WAZ-Serie: Selbsthilfe
Sozialer Rückzug
14.01.2009 | 15:49 Uhr 2009-01-14T15:49:00+0100Häufig kämpfen Familien mit der Folge, wenn ein Angehöriger unter Demenz leidet. Ein Gesprächskreis im Haus Kuhlendarf bietet Beistand.
Demenz in der eigenen Familie konfrontiert die Angehörigen mit Gefühlen wie Hilflosigkeit, Versagen und Wut. Gleichzeitig besteht das Bedürfnis, den Dementen vor möglicherweise verletzenden Reaktionen der Umwelt zu schützen. Die Folge ist häufig ein sozialer Rückzug der Familien, verbunden mit dem Gefühl, im ganz normalen Leben ausgegrenzt zu sein.
Eine Initiative in Mülheim, die dieser Tendenz entgegenwirkt, ist der Gesprächskreis für Angehörige von Menschen mit Demenz - ein Angebot der Alzheimer Gesellschaft Duisburg e.V. in Kooperation mit der Mülheimer Sozialholding GmbH. Der Gesprächskreis, der sich seit knapp vier Jahren regelmäßig in der Mülheimer Senioreneinrichtung Haus Kuhlendahl trifft, bietet Angehörigen gerade den Raum, den sie für sich selbst und für den Austausch mit anderen brauchen.
„Unser Angebot ist inzwischen zu einem Ort geworden, an dem Betroffene Kraft schöpfen können”, schildert Gabriele Terjung, Moderatorin des Gesprächskreises und Mitglied der Alzheimer Gesellschaft Duisburg. Die methodische Gestaltung der Treffen sei eine Kombination aus themenzentrierten Angeboten, freien Anlass bezogenen Gesprächen und geselligen Anteilen, führt Terjung weiter aus.
Der Gesprächskreis kommt jeden ersten Dienstag im Monat, zwischen 18 und 19.30 Uhr, im städtischen Altenheim am Kuhlendahl 104 zusammen. Er wird von Gabriele Terjung und Andrea Hund ehrenamtlich geleitet. Interessierte sind jederzeit willkommen, die Teilnahme ist kostenlos. Es gibt auch die Möglichkeit, demente Angehörige mitzubringen, die zur gleichen Zeit von der Sozialen Betreuung des Hauses Kuhlendahl kompetent umsorgt werden.
Weitere Informationen bei Gabriele Terjung unter
02 03/ 30 95-4 44 oder per E-Mail (info@alzheimer-duisburg.de).
Ähnliche Gesprächskreise bieten auch andere Häuser an, zum Beispiel über die Familien- und Krankenpflege. Darüber hinaus trifft sich in Mülheim regelmäßig eine Alzheimer-Selbsthilfegruppe.
» Informationen über das Selbsthilfebüro in Mülheim 300 48 14
