Stadt will Bestandsschutz  auf der Prinzenhöhe verlängern

Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Stadt will den Charakter bewahren. Die Politik entscheidet, ob die Veränderungssperre, die kleinteilige Bebauung verhindert, verlängert wird.

Speldorf.. Die Prinzenhöhe soll ihren Villencharakter behalten. Darauf hatte sich der Planungsausschuss der Stadt bereits vor zwei Jahren verständigt und eine so genannte Veränderungssperre verhängt. Mit dieser planungsrechtlichen Maßgabe schiebt die Politik einer kleinteiligen Bebauung in dem gewachsenen Viertel mit gehobener, teils denkmalgeschützter Bebauung einen Riegel vor.

Als eine der repräsentativen Villen mit großem Grundstück an neue Eigentümer übergegangen war, die Bauinteressen angemeldet hatten, befürchtete die Stadt – und auch die Anwohnerschaft – dass das Areal in kleine Parzellen zur Bebauung aufgeteilt werden könnte. Man sah die Ansiedlung schnöder Reihenhäuser in dem schicken Villenviertel drohen. Am Montag war der Bestandsschutz des Viertels erneut Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung 3 – dort ging es um die Verlängerung der Geltungsdauer der Veränderungssperre, die ansonsten mit dem 31. Juli dieses Jahres ihre Gültigkeit verlieren würde.

Sperre soll um ein Jahr verlängert werden

„Die Verlängerung wird nötig, damit die Stadt weiterhin etwaige Ansprüche abwehren kann“, erklärt Felix Blasch, Abteilungsleiter der städtischen Bauleitplanung. Die Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege über den betreffenden Bereich habe länger gedauert. Die Sperre solle nun um ein Jahr verlängert werden, so Blasch.

Das Bekenntnis zum Bestandsschutz stieß bei den Bezirksvertretern der BV 3 durchweg auf Zustimmung. „An vielen Stellen in der Stadt wird schon arg groß und eng gebaut, das sollte auf der Prinzenhöhe nicht passieren“, sagte Bezirksvertreter Werner Seeger (FDP). Zwar sei er nicht der Meinung, dass alles Alte per se erhalten bleiben sollte, führte Seeger weiter aus, aber: „Das Speldorfer Villenviertel ist erhaltungswürdig, so wie es ist.“ Und Albrecht Warth (MBI) sagte mit Blick auf das Villenviertel auf der Prinzenhöhe: „Ich wohne selbst dort ganz in der Nähe.

Keine Häuser von der Stange

Es wäre nicht einzusehen, dass da Häuser von der Stange entstehen. Daher befürworte ich, dass die Veränderungssperre ausgeweitet wird.“ Auch Günther Balluff (CDU) bekräftigte: „Was da oben in den vergangenen 100 Jahren gewachsen ist, sollte bestehen bleiben. Stellen Sie sich vor, jemand käme auf die Idee, rechts und links vom Theater an der Ruhr Einfamilienhäuser zu bauen. Platz wäre da ja theoretisch auch noch. Aber das würde auch niemand wollen.“ Die nächste Instanz, in der die Verlängerung der Veränderungssperre für den Bereich der Prinzenhöhe zum Thema wird, ist der Planungsausschuss. Ob die Sperre tatsächlich verlängert wird, darüber wird letztlich der Rat der Stadt entscheiden.