Sportvereine in Mülheim-Styrum haben bald keine Sportplätze mehr
12.09.2011 | 19:09 Uhr 2011-09-12T19:09:00+0200
Mülheim. 13, 1 Millionen Euro sollen in Mülheim in eine moderne Sportanlage im Ortsteil Heißen investiert werden. Vier andere Sportstätten müssen dafür weichen. Die SPD wimmelt Bedenken ab: "Wir müssen die Sanierung der anderen Plätze finanzieren können".
Unter scharfe Kritik geriet am Montag erneut das „Perspektivkonzept Fußball“ der Stadtverwaltung, diesmal in der Bezirksvertretung 2 für den Mülheimer Nordwesten. Um ein Haar hätte die BV sogar die Ablehnung des Konzepts beschlossen, dies scheiterte jedoch knapp mit sechs zu neun an den Stimmen von SPD und CDU.
Das Konzept sieht vor, 13,1 Mio Euro in den nächsten Jahren unter anderem in eine moderne Sportanlage in Heißen zu investieren. Doch dafür müssen vier andere Stätten, so etwa in Styrum, weichen. Laut Planung soll die Sanierung aus den Erlösen von Grundstücksverkäufen finanziert werden. Sonst fehlt der Stadt das nötige Geld.
So soll der Platz an der Von-der-Tann-Straße in ein Baugelände für Einfamilienhäuser umgewandelt und veräußert werden. Der Rat der Stadt hatte der Stadtverwaltung noch vor den Sommerferien den Planungsauftrag für das Konzept erteilt.
Sorge um den Schulsport
Sind damit bereits die Weichen für Styrum gestellt?„Wir lehnen Vorzeigeprojekte auf dem Rücken von Schulen und Vereinen ab“, kritisierte Norbert Striemann von den MBI. Das Bündnis WIR, Linke und Grüne sprachen sich in ähnlicher Weise gegen das Perspektivkonzept aus, „das für Kinder und Jugendliche in Styrum keine Perspektive hat“, sagte Sabine Schweizerhof (WIR). Ganz offenbar fühlte sich die BV überwiegend von der Ratsentscheidung überrumpelt.
Sie haben vor allem Sorge um den Schulsport. Denn obwohl das Planungsverfahren nun im Gange ist, sind bislang die Verhandlungen um die möglichen Orte und die Gestaltung von Ersatzflächen für den Schulsport nur angelaufen. Und auch bei den Vereinen gab es bereits Gegenwehr. So lehnte der VfB Speldorf es ab, das Ruhrstadion mit dem Styrumer Fußballclub Vatangücü zu teilen .
„Wir haben die Vorgaben von den betroffenen Schulen bekommen“, sagt Martina Ellerwald vom Mülheimer Sportservice, die Umsetzung und die Kostenkalkulation sei aber noch in Planung. Zwei Jahre wird das Verfahren für die Umwidmung des Geländes dauern. Der Styrumer Verein Vatangücü darf noch bis 2013 auf seinem Platz bleiben. Bevor Anlagen geschlossen werden, versuchte Ellerwald in der BV zu beschwichtigen, lege man die Konzepte dem Rat der Stadt vor. Er entscheide über die Umsetzung.
Die Sanierung der anderen Plätze finanzieren"
Dass damit aber ein Erhalt des Platzes Von-der-Tann-Straße möglich wäre, glaubte in der BV niemand. Der Protest aus MBI, WIR, Grüne und Linke scheiterte dennoch an SPD und CDU. Die Bedenken wägte Heinz-Werner Czeczatka-Simon (SPD) ab: „Wir müssen die Sanierung der anderen Plätze finanzieren können.“
Lediglich einigen konnte man sich auf den Auftrag an die Verwaltung, den Schulsport sicherzustellen, die Realisierung eines Kleinspielfeldes zu prüfen sowie den Vereinen Trainingszeiten im Ruhrstadion zuzuweisen.
Enttäuscht zeigte sich Silke Sohn, die als Mutter betroffener Kinder und Styrumer Anwohnerin vor der BV um den Erhalt der Sportstätte warb: Styrum hat laut einer Studie der Mülheimer Zukunftswerkstatt II mehr Kinder als jeder andere Stadtteil, die zudem ärmer seien und zu viel Übergewicht hätten. Die Wege zu den Anlagen an Ruhrstadion und Moritzstraße seien für Kinder zu weit und viele Familien haben weder das Auto noch das Geld für den Bus. „Meine Argumente wurden kaum gehört“, so ihr Eindruck.

