Stadt sieht erhöhte Unfallrisiken

Das Urteil der Fachleute im Tiefbauamt fällt eindeutig aus: „Mit dem Wissen, dass trotz sorgfältiger und zeitnaher Beseitigung der Defekte immer wieder neue Schäden entstehen, die zu gesundheitlichen Schäden der Bürger führen können, ist dieser Zustand nicht mehr hinnehmbar“, erklärt der Baudezernent Peter Vermeulen zum Zustand der nördlichen Fußgängerzone an der Leineweberstraße und des Synagogenplatzes rund um den Hayek-Brunnen. Acht durch Straßenschäden bedingte Unfälle mit Personenschäden sind der Stadt aus den vergangenen Jahren auf der Leineweberstraße bekannt.

Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, sei es „sofort erforderlich“, Teile der Fußgängerzone an der Leineweberstraße provisorisch zu asphaltieren und mit den herausgenommenen unversehrten Platten an weniger sensiblen Bereichen eine Ausbesserung durchzuführen. Ähnlich lautet die Empfehlung auf dem Synagogenplatz: Die Gehwegplatten sollten durch Betonpflastersteine ersetzt werden. Das zusätzliche Problem an dieser Stelle: Mit dem Einbau der Betonsteine kann die geometrische künstlerische Gestaltung rund um den Hayek-Brunnen nur schemenhaft wiedergegeben werden. Die farbigen Betonmaterialien des Kunstwerkes seien heute nicht mehr vollständig erhalten, heißt es.

Es ist, so die Bauverwaltung, der Aufbau der Flächen, unter anderem aus Hochofenschlacke, der heutigen Belastungen nicht mehr genügt. Vor allem der Lieferverkehr setze der Pflasterung zu.

Das größte Problem stellen jedoch die Kosten dar. Am Synagogenplatz errechnet die Stadtverwaltung Kosten für eine umfassende Sanierung in Höhe von knapp 80 000 Euro, an der Leineweberstraße für 1500 Quadratmeter Fläche in Höhe der Einmündungen Kohlenkamp, Löhberg und Viktoriastraße etwa 60 000 Euro. Die Hoffnung, dass das Land am Synagogenplatz wegen des Kunstwerkes eine Förderung anbietet, hat sich zerschlagen.

Die Politik kennt das Dilemma: „Wir sehen im Moment keine Chancen der Finanzierung“, sagt der planungspolitische Sprecher der SPD, Claus Schindler. Man werde sich im Rahmen des Haushaltes 2016 mit den Kosten und der Sanierung befassen. Die Politik betont allerdings auch, dass zur Vermeidung von weiteren Risiken für Fußgänger die Stadt offensichtliche Gefahrenstellen zügig entschärfen muss.

Die jahrelang praktizierte unwirtschaftliche und uneffektive Flickschusterei soll es jedenfalls in Zukunft nicht mehr geben. „Wir wollen“, so Schindler, „nicht nur eine verkehrssichere Pflasterung, sondern auch eine, die optisch gut aussieht.“ Es könne nicht sein, dass die Stadt mehrere hunderttausend Euro für die Erneuerung des Rathausmarktes ausgebe und 500 Meter weiter Missstände herrschten.