„Shared Space“ auf dem Kirchenhügel

Für kalkulierte 773.000 Euro soll das Straßenstück zum so genannten „Shared Space“, zum von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzten und verkehrsberuhigten Raum werden.
Für kalkulierte 773.000 Euro soll das Straßenstück zum so genannten „Shared Space“, zum von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzten und verkehrsberuhigten Raum werden.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim.. Der geteilte Raum in der Altstadt wird erweitert. Der Rat der Stadt beschloss in der letzten Woche in seiner Sitzung mehrheitlich – bei fünf Gegenstimmen aus der FDP und einer aus den MBI – die bauliche Umgestaltung der Althofstraße zwischen der Kettwiger Straße und der Kaiserstraße.

Für kalkulierte 773.000 Euro soll das Straßenstück zum so genannten „Shared Space“, zum von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzten und verkehrsberuhigten Raum werden.

Von allen gemeinsam genutzt

Nachdem der Muhrenkamp als Zugang zur Altstadt bereits umgestaltet wurde, soll im Frühjahr nun der Kirchenhügel folgen. Dabei sieht die im Rat beschlossene Gestaltung vier Bereiche vor. Der erste befindet sich unterhalb der Petrikirche: Mit dunklem Naturstein soll die Pflasterung der Kettwiger Straße fortgesetzt und so die historische Bedeutung des einstigen Marktplatzes in der Altstadt hervorgehoben werden.

Zwischen dem Jugendheim und dem Katholischen Stadthaus liegt der zweite Bereich, der sich gestalterisch vom ersten deutlich unterscheiden soll: Dort wird der Stein der Sorte „Poetsch Satinoa nero“ verlegt, der bereits im Muhrenkamp verbaut wurde.

Vor der Diakonie und dem Katholischen Stadthaus werden Längsparkstreifen angeordnet, 20 weitere Parkplätze entstehen vor dem katholischen Jugendheim. Letztlich seien dies, betont Tiefbauamtsleiter Klaus-Dieter Kerlisch, „nur unwesentlich weniger“ Stellplätze als aktuell.

„Wir werden das Gestrüpp aufräumen“

Vor der Marienkirche, dem dritten Bereich, gibt es künftig keine Parkplätze mehr, so soll „der Aufenthaltscharakter des Platzes“ unterstrichen werden. Die Gestaltung gleicht jener vor der Petrikirche mit dunklem Natursteinpflaster.

Der vierte Bereich bis zur Kaiserstraße ist mit dem zweiten vergleichbar – samt „Poetsch Satinoa nero“ und dem Längsparkstreifen. Die Rampe in Richtung Kaiserstraße wird erneuert und durch eine „großzügige Freitreppe“ ergänzt. „Wir werden das Gestrüpp aufräumen“, sagt Amtsleiter Kerlisch und meint damit, dass der Bereich zwischen Wendekreis und Gehweg der Kaiserstraße komplett verschwindet und durch Treppenstufen ersetzt wird.

Bäume am Altenhof bleiben erhalten

Die Bäume am Altenhof – immerhin sind es Naturdenkmäler – bleiben aber erhalten; in den anderen Abschnitten werden neue gepflanzt. Für die Beleuchtung sorgen künftig „historisierende Altstadtleuchten“, Modell „Alt-Düsseldorf“.

Im Tiefbauamt geht man von 30 Monaten Bauzeit aus. Die Arbeiten werden laut Klaus-Dieter Kerlisch voraussichtlich im vierten Bereich beginnen. Ein Grund dafür ist, so Kerlisch, „die äußeren Umstände“. Dazu zählt er unter anderem eine Fernwärmeleitung, die die Medl im Vorfeld verlegen wird, die Feste von Pro Altstadt und das geplante Petrikirchenhaus. Deshalb wird der planerisch erste Abschnitt an der Petrikirche auch baulich der letzte sein.

Nicht vor dem Jahr 2014, sagt der Tiefbauamtsleiter, werde man das angehen. Den Baustart an der Kaiserstraße terminiert er für „das erste Quartal 2013“.