22:36
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22:34
Schon seltsam....Mülheim glänzt durch Nothaushalt. Die Erlöse aus Grundstücksverkäufen fließen im Normalfall ins leere Stadtsäckel. Was ist da wieder gemauschelt worden, um die Gelder anderweitig zu verbraten? Wer braucht eine große Sportanlage am A.der Welt? Welcher Schüler aus der Filchnerstraße soll denn zu Fuß bis zur A40 laufen? Oder werden dann Busse eingesetzt (die natürlich kostenlos fahren). Gerade die kleinen Sportplätze wie am Amundsenweg sind doch Anlaufstellen für Kinder, wenn sie mal bolzen wollen. Bei den Top-Plätzen brauchen die Kinder ja schon einen Lichtbildausweis, um die Zugangskontrolle zu bestehen. Da traut sich doch kein Knirps mehr alleine hin! Die Kinder heutzutage können einem wirklich leid tun.... deren Kindheit verkommt immer mehr zu einer Sch... kindheit - und daran tragen solche Höhenflugprojekte mit Schuld!
18:43
MBI, WIR, Linke und Grüne sind natürlich dagegen. Eigentlich lobenswert aber völlig sinnlos immer nur dagegen zu sein.
Hier muss zwingend ein öffentlicher Protest her, die Bürger dieser Stadt müssen endlich geweckt werden.
Geht endlich auf die Strasse und zeigt dieser OB das es so nicht weitergeht!
An der Organisation einer Demonstration dürfen sich MBI, WIR, Linke und Grüne gerne mal versuchen.
Ich befürchte allerdings das ausser ständigem blablablub auch von diesen Parteien nichts kommen wird.
Gute Nacht Mülheim!
18:13
Das ist schön das Herr Mühlenfeld schon vor 2 Jahren vom Vorsitz eines Sportvereines zurückgetreten ist. Der Westen hat vor einigen Wochen zum Thema Sportplätze ( also o.g. ) passend geschrieben das Wohnumfeldverbesserungen im Bereich der zu schließenden Sportanlagen zu erwarten seien.
Ich kann mich noch daran erinnern man die Vorfahrt achten mußte wenn man aus der Rudolf-Harbig-Straße Richtung Heißen Kirche fahren wollte, nun gut aufgrund der Schilderentwaldung ( nicht zu vergleichen mit der Ruhranlagenentwaldung ) hat Herr Mühlenfeld nun freie Bahn. Das Herr Mühlenfeld jetzt noch in Ruhe seinen Sonntäglichen Kaffee auf der Veranda ohne Fußballlärm haben möchte kann ich, muß ich aber nicht, auch noch verstehen.
Warum macht die Politik ( SPD/CDU ) aus dem Problem des Herrn Mühlenfeld und seiner Frau eine solche das selbst Fußballplätze an der von der Tann Straße und im Amundsenweg geopfert werden müssen ? Ist es das Wert das ganze Stadtteile unter den Vertuschungsversuchen der OB leiden müssen ?
17:00
Da ist ja gut, dass Herr Mühlenfeld schon vor 2 Jahren vom Vorsitz des TB zurückgetreten ist. Sonst würde man heute sofort wieder von Geschmäckle reden.
Die 13 Mio. finde ich auch bemerkenswert.
Haben wir dafür nicht schonmal 2 Sporthallen bekommen ?
13:58
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11:17
Und überhaupt, in Eppinghofen führt die SPD genau die umgekehrten Gründe ins Feld: Die Schule muss hier fussläufig unbedingt im Stadteil erreichbar bleiben, dieses Argument für den Erhalt der Sportanlage in Styrum bei vergleichbar höherer Kinderanzahl hingegen sticht nicht. Gleiches Anliegen, gleiche Partei aber andere Interessen. Styrum versus Eppinghofen!
11:08
Nach wie vor unfassbar, warum das so teuer sein soll? Wem gehört das Gelände und wie teuer ist das? Warum werden 13,1 Mille veranschlagt, wo ein neuer moderner Kunstrasenplatz 500.000 kostet? Warum muss dann ein FirstClass Vereinshaus gebaut werden? Reichen nicht Umkleiden und die Kneipe baut ein freier Investor oder Pächter? Er verdient ja dann auch daran.
Ich frage mich, wem ist da was wieder versprochen worden? Und warum spricht hier keiner von diesem latenten Rassisimus seitens der Entscheidungsträger sowie dem VFB gegenüber den türkischen Vereinen?