Springreiten steht im Vordergrund

Thomas Kögler hat die Reitanlage am Broicher Waldweg übernommen. Er bildet dort Reiter und Pferde aus.
Thomas Kögler hat die Reitanlage am Broicher Waldweg übernommen. Er bildet dort Reiter und Pferde aus.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf dem Gelände am Broicher Waldweg in Mülheim trainieren Profis mit ihren Pferden.

Mülheim.. „Hier wird ja immer noch geritten“, freut sich ein Herr, der samt Begleitung ganz kurz um die Ecke schaut, und dann entschuldigend sagt: „Ich war schon lange nicht mehr in Mülheim“. Thomas Kögler grüßt freundlich zurück, und die Gruppe geht wieder, denn das Reitgelände am Uhlenhorst ist keine Vereinsstätte samt öffentlicher Gastronomie mehr, sondern in Privathand.

Bis Anfang 2014 stand das Gelände seit der Insolvenz des ehemaligen Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst leer, und der neue Pächter Thomas Kögler, Springreiter aus Mülheim, hat inzwischen viel Arbeit in die historische Reitanlage gesteckt. Das sieht man im Hauptstall mit der neu eingerichteten Waschbox samt Pferdesolarium, an der sanierten Reithalle und nicht zuletzt auch an den aufwendigen neuen Außenanlagen. Dort musste erst der Wildwuchs zweier Jahre mit schwerem Gerät beseitigt werden, bevor Springplatz und eine moderne Führmaschine angelegt werden konnten.

Personal soll aufgestockt werden

Auch die Ausrichtung des Pferdessports hat sich geändert: Wo früher auch Freizeitreiter ihre Pferde stehen hatten, wo Reitunterricht für jedermann mit Schulpferden angeboten wurden, steht jetzt der professionelle Reitsport – vorwiegend Springen – im Vordergrund. Profis, die hier ihre hochwertigen Sportpferde trainieren (oder dies noch planen) kommen nicht nur aus Deutschland. Von den 50 geräumigen Pferdeboxen sind derzeit 30 belegt. Unternehmer Thomas Kögler schätzt, dass die restlichen im Sommer vergeben sein werden. Gerade habe ein bekannter Springreiter aus Mülheim Interesse an mehreren Boxen bekundet.

Zehn Pferde hat auch Thomas Kögler hier stehen, der sich bestens am Uhlenhorst auskennt: Der heute 52 Jahre alte Pferdewirtschaftsmeister hat selbst als Bereiter, Reitlehrer und Betriebsleiter von 1986 bis 2000 auf der Anlage gearbeitet, bevor er sich – in Mülheim und Umgebung – selbstständig machte. Pächter Kögler möchte am Broicher Waldweg Pferde und Reiter sportlich aus- und weiterbilden – „auch jugendliche Reiter, die in den Sport ‘reinkommen wollen.“ Ein Angestellter unterstützt derzeit Kögler, der selbst auch auf dem Gelände wohnt. Wenn die Reitanlage komplett fertig ist, soll auch das Personal aufgestockt werden.

Mit dem Denkmalschutz hat Thomas Kögler nach eigener Aussage kein Problem: „Ich will ja baulich nichts verändern“. Im Gegenteil: „Ich wusste, die Substanz ist gut, ich kannte die Anlage ja.“ Solche Wände würden heute nicht mehr gebaut. „Das ist das Positive an der Halle und dem Stall: Man hat immer gute Luft.“ Für vier- und zweibeinige Sportler ein Vorteil.

Pächter erwägt, Wettkämpfe zu veranstalten

Die Reiterinnen und Reiter, die auf dem ca. 30.000 qm großen Gelände am Uhlenhorst trainieren, wollen sich auf Turnieren wettkampfmäßig messen. Unternehmer Thomas Kögler möchte auf dem Gelände später selbst Turniere veranstalten. „Das kann ich mir vorstellen“, überlegt der Pächter, der Wettbewerbe bis S-Klasse anbieten will. „Die dafür verlangten Maße haben wir.“

Damit würde er an die sportliche Vergangenheit des ehemaligen Mülheimer Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst anknüpfen, der vor der idyllischen Waldkulisse etliche Wettkämpfe im Spring- und Dressurreiten ausgerichtet hat, mit mehreren hundert Pferden am Start. Springprüfungen in der nationalen Spitzenklasse S fanden schon früher auf einem Natur-Springplatz statt. Der Mülheimer Reit- und Fahrverein stellte im Januar 2012 Insolvenzantrag. Bei einem Feuer am Rosenmontag 2011 wurde die Reithalle beschädigt, die monatelang nicht genutzt werden konnte. Das städtische Gelände war seit über 50 Jahren an den Traditionsverein verpachtet. Die Verwaltung plante zunächst, das Gelände zu verkaufen. Mit Thomas Kögler schloss die Stadt dann einen Erbpachtvertrag.