Sprache überwindet Grenzen

Karin Bohle-Francis leitet den Verein GB-D - Freundeskreis e.V. in Mülheim, der sich seit vielen Jahren dafür einsetzt, Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene Austausche und Sprachreisen nach Großbritanien zu vermitteln.
Karin Bohle-Francis leitet den Verein GB-D - Freundeskreis e.V. in Mülheim, der sich seit vielen Jahren dafür einsetzt, Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene Austausche und Sprachreisen nach Großbritanien zu vermitteln.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Karin Bohle-Francis vermittelt seit 14 Jahren für den „GB-D-Freundeskreis“ englische Feriensprachkurse für Schüler und Erwachsene

Dümpten.. Englisch lernen in der Schule – und zusätzlich noch Englisch lernen direkt in England? Viele Eltern und Schüler überlegen sich das, selbst Senioren fragen schon mal nach bei Karin Bohle-Francis. Die Mülheimerin hat viel Erfahrung mit Sprachreisen auf die britische Insel – seit 14 Jahren vermittelt sie von Dümpten aus für den „GB-D-Freundeskreis e.V.“ Feriensprachkurse für Schüler, Sprachreisen für Erwachsene, aber auch schon mal Arbeitspraktika und Au-pair-Stellen. Nicht nur in Mülheimer. Rund 300 bis 500 Jugendliche und Erwachsene sind pro Jahr dabei, allein oder im Klassenverband. Die gelernte Reisebürokauffrau bietet seit 2002 in Zusammenarbeit mit der Sprachschule „Oxford College of English“ Sprachreisen für Teilnehmer von 12 bis 80 Jahren an.

Sprachen gab es im Leben von Karin Bohle-Francis (58) immer mehr als nur eine. Geboren in Südafrika, wuchs sie mit Deutsch, Englisch und Afrikaans auf. Nach dem Umzug in das deutsche Heimatland ihres Vaters lebte sie später in Essen und lernte dort ihren späteren Ehemann John Francis kennen, der als Soldat in der britischen Kaserne Mülheim Dienst tat.

1995 zog die Familie nach Dümpten, wo die drei Kinder des Ehepaares aufwuchsen – zweisprachig natürlich, mit Deutsch und Englisch. Auch die Enkelkinder sind längst in beiden Sprachen zu Hause.

Positive Rückmeldungen der Eltern

Karin Bohle-Francis befürwortet sehr, dass in einer Familie beide Sprachen gesprochen werden, wenn die Eltern aus verschiedenen Ländern kommen. „Viele Eltern fürchten, dass ihre Kinder mit den Sprachen durcheinander kommen könnten. Das ist aber nicht so.“ Sie findet es schade, wenn eine Mutter-Sprache (oder eine Vater-Sprache) wegen dieser Sorge verloren geht. „Die Basis, also was die Kinder aufnehmen, das bleibt“, ist sie überzeugt. Und das mache später vieles beim Sprachenlernen leichter.

Die meisten Menschen kommen in der Schule erstmals mit der englischen Sprache in Kontakt. Und die Verbesserung der Schulnoten mag bei den meisten Eltern und auch den Schülern der Grund dafür zu sein, überhaupt einen Feriensprachkurs (mit rund 70 % der Schwerpunkt im Programm) in Betracht zu ziehen. Dabei steht das Pauken von Vokabeln und unregelmäßigen Verben nicht den ganzen Tag im Vordergrund.

„Dass die Note sich von 3 auf 2 verbessert, das ist gar nicht so bedeutend“, sagt Karin Bohle-Francis. Viel wichtiger sei doch, dass die Kinder die Erfahrung machten, „dass sie mit dem wenigen Englisch, das sie mitbringen, Erfolge verbuchen können“, ist sie überzeugt. Zu merken, hey, der hat mich ja verstanden, ich kann es ja doch, mache auch ein schüchternes Kind viel selbstbewusster. „Die Rückmeldung der Eltern bestätigt mir das auch.“

Dazu trägt bei, dass die Kinder und Jugendlichen in England ganz familiär in Gastfamilien betreut werden, in denen Englisch gesprochen wird – das gilt übrigens auch für die Erwachsenen, wenn die lieber Familienanschluss anstatt ein Hotelzimmers wünschen.