Simbabwe ruft Mülheim
17.11.2008 | 00:05 Uhr 2008-11-17T00:05:00+0100Klaus-Peter Edingers Sprachwahl verrät die ganze Bitterkeit. „Ein stiller Völkermord” ereignet sich in Simbabwe - und die Völker schauen weg. Die Mails, die der deutsche Pfarrer im Süden Afrikas seit Tagen und Wochen nach Deutschland schickt, sind Dokumente eines Dramas.
Hungertote, Choleratote, die Drei-Millionen-Stadt Harare ist ohne Wasser, es gibt kaum noch Mais, Aids grassiert und die Regierungstruppen unterdrücken aufflackernde Demonstrationen mit Gewalt. „Ich rufe dazu auf, alle diplomatischen und politischen Wege zu nutzen, um die Regierung zum Einlenken zu bewegen”, schreibt Edinger in einer Rundmail. Und um Hilfe.
In Mülheim ist der Geistliche, der über die Evangelische Kirche in Deutschland die Gemeinde in Harare betreut, erhört worden. Der Aufsichtsrat des Diakoniewerks Arbeit & Kultur hat 12 000 Dollar bereitgestellt, damit Edinger einen Transporter kaufen kann; lebensnotwendig, um Lebensmittel, die auch über die Weltgesundheitsorganisation noch den Weg in das Land des Diktators Mugabe finden, in weit entfernte Dörfer zu bringen. Seit zwei Jahren engagiert sich das Diakoniewerk schon in Musiiwa, einer 500-Seelen-Gemeinde nördlich von Harare. Aber nicht nur wegen dieser Verbindung hält Ulrich Schreyer, Geschäftsführer des Diakoniewerks, der Edinger persönlich kennt, Hilfe für wichtig. „Wir in Europa sind Hoffnungsträger für Menschen, deren Schicksal kaum Beachtung findet.”
In einem Schreiben an die Mitglieder des Pfarrkonvents hat Schreyer um Unterstützung gebeten, materiell wie ideell. Es sei wichtig, die „Situation zu transportieren”, damit Stück für Stück und durch Öffentlichkeit politischer Druck entsteht. Und dann fügte er noch eine Mahnung an. Bei Kontaktaufnahme mit Edinger möge man doch bitte politisch brisante Themen aussparen: „Der Geheimdienst in Harare observiert die Gemeinde.”

12:01
Seit vielen Jahren pumpen wir Geld, Personal und WAFFEN nach Afrika. Was soll dabei schon herauskommen?
Somit kann nachhaltiger Erfolg nur dann eintreten, wenn wir mit dem letzten Punkt (Waffen) als erstes aufhören!
Es gibt in Afrika nichts Sinnvolles, was mit Waffengewalt verteidigt oder erobert werden kann, mit Ausnahme der Machtgelüste der Kleptokraten und durchgeknallten Machthabe, die wir zu allem Überfluß versucht haben auszubilden!
10:03
Solange die Priorität auf Investitionen wie die Fußball-WM 2010 gelegt wird, wird sich an der Situation der Menschen in Südafrika nichts ändern.
Hilfstransporte sind, sofern sie überhaupt die Bedürftigen erreichen, nur ein Tropfen auf dem heissen Stein und beseitigen nicht das Grundübel.