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Software AG gewinnt zweite Schadenersatzklage

16.02.2016 | 18:55 Uhr
Software AG gewinnt zweite Schadenersatzklage
Die Software-Schmiede am Mülheimer Hauptbahnhof: Der Streit bei machte sich an einer Bürgschaft fest .Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Landgericht spricht Unternehmen aktuell einen Schadenersatz in Höhe von fast einer halben Million Euro zu. Ansprüche gegen Ex-Aufsichtsrat und Ex-Vorstand.

Die Easy Software AG hat auch die zweite von vier Schadenersatzklagen , mit der sie unter anderem gegen ehemalige Aufsichtsräte und Vorstände vor das Landgericht Duisburg gezogen ist, für sich entschieden. Das Gericht sprach der Mülheimer Software-Schmiede nun aktuell einen Schadenersatz in Höhe von fast einer halben Million Euro zu.

Schon im Januar hatte das Landgericht Manfred A. Wagner, lange Jahre nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender, sondern auch beherrschender Aktionär der AG, zu 1,5 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt, weil er im Jahr 2002 den millionenschweren Erlös aus dem Verkauf einer Easy-Beteiligung für sich persönlich vereinnahmte, obwohl das Geld der AG zugestanden haben soll. Gegen das Urteil hat Wagner Berufung eingelegt.

Easy Solutions als Profiteurin der Bürgschaft

Nun sprach das Landgericht Ende vergangener Woche der Easy Software AG noch einmal einen Schadenersatzanspruch von rund 483.000 Euro zu. Geklagt hatte das am Bahnhof firmierende Unternehmen wiederum gegen Wagner, aber auch gegen Ex-Vorstand Wolfgang Gemeri, Ex-Aufsichtsrat Wolfgang Glücks und die Easy Solutions GmbH. Außer Glücks seien alle Beklagten haftbar zu machen, entschied das Gericht.

Der Streit machte sich an einer Bürgschaft fest, die die Easy Software AG im Jahr 2007 für die Easy Solutions abgegeben hatte, und die im folgenden Jahr noch zweimal ausgeweitet worden war – in einem Zeitraum, als die Easy Solutions längst keine Tochtergesellschaft der AG mehr war, sondern laut Informationen dieser Zeitung im Besitz eines Unternehmens aus dem in Oberhausen firmierenden Wagner-Imperium. Die Bürgschaft wurde in Anspruch genommen. Die halbe Million Euro floss von der Easy Software AG ab, ohne dass dies, so hieß es 2013 in einem Sonderprüfungsbericht, im Konzernabschluss offengelegt worden sei.

Als Profiteurin der Bürgschaft, so urteilte jetzt das Landgericht Duisburg, sei die Easy Solutions GmbH schon per Gesetz in der Haftung für den kompletten Schaden, der der AG entstanden ist.

Auch Ex-Vorstand Gemeri ist schadenersatzpflichtig

Auch gegenüber Wagner habe das Unternehmen Zahlungsansprüche in voller Höhe. Er habe als Vorsitzender des Aufsichtsrates seine Überwachungspflichten verletzt. So habe er über seine anwaltliche Vertretung nicht mal aufzeigen können, dass die Bürgschaft für die kriselnde Easy Solutions zumindest durch konkrete Sanierungspläne zu rechtfertigen gewesen sei. Auch habe er keine Erörterung oder Beratung im Aufsichtsrat darüber belegen können, welche Sicherungsmaßnahmen für die Easy Solutions, deren Reintegration in die AG zumindest als Option galt, in Betracht gekommen und mit welchen jeweiligen Risiken sie belegt gewesen wären.

Ex-Vorstand Josef Gemeri erklärte das Gericht ebenfalls für schadenersatzpflichtig, allerdings nur auf die ursprüngliche Bürgschaft von 400.000 Euro. Ihm sei vorzuwerfen, dass er nicht nachweisen konnte, eine Zustimmung des Aufsichtsrates für die Bürgschaft eingeholt zu haben. Laut Geschäftsordnung wäre dies Pflicht gewesen.

Mirco Stodollick

Kommentare
16.02.2016
19:24
Software AG gewinnt zweite Schadenersatzklage
von Fugenkarl | #1

Hoffentlich gibt es da auch noch etas zu holen.

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Software AG gewinnt zweite Schadenersatzklage
Software AG gewinnt zweite Schadenersatzklage
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http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/software-ag-gewinnt-zweite-schadenersatzklage-id11571038.html
2016-02-16 18:55
Mülheim, Gericht, Software AG, Easy Solutions GmbH, Josef Gemeri, Prozess, Schadenersatz
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