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Soziales im Hier und Jetzt

27.02.2010 | 07:00 Uhr
Soziales im Hier und Jetzt

Der soziale Zeitgeist ist das Verbindende im „Hier & Jetzt“. Vier Produktionen von vier Häusern bringen das Theaterbüro des Kulturbetriebs und das Theater an der Ruhr in einer Stücke-Reihe im März und April zusammen und zeigen die Gemeinsamkeit in der Andersartigkeit.

„Ausnahme-Häuser“ nennt Udo Balzer-Reher vom Theaterbüro die Bühnen, die im Frühling am Raffelbergpark gastieren. Das Schlosstheater Moers, das Theater Osnabrück, das Berliner Theater an der Parkaue und das Schauspielhaus Wien hätten eine „Sonderstellung in der Szene“, betont er und: „Der interkulturelle Austausch ist in diesem Umfang etwas Besonderes.“ Denn die Theater kommen nicht nur mit Inszenierungen nach Mülheim, das Theater an der Ruhr (TAR) reist mit eigenen Inszenierungen zum Gegenbesuch.

Als „generationenübergreifend“ beschreibt TAR-Dramaturg Sven Schlötcke die Reihe. Grund dafür sind die vielfältigen und vielschichtigen Produktionen, die Themen einer Generationen für alle Generationen aufarbeiten. So macht das Schlosstheater Moers am 8. und 9. März mit einem „theatralischen Spiegelkabinett zum Thema Demenz“ den Anfang. Als „eine dichte, an die Nieren gehende Inszenierung“ beschreibt Balzer-Reher das Stück „Vergissmeinnicht“. Wie für die Moerser Bühne üblich, wurden Text und Stück selbst entwickelt.

Im Gegensatz zum Theater Osnabrück. Dort inszeniert man bewusst bereits uraufgeführte Texte neu. Am 11. April wird dies „Hier und Jetzt“ von Roland Schimmelpfennig sein, das bei den „Stücken ‘09“ als „gigantomanische Produktion“, so Schlötcke, aufgeführt wurde. Diesmal geht es von einer riesigen Industriehalle in ein kleines Theater. Auch dieses Stück blickt aufs Soziale. Balzer-Reher: „Es beschäftigt sich mit konkreten Dingen, die im sozialen Raum absolut greifbar werden.“

Ebenfalls (be)greifbar und aus dem Leben gegriffen, ist das (soziale) Thema des Theaters an der Parkaue Berlin: Zwischen Rausch und Absturz schwankt „Alkohol!“, ein Stück für Menschen ab 14 Jahren am 22. und 23. April. Das Berliner zählt zu Deutschlands wichtigsten Kinder- und Jugendtheatern. Die eigene Kinder- und Jugendarbeit auf hohem Niveau vorantreiben, will man in Mülheim durch den Austausch: Das Junge Theater gastierte mit „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ bereits in der Hauptstadt.

Ein weiteres „Metropolentheater“ kommt am 24. April: Das Schauspielhaus Wien ist als Ort für Gegenwartsdramatik bekannt und zeigt als solches ein Stück von Ewald Palmetshofer: „wohnen. unter glas“. Abermals ist der Mülheimer Gegenbesuch bereits geplant: Im Herbst tauscht man „Palmetshofer gegen Palmetshofer“. Das Theater zeigt „Helden“ bei einem Festival.

Julia Damm

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