bereichendere Auflockerung im ansonsten Dicke-Fell-Jahr!
Nr. 10, der nutzlose Beamte definiert sich nicht über seine verwöhnte Fettleibigkeit, bzw ein optimaler Bodymaßindex schützt auch nicht vor Nutzlosigkeit!
Gruß
12:33
Werte Frau Susanne Dickel ,eine bessere Verkehrsführung und eine optimierte Ampelschaltung spart auch Energie und mindert Schadstoffe.
10:17
Wenn ich mir die Kommentare so anschaue, wäre es vielen Recht, wenn der Amtmann die Kohlen zum heizen wieder selber mitbringen muss. Was ist los mit den Leuten? Wird nur noch platt gedacht? Der fette verwöhnte nutzlose Beamte? Wir sind inzwischen überwiegent eine Dienstleistungsgesellschaft ohne überwigende körperliche Arbeit. Da wird keine Wärmeenergie von Muskeln erzeugt. Also lasst die Kirche im Dorf.
10:07
Die Mülheimer müssen sich schon Dank der Kosten für Abfall, Strassenreinigung und so weiter warm anziehen...
08:48
Super Vorbild?????
Können sich die Damen und Herren vorstellen, dass
es für viele Menschen notwendig ist die Heizung niedriger zu stellen?????
Wer soll die Heizkosten denn sonst bezahlen können?
07:52
Hier irrt der Rechtsanwalt wenn er sagt, dass es keine Regelungen über Mindesttemperaturen gibt! Es lohnt sich vorher einen Blick in die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 .Unter Ziffer 4.2 gibt es klare Vorgaben über Mindesttemperaturen in Arbeitsräumen.
00:19
Damit es auch wirklich mit zwei Grad weniger geht, stehen in den Fluren Tee und Kaffee für die Mitarbeiter bereit. Außerdem wurden eigens für diesen Tag Pullover angeschafft, die sich die Rathaus-Mitarbeiter ausleihen können, falls die Raumtemperatur von 18 Grad doch nicht ausreichen sollte.
Einmal angenommen, der Dicke Pulli Tag würde dauernd eingeführt, welche Einsparungen würde das bedeuten bei mehr Kaffeeverbrauch auf den Fluren und Pullover zum aufwärmen wenn es unangenhem kühl wird.
18:40
Naja, wer kann schon länger bei 14,6 Grad, denn so kalt war es wirklich, lange sitzen und arbeiten? Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Krone der Schöpfung, die Arbeiterkönige und den Malochern, die Bestimmer der Welt, das Rückgrat der Menschheiit, die wahren Verwalter des Standortes Deutschland oder kurz gesagt die Mannesmann, Siemens, Deutsche Bank, RWE oder Evonic Mitarbeiter zb. sich in ihren vollgepupsten Sesseln so etwas bieten lassen würden.
18:19
Bei 16 Grad braucht man einen dicken Pulli. 18 Grad ist vollkommen in Ordnung. Vielleicht könnte die Verwaltung ja einen Kompromiss finden und die Temperatur zumindest dauerhaft auf 19 Grad senken.
viele Grüße
Prinz William