Seit Jahrzehnten gut zum Hund

Die Mitglieder des Hundesportvereins Mülheimer Hundefreunde feiern das 60-jährige Bestehen.
Die Mitglieder des Hundesportvereins Mülheimer Hundefreunde feiern das 60-jährige Bestehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Hundesportverein Mülheimer Hundefreunde feiert am Samstag, 9. Mai, sein 60-jähriges Bestehen auf der Platzanlage im Sportpark Saarner Ruhraue.

Mülheim.. Bruno ist so ein typischer Fall. Der sechsjährige Mops hat seinem Frauchen nachdrücklich bewiesen, dass er nicht als Couch-Hund taugt, sondern sich bewegen will wie jeder andere Vierbeiner auch. Und somit ist auch seine Halterin Manuela Manfredini ein typischer Fall. „Ich bin von Natur aus eigentlich faul und dachte, mit einem Mops liege ich da richtig. Aber Bruno hat mich bekehrt“, erzählt die Hundehalterin und lacht. Seit Jahren macht das sechsbeinige Team nun schon Hundesport im HSV Mülheimer Hundefreunde. Und Manuela Manfredini hat festgestellt: „Bