Sperre soll Durchgangsverkehr am Hexberg bremsen

Sperrpfosten hinter der Stadtgrenze sollen den verbotenen Durchgangsverkehr auf dem Hexberg unterbinden.
Sperrpfosten hinter der Stadtgrenze sollen den verbotenen Durchgangsverkehr auf dem Hexberg unterbinden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zwei Pfosten vor der Stadtgrenze riegeln demnächst den Hexberg ab, weil Autofahrer Verbotsschilder ignorieren. Nach Anwohnerantrag beschließt die Bezirksvertretung 2 ein Jahr Probebetrieb.

Mülheim.. Der widerrechtliche Kfz-Durchgangsverkehr am Hexberg ist seit den letzten Jahren nicht weniger, sondern erheblich mehr geworden“, steht in einem Antrag der Anwohner an die Bezirksvertretung 2. Sie fordern auf der Stadtgrenze zu Essen eine so genannte Netzsperre, die Abkürzungsfahrer ausbremst. Die Grünen unterstützen den Antrag. Zwei Sperrpfosten sollen demnächst für ein Jahr auf dem Hexberg eingebaut werden, beschloss jetzt das Stadtteilparlament mit neun Ja- und sechs Nein-Stimmen.

Eine Prüfung mit Unterstützung der Polizei über vier Wochen am Hexberg ergab: „Im Schnitt fahren 80 Autos pro Stunde über die Straße im Naherholungsgebiet (Spitzenwert 86 Fahrzeuge). 90 Prozent fahren mit weniger als 35 Stundenkilometern“, erklärte Roland Jansen, Teamleiter im Amt für Verkehrswesen und Tiefbau, den Ortspolitikern. Eine Zählung im Jahr 2002 habe 75 Fahrzeuge pro Stunde ergeben. Eine wesentliche Steigerung sei im Vergleich mit der aktuellen Zählung nicht zu erkennen. Deswegen sah Roland Jansen seitens der Stadt auch „keinen Handlungsbedarf“, die bestehende Beschilderung und Situation zu ändern. Bei einer Straßensperre suchten sich Autofahrer neue Wege über andere Straßen. Die seien länger und brächten mehr Umweltbelastungen. „Besser sind kurze Wege“, argumentierte Roland Jansen in der Bezirksvertretung 2.

„Wir können Autos nicht überall verdrängen"

Volle Unterstützung hatte Axel Hercher (Grüne) für das Anliegen der Anwohner. „Von Essen aus ist die Straße schon zu (Sackgassenschild), warum nicht auch von Mülheim aus?“, fragte er. Petra Seidemann-Matschulla (CDU) meinte: „Wir können Autos nicht überall verdrängen. Fast jeder hat eins in der Garage.“ Letztlich stimmt ihre Fraktion aber mit den Grünen für die Probesperrung mit den Pfosten.

Kurz vor der Stadtgrenze sollen die herausnehmbaren Pfosten demnächst in der Straße verankert werden. Die sollen die Schleichwegfahrer auf die Straßen zwingen, auf denen die Durchfahrt erlaubt ist. Einbetonierte Sperren gehen nicht, weil die Feuerwehrzufahrt nicht blockiert werden darf.

Bisher keinen Erfolg gegen Autofahrer

Ob die Sperrpfosten lange an ihrem Platz stehen bleiben, bezweifeln die Mitarbeiter des Tiefbau- und Ordnungsamtes. „An anderen Stellen im Stadtgebiet werden sie regelmäßig herausgenommen und fehlen“, sagt Peter Roedel, Leiter der Verkehrsbehörde im Ordnungsamt. Autofahrer auf beiden Seiten der Stadtgrenze werden sich rund um den Hexberg neu orientieren müssen, wenn Sperrpfosten und Hinweisschilder stehen.

Seit mehr als zwölf Jahren versuchen Anlieger und Behörden den Durchgangsverkehr auf dem Hexberg zu unterbrechen. Bisher hatten sie gegen Verbotsschilder ignorierende Autofahrer keinen Erfolg.