Stabiler Aufschwung
16.01.2008 | 16:44 Uhr 2008-01-16T16:44:00+0100Die gute Konjunktur zeigt in Mülheim keine Ermüdungserscheinungen. Das zeigen die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Unternehmerverbandsgruppe Ruhr-Niederrhein (UVG) zum Jahresbeginn. Jedoch: Die Nettoumsatzrendite der Unternehmen schrumpft.
Schon im ersten Halbjahr 2007 hob sich die Mülheimer Wirtschaft laut UVG-Umfrage positiv vom Trend im Ruhrgebiet ab. Der Trend setzte sich im zweiten Halbjahr in vielen Bereichen fort. An erster Stelle nennt Verbandsgeschäftsführer Rainer Rehbein den Auftragseingang. 55 % (51 %) der Mülheimer Betriebe bezeichnen ihn als „gleichbleibend gut”, 34 % (25 %) als „besser” und nur 9 % (16 %) als „schlechter”. (In Klammern die Zahlen für die Region Ruhrgebiet). Gegenüber dem Sommer sieht Rehbein für Mülheim noch einmal eine leichte Verbesserung. Die gute Auftragslage spiegelt sich auch in den Umsätzen wider: 53 % (47 %) der Mülheimer Firmen beurteilen ihn als „gleichbleibend gut”, 36 % (29 %) als besser und 9 % (18 %) als schlechter. Rehbein: „Im Vergleich zum Sommer haben sich die Umsätze noch einmal stabilisiert.” Von den Einnahmen bleibt aber immer weniger übrig. Die Nettoumsatzrendite geht nach Erkenntnissen des Unternehmerverbandes immer weiter zurück. Für 39 % (35 %) der Mülheimer Firmenchefs ist sie „gleichbleibend gut”, für 30 % (30 %) „besser”, für 20 % (12 %) „gleichbleibend schlecht” und für 11 % (21 %) „schlechter”. Verbandspräsident Heinz Lison erklärt die schrumpfende Marge mit den Energiekosten und dem Dollarkurs, aber auch mit der Export-Abhängigkeit insbesondere der Mülheimer Wirtschaft. Die schlechtere Ertragslage schlägt sich in der Folge auf das Investitionsklima nieder. 64 % (67 %) gaben an, im zweiten Halbjahr 2007 „nach Plan” investiert zu haben. 20 % (20 %) legten zu, aber 16 % (13 %) blieben hinter ihren Planungen zurück. Im Sommer waren es nur 3 % der Mülheimer Unternehmen. Lison zeigt sich erleichtert, dass sich die Erwartungen der Firmen für 2008 „trotz schlechter Prämissen” nicht überdurchschnittlich eintrüben. 56 % (55 %) haben „gleichbleibend gute” Erwartungen für die erste Hälfte des laufenden Jahres, 25 % (21 %) „bessere”, 5 % (7 %) „gleichbleibend schlechte” und 14 % (13 %) „schlechtere”. „Sinkendes Vertrauen in die Politik insbesondere wegen der Mindestlohndebatte” liest der UVG-Präsident an den Angaben seiner Kollegen zur Konjunktur-Prognose 2008 ab: 63 % (62 %) sehen sie als „gleichbleibend gut” an, 23 % (15 %) gehen von einer „Besserung” aus, 14 % (20 %) befürchten eine „Verschlechterung”. Geschäftsführer Rehbein: „20 % sind eine sehr bedenkliche Zahl.” Auf die Arbeitsplätze schlug sich die einsetzende Skepsis im zweiten Halbjahr 2008 allerdings nicht nieder: 50 % (50 %) der Betriebe gaben an, die Belegschaft „unverändert” gelassen zu haben, 45 % (38 %) stellten zusätzlich ein, nur 5 % (11 %) bauten ab. Die Prognose für 2008 sieht ähnlich aus. Der Fachkräftemangel, davon ist Lison überzeugt, beflügele die Ausbildungstätigkeit der Firmen. 77 % (76 %) planen keine Veränderung des Lehrstellen-Angebots, 23 % (18 %) wollen erhöhen. Denn 31 % (33 %) der Betriebe gaben an, den Fachkräftebedarf nicht decken zu können.» Dem Unternehmerverband in Mülheim gehören 185 Firmen an. 40 % von ihnen beteiligten sich branchenübergreifend an der Umfrage.

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