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Stadt im Stillstand

03.02.2010 | 10:33 Uhr

Verdi hat für Donnerstag, 4. Februar, die Mitarbeiter von Verwaltung, MVG, MEG und Kitas zum Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind die bislang gescheiterten Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen.

Wer auf Bus, Bahn oder U-Bahn angewiesen ist, sollte sich für den 4. Februar, schon mal eine gute Alternative überlegen, denn: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Und das bedeutet: Nicht nur die MVG wird bestreikt, und zwar von Donnerstagfrüh 3 Uhr bis Freitagfrüh 3 Uhr, auch die Müllabfuhr (MEG) ist an diesem Tag nicht gewährleistet. Gleiches gilt übrigens für die Nachbarstädte Essen, Oberhausen und Duisburg.

Hintergrund sind die bislang gescheiterten Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen. Da die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis verlief und die Arbeitgeber immer noch kein Angebot auf den Tisch gelegt hätten, wolle man nun mit dem Warnstreik ein deutliches Zeichen setzen, sagt Verdi-Geschäftsführerin Henrike Greven. Zum Streik aufgerufen sind die Angestellten – die Beamten haben kein Streikrecht – der Stadtverwaltung, der MEG, der Medl, der Kindertagesstätten, der MST, der MVG.

„Wir rechnen mit 800 Teilnehmern”, so Greven. Es gehe Verdi um ein Gesamtpaket, nicht um eine bloße Gehaltserhöhung. „Wir wollen eine zweijährige Übernahmegarantie für Auszubildende, eine verbindliche Altersteilzeitregelung, aber auch um eine neue Entgeltregelung. Der sogenannte Bewährungsaufstieg war 2005 weggefallen. „Das bedeutet 150 Euro pro Monat weniger Einkommen”, so Greven.

Der Streitaufruf richtet sich auch an die Angestellten der städtischen Kindergärten und Kitas. Sind diese also morgen allesamt geschlossen? „Nein”, so Stadtpressesprecher Volker Wiebels. Wie bereits beim Streik der Kindergärtner im vergangenen Jahr könnten sich die Eltern darauf verlassen, dass Kinder, die auf eine Betreuung angewiesen sind, diese auch bekommen. „Die Eltern sollten allerdings bereits am Mittwoch in ihrem jeweiligen Kindergarten informieren”, rät Wiebels. Gearbeitet werde auch in den Ämtern, heißt es seitens des Personalamtes. Auch das Bürgeramt an der Löhstraße etwa werde öffnen. Es könne aber hier und da zu längeren Wartezeiten kommen.

MEG-Chef Jürgen Jeppel rät, trotz des Warnstreiks die Abfalltonnen vor die Tür zu stellen. „Wir wissen nicht, ob alle Mitarbeiter streiken. Wer arbeiten möchte, den werden wir nicht daran hindern.” Ansonsten werde man zusehen, die Tonnen am Freitag, eventuell auch am Samstag zu leeren. „Mit Sicherheit aber am folgenden Donnerstag. Wessen Tonne voll ist, der soll einen Plastiksack daneben stellen”, so Jeppel.

Bleibt noch eine bange Frage: Was ist mit Jürgen von der Lippe? Der will am Donnerstagabend das Beste aus 30 Jahren vorstellen. „Der Auftritt findet statt. Die Stadthalle ist geöffnet”, verspricht MST-Chefin Inge Kammerichs. Nur schade, dass weder Bus noch Bahn fahren.

Frank Helling

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