SPD plädiert für Solarsiedlung
29.10.2008 | 12:22 Uhr 2008-10-29T12:22:00+0100Neue Bewegung in der Diskussion um die geplante Bebauung an der Tilsiter Straße: Die SPD-Fraktion schlägt jetzt vor, auf dem Feld am Oppspring eine Solarsiedlung zu errichten.
"Wir wollen erneut den Versuch starten, einen eigenen Mülheimer Beitrag zum Projekt 50 Solarsiedlungen in NRW zu leisten", kündigt die Vorsitzende des Umweltausschusses Renate aus der Beek (SPD) an. Man wolle daher die Verwaltung beauftragen, über entsprechende Vorgaben im Bebauungsplan oder durch Verträge das erforderliche Baurecht zu schaffen. "Dies soll sicherstellen, dass der Investor und spätere Käufer sich auch daran halten", so aus der Beek.
Darüber hinaus unterstützen die Sozialdemokraten Pläne zur Beauftragung eines weiteren Klimagutachtens, anhand dessen eine klimatisch angepasste Bebauung geplant werden könne. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Planungen auf eine reine Straßenrandbebauung reduziert werden. Eine weitere Bebauung im zurückliegenden Bereich von Tilsiter Straße und Oppspring lehnen wir strikt ab", stellt Dieter Wiechering, SPD-Fraktionschef und Vorsitzender des Planungsausschusses klar. Daher sei auch die im Plangebiet vorgesehene Stichstraße an der Tilsiter Straße zu streichen.
Nach Auffassung des Holthausener Stadtverordneten und SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Rolf Biermann stellen die Vorschläge einen tragfähigen Kompromiss zwischen den Interessen der Anlieger und des Investors dar. "Wir setzen uns für eine maßvolle ergänzende Bebauung am Haustadtfeld ein. Die vorgeschlagene Straßenrandbebauung mit ihrer vorbildlichen Nutzung natürlicher Energiequellen wird dem kritischen Klimagutachten von 2003 gerecht und das Stadtklima nicht beeinträchtigen", ist sich Biermann sicher.

20:59
Über eine Solarsiedlung kann man sich aus ökologischen Gesichtspunkten nur begrüßen.
Aber eine Straßenrandbebauung auch ausgestattet mit einer vorbildlichen Nutzung natürlicher Energiequellen (Solarzellen) wird genau die gleichen negativ Auswirkungen auf die Kaltluftentstehung und die Innenstadtbelüftung haben, wie Häuser ohne Solaranlage. Ein grüner Anstrich würde vielleicht sogar zusätzlich ökologische Verbundenheit simulieren. Durch solche Alibifunktion ( Solaranlagen) von den wesentlichen Nachfolgeproblemen abzulenken, kommt dem Versuch der Verharmlosung des Klimaproblems näher als einer sachlichen Aufklärung des Bürgers.
Diese umweltfreundliche Gestaltung der Bebauung entspricht keineswegs den Vorgaben des Klimagutachtens. Darin steht ausdrücklich: , das dieses Gebiet aufzuwerten sei, in jedem Fall von Bebauung und weiterer Emission freizuhalten ist, da die stark befahrene B1 und der Dickswall mit Frischluft versorgt werden muss , um die Emissionswerte unterhalb der Grenzwerte zu halten. Vielleicht machen sich Entscheidungsträger die Mühe, die wissenschaftliche Ergebnisse der Klimaanalyse 2003 zu lesen. Dann würden solche falschen Behauptungen nicht in der Presse stehen. Wenn man die Aussagen des Kämmerers verfolgt hat, wären die für ein drittes Gutachten anfallenden ca. 50.000 € Steuergelder wohl in mancher Bildungseinrichtung besser investiert ..
Ankündigungen von anderen Landwirten, denen noch vor 3 Jahren ihre geplanten Bebauungen aus klimatologischen Gründen im Rumbachtal untersagt wurden, finden Gefallen an der Bebauung: Wenn es heute so einfach geht, Klimagutachten auszuhebeln, dann holen wir unsere Pläne wieder raus, und fangen an zu bauen.
Spätestens an diesem Punkt muss klar sein: Ein von Düsseldorf geforderter Klimaschutz von Minister Uhlenberg, wird nicht umgesetzt, wenn eine Stadt die letzten Frischluftschneisen zubaut und damit das Gemeinwohl der gesamten Bürger schädigt. Diese Meinung haben rund 2000 Bürger kundgetan und gegen dieses Vorhaben unterschrieben. Damit wollen sie sich gegen den ökologisch irreversiblen Eingriff aussprechen, ihre Gesundheit ist ihnen schließlich wichtiger. Im übrigen ist es unten am Dickswall jetzt schon 8° C wärmer, als oben an der Tilsiter Straße. Wie viel wärmer kann es nach den aktuellen und den sicher nachfolgenden Bebauungsmaßnahmen werden? Kann die klimafreundliche SPD diese Folgen verantworten?
18:35
Über die Ignoranz von manchen Parteien und ihren Politikern kann man sich nur noch wundern. Mindestens 2000 Bewohner sind hier gegen eine Bebauung, selbst Gutachten, die früher schon durch die Stadt bestellt wurden, zählen heute nicht mehr. Es wird begutachtet ( für geschätzte 50000.- € ) wie es gerade passt und was nicht passt wird passend gemacht. Kein Wunder, wenn sich in MH eine Bürgerinitiative nach der anderen bildet. Durch den Klimawandel hat sich hier an der Tilsiter Straße seit dem letzten Gutachten wahrscheinlich die klimatologische Lage komplett verändert und wenn die Bebauung nun ein Solardach oder einen grünen Anstrich erhält, wird es bestimmt eine wertvolle Ökobebauung und die Frischluftzufuhr weht drumrum.
20:13
Bereits 1996 haben die Autoren der Klimaanalyse
2003 in ihrer Analyse zur Innenstadt ausrücklich
vor (damals schon bestehenden) Planungen an der Tilsiter Str. gewarnt. Dieses kleinräumlich erstellte
Gutachten hat die Verwaltung bisher verschwiegen.
Ein weiteres Gutachten ist daher absolut überflüssig!
17:43
aua !aua!: was für ein verzweifelter griff in die sozialdemokratische trickkiste !
motto : stelle umweltfreundliche solarenergie gegen frischluftzufuhr ! aua! wann macht die spd-fraktion denn mal endlich ihre ökologischen hausaufgaben?
15:52
Das klimagutachten von 2003 rät hauptsächlich von einer Bebaung ab, weil es zu Störungen der Frischluftzufuhr führen könnte. Was sollen daran Photovoltaik-Anlagen ändern? Sind die neuerdings luftdurchlässig? Es ist schon erstaunlich wofür der Begriff Umweltschonend alles herhalten muß. Warum macht man diesen Bereich nicht gleich zur Umweltzone um die geplante Bebauung schmackhaft zu machen?
15:51
Frischluftzufuhr führen könnte. Was sollen daran Photovoltaik-Anlagen ändern? Sind die neuerdings luftdurchlässig? Es ist schon erstaunlich wofür der Begriff Umweltschonend alles herhalten muß. Warum macht man diesen Bereich nicht gleich zur Umweltzone um die geplante Bebauung schmackhaft zu machen?