Sport kennt keine Stadtteilgrenzen

Das Projekt „Sport im Park“ lockt in die Grünanlagen in den Stadtteilen.
Das Projekt „Sport im Park“ lockt in die Grünanlagen in den Stadtteilen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
So mancher Verein nutzt auch Hallen in anderen Ecken der Stadt. Mehr als 150 Clubs mit über 50 300 Mitgliedern gibt es zurzeit - die meisten im Stadtbezirk 1.

Stadtgebiet.. Sport treiben in der Freizeit – viele tun’s und am liebsten wohnortnah. „Wer Sport treiben will, hat in ganz Mülheim die Möglichkeit dazu. In jedem Stadtteil gibt es eine ganze Reihe an Vereinen mit entsprechenden Angeboten für Breiten- oder Leistungssport“, sagt Anne Steil, Geschäftsführerin beim Mülheimer Sportbund (MSB). Der Blick in die Statistik zeigt: Derzeit (Stand: 2014) gibt es 150 Vereine, die dem MSB angeschlossen sind (dazu kommen noch einige Nichtmitglieder). Insgesamt zählen diese Clubs rund 50 325 Mitglieder, wovon etwa 17.555 Jugendliche sind. Zum Vergleich: 2011 waren es 50 511 (darunter Jugendliche: 17 347).

Doch sind Vereine und Sporttreibende auch gleich verteilt im Stadtgebiet? Die Zahlen ergeben: Im Stadtbezirk 1 (also in Heißen, Heimaterde, Holthausen, Menden, Raadt, Teilen von City/Eppinghofen) sind 66 Vereine mit 11.945 Mitgliedern beheimatet. Im Stadtbezirk 2 (Styrum, Dümpten, Winkhausen, Teile Stadtmitte/Eppinghofen) zählt man 33 Sportclubs und 7296 Sportler, 38 Vereine mit 9871 Mitgliedern schließlich sitzen im Stadtbezirk 3 (Saarn, Broich, Speldorf, Mintard, Selbeck). Zudem gibt es in Mülheim auch 13 Vereine mit überbezirklicher Bedeutung (wie Skiclub, HTC Uhlenhorst, DJK Wasserwacht, u.a.).

Sport am liebsten wohnortnah

In welchem Stadtteil ein Verein beheimatet ist, spielt nach Auskunft der Fachfrauen jedoch gar keine so große Rolle. „Es gibt viele Vereine, die auch Hallen in anderen Ecken der Stadt nutzen und dort Angebote machen“, erklärt Martina Ellerwald, Leiterin des Mülheimer Sportservice (MSS). „Klar hat man es gerne wohnortnah, gerade für kleinere Kinder. Aber viele Leute – auch ältere Kinder – sind heute sehr flexibel, fahren eben auch in andere Stadtteile“, so Anne Steil. Insgesamt fehlt es in Mülheim an Hallenkapazitäten für den Vereinssport.

In Stadtteilen, in denen das Interesse an Bewegung und Sport eher kleiner ist, versucht man durch Projekte und andere Maßnahmen, Spaß am Vereinssport zu wecken. Ein Beispiel: die Ausgabe von Sportgutscheinen in Eppinghofen. Das Programm „Sport vor Ort“ – ein Extra-Angebot der Vereine nachmittags oder samstags in den Schulturnhallen – solle dazu beitragen, Kinder für den Vereinssport zu interessieren.

Fitnessstudios sind ein starker Konkurrent der Sportvereine

Die Zahl der Clubs gehe mal hoch, mal runter. Neugründungen gibt es also immer mal wieder, aber auch Auflösungen (in 2014 z.B. der Frauen- und Mädchenturnverein 1912). „In den letzten Jahren sind aus einigen Gesundheitscentern Sportvereine hervorgegangen“, so Martina Ellerwald. Die Fitnessstudios (unter anderem mit ihrem Kurssystem) sind ein starker Konkurrent der Sportvereine. „Da kann ich hingehen, wann ich will, habe keinen festen Termin. Aber ein Verein bietet mehr, vor allem Zugehörigkeit, Miteinander, Freundschaft“, sagt Anne Steil.

Welche Sportart in Mülheim am beliebtesten ist, kann sie nicht sagen. Im Trend liegen u.a. Le Parkours, Zumba, Skatebordfahren.