16 Mülheimer Alten- und Pflegeheime im Vergleich
13.12.2011 | 11:33 Uhr 2011-12-13T11:33:00+0100
Mülheim. Es ist eine schwierige Entscheidung: Welches Pflegeheim ist das Richtige? In unserer Serie stellen wir 16 vollstationäre Alten- und Pflegeheime in Mülheim vor.
Diese Kurzporträts der 16 vollstationären Alten- und Pflegeheime in Mülheim sollen einen Überblick über die Angebote, Schwerpunkte und das Selbstbild der einzelnen Häuser geben. Die Informationen stammen zum überwiegenden Teil von den Einrichtungen selbst.
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen (MDK) überprüft die Seniorenheime regelmäßig nach bestimmten Qualitätskriterien und vergibt dafür Noten in den verschiedenen Bereichen, darunter etwa „Pflege und medizinische Versorgung“, „Umgang mit Demenzkranken“, Alltagsgestaltung, Wohnen und mehr. Die Einzelbewertungen tragen am Ende zur Gesamtnote bei. Einzel- und Gesamtnote werden mit weiteren Daten – wie dem Datum der Überprüfung – in einem Transparenzbericht aufgelistet, der im Internet bundesweit für jede Einrichtung aufzurufen ist. Mit Hilfe dieser Seite kann man auch Einrichtungen suchen und sich über Kosten und Lage informieren. Ein Vergleich ausgesuchter Einrichtungen ist möglich.
Hier finden Sie die Serien der WAZ-Lokalredaktion in der Übersicht, zum Beispiel alle "Gesichter des Jahres" und "Menschen in Mülheim".
Die Benotung der Häuser, die sich aus insgesamt 82 Einzelbewertungen zusammensetzt, ersetzt nicht den persönlichen Eindruck vor Ort, das Gespräch mit den Mitarbeitern, wenn man herausfinden möchte, ob man selbst oder der Angehörige sich in der Einrichtung liebevoll betreut und zu Hause fühlen kann.
Und hier geht es zu den Kurzporträts der Häuser:
18:22
"Die Informationen stammen zum überwiegenden Teil von den Einrichtungen selbst."
Den Satz sollte man unbedingt nochmal betonen. Ich habe meinen Vater schon mehrfach in mehreren Einrichtungen untergebracht, die da oben stehen. Und ich kann z.B. nur warnen, diese Pflegenote für besonders wichtig zu nehmen. Sie steht in den Medien massiv in der Kritik, weil zahlreiche Kriterien wie hübsche und gut lesbare Speisekarte gleichwertig mit Maßnahmen beispielsweise gegen Wundliegen stehen. Die Heime investieren natürlich gezielt in solche Mini-Kriterien, die mit ein paar Handgriffen zu erledigen sind, während die extrem aufwendige Vorsorge gegen das sehr gefährliche Wundliegen oder Demenzbetreuung geschlabbert wird. Ist ja nur eine von vielen Noten.
Bei einem der Heime beispielsweise bekam ich meinen Vater nach nur 3 Tagen von den Windeln völlig wundgescheuert zurück mit zahlreichen blutenden Stellen. Zu Hause hatte er keine einzige. Und obwohl er tagsüber noch kontinent ist und die Windeln nur nachts braucht, wurde er offenbar nie zum Klo gebracht, sondern lag den ganzen Tag im Bett in den vollen Windeln. Dabei kann er übrigens durchaus noch einigermaßen laufen. Als ich zwischendurch mal da war, stand in seine Pflegedokumentation, um 20 Uhr hätte er 0,2 l Wasser bekommen. Dumm nur, daß es erst 19 Uhr war. Dieses Heim gibt übrigens an, es hätte die Note 1,1 bekommen.
Ich kann nur dringend raten, wenn man wirklich einen Heimplatz sucht, erstmal kurzzeitig dort zu wohnen und dabei sehr kritisch hinzuschauen. Man sollte sich nicht von einer hübschen Einrichtung und herumstehenden Tand blenden lassen. Gute Pflege entscheidet sich darüber, wie der Bewohner gepflegt wird.