Sparprogramm für Nahverkehrsunion "Via" noch dieses Jahr

Eine der neuen Niederflurbahnen.
Eine der neuen Niederflurbahnen.
Was wir bereits wissen
Die Regierungspräsidentin Anne Lütkes erwartet von den drei Oberbürgermeistern ein neues Konzept für die gemeinsame Via-Nahverkehrsgesellschaft.

Mülheim.. Bis zur letzten Ratssitzung des Jahres wollen die Oberbürgermeister der Städte Mülheim, Duisburg und Essen ein Konzept vorlegen, wie die gemeinsame Via-Nahverkehrsgesellschaft effektiver und kostengünstiger arbeiten kann, um Stadtkassen dauerhaft zu entlasten.

Das haben die drei Stadtoberhäupter der Regierungspräsidentin Anne Lütkes verbindlich zugesagt. Alle am Gespräch Beteiligten seien sich einig, „dass ein öffentliches Interesse – sowohl der Kommunen als auch der Landesregierung – an der Beibehaltung und Verbesserung des schienengebundenen Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) in den Via-Städten und der Vernetzung mit Oberhausen besteht“, heißt es aus Düsseldorf.

Via wurde 2009 gegründet

In den vergangenen sechs Jahren, seit Gründung der Via in 2009, war davon wenig zu spüren. Millionen Euro blieben auf der Strecke. In den letzten Monaten arbeitete die Essener Verkehrs AG gar an der Auflösung von Via. Mülheim wäre als kleiner Betrieb dabei wirtschaftlich unter die Räder geraten.

Um das zu stoppen, haben Lütkes und ihre Mitarbeiter nun Ziele vorgegeben: „Eine nachhaltige Verbesserung des gegenwärtigen Zustandes kann nur gemeinsam umgesetzt werden.“ Die Bezirksregierung stehe dabei „als Technische Aufsichtsbehörde sowie auch als Kommunal- und Finanzaufsicht beratend zur Seite“, fügt ihr Sprecher William Wolfgramm hinzu.

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Das bedeutet: Arbeiten die drei Nahverkehrsbetriebe weiter gegeneinander, finden Mülheim, Duisburg und Essen nicht zusammen, kann die Behörde die Genehmigung der städtischen Haushalte ablehnen. „Die garantierte kommunale Selbstverwaltung der Städte soll gewahrt bleiben“, betont Wolfgramm. Aber die Regierungspräsidentin kann ebenso ihre Steuerungsinstrumente nutzen.

Dagmar Mühlenfeld, Sören Link (Duisburg) und Reinhard Paß (Essen) haben nun fünf Monate Zeit, um die verfahrene Situation zu wenden, das gegenseitige Misstrauen unter den Belegschaften abzubauen und die Zusammenarbeit für die Kunden zu etablieren.

Überall mangelt es an Fahrern

In allen drei Via-Betrieben mangelt es an Fahrern, während in Werkstätten und Verwaltung etwa 300 Leute zu viel sitzen. Das ergab ein Vergleich des Regierungspräsidiums mit passenden Regionen. Zwischen 59 und 63 Prozent liegt dort der Anteil der Fahrer. Im Via-Bereich sind es 51 Prozent.

Daher müssen die drei Oberbürgermeister jetzt „wesentlich intensiver als dies bisher der Fall war an einer funktionstüchtigen, bedarfsgerecht dimensionierten und kostenoptimierten ÖPNV-Struktur im westlichen Ruhrgebiet arbeiten“, lautet die klare Ansage der Regierungspräsidentin.

Für Fahrgäste soll es keine Abstriche geben

Der gesuchte Moderator muss die unumgängliche Einigung mit Gewerkschaft und Personalräten, Betriebsleitern und Aufsichtsräten schaffen. Daher wird hinter geschlossenen Bustüren bereits von „Abfindungen für Führungskräfte“ gesprochen, „um die gewollte Fusion nicht weiter zu blockieren“. Die ist nun Pflicht. Für diesen Prozess erwartet die Düsseldorfer Behörde einen stabilen Fahrplan. Der Alltag bei Via sieht jedoch häufiger Fahrtausfälle und Fahrzeuge, „die gepflegter sein könnten“, worüber Kunden oft klagen.

Einige Aufsichtsräte der Mülheimer Verkehrsgesellschaft beteuern: „Wir sind gut aufgestellt.“ Manche Stadträte erwarten, dass die Via endlich auf ein zukunftssicheres Gleis gefahren wird. „Wenn dabei einige aussteigen müssen, wäre das konsequent“, ist im Rat zu hören. Wichtig ist den Politikern, dass es für Fahrgäste keine Abstriche gibt, wie es der Essener Betriebschef bereits angekündigt hat.