Sozialarbeit an Schulen gesichert

Es wird auch weiterhin Schulsozialarbeiter geben. Zumindest für die nächsten drei Jahre ist die Finanzierung von 14 Stellen gesichert. Die letzten vier Jahre wurden sie über den Bund aus Mitteln des sogenannten Bildungs- und Teilhabepaktes finanziert. Nachdem klar war, dass der Bund aussteigt, ist nun das Land eingesprungen. 30 Prozent der Kosten werden aber auch von der Stadt selbst getragen.

Der endgültige Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung wird aber erst Anfang Juli eintreffen. Auch wenn dann erst die neuen Arbeitsverträge unterzeichnet werden können, konnte doch jetzt schon den betroffenen Sozialarbeitern das Signal gegeben werden, dass sie mit einer Verlängerung rechnen können.

„Einen Sozialarbeiter an Schulen einzusetzen, ist längst kein Luxus mehr“, sagt Brita Russack, die bei der Stadt diese Arbeit koordiniert. Sie seien vielmehr notwendig, wenn man erfolgreich pädagogisch an den Schulen wirken wolle. Es werde immer mehr in Teams gearbeitet, so Russack. Das heißt, Lehrer und Sozialarbeiter sind Partner, ergänzen sich und kümmern sich gemeinsam. Sie können sich austauschen. Und das immer individuell auf die Bedürfnisse des konkreten Schülers bezogen.

Dieser Ansatz hat Erfolg: Rund 40 Prozent der Schüler, die in dieser Weise auf ihrem Weg in die Berufsausbildung begleitet werden, finden auch tatsächlich eine Stelle. Für diesen Zweig der Sozialarbeit sind acht Stellen eingeplant. Die Sozialarbeiter sind vor allem an den beiden Hauptschulen im Einsatz, begleiten aber auch die Schüler, die an den Gesamtschulen den Hauptschulzweig besuchen. Ebenso werden von ihnen Realschüler betreut, die nicht in die Oberstufe wechseln.Und sie stehen auch für die Beratung von Berufsschülern zur Verfügung.

Sozialindex liefert Kriterien

Grundschulen sind der zweite Bereich, in dem Sozialarbeiter eingesetzt werden. Hier sind sechs Stellen eingeplant. Kriterium dafür, an welchen Schulen sie eingesetzt werden, ist der Mülheimer Sozialindex. In dieser Studie, die im Mai letzten Jahres zuletzt aktualisiert worden ist, sind für jeden Schulstandort die spezifischen sozialen Belastungen festgestellt worden, denen die Schüler und ihre Familien ausgesetzt sind.

Und es gibt noch einen dritten Einsatzbereich für Schulsozialarbeiter: Schulverweigerung. Hierfür werden jedoch nicht die Landesmittel verwendet. Es konnte eine andere Finanzierung gefunden werden: die Wübben-Stiftung. Die Sozialarbeit wird von Mitarbeitern des Vereins „Apeiros“ aus Wuppertal geleistet, der sich auf die Betreuung von Schulverweigern spezialisiert hat.

840 000 Euro sind für die 14 Stellen veranschlagt. 590 000 Euro davon zahlt das Land. Die Stadt übernimmt 250 000 Euro, das sind 30 Prozent der Gesamtsumme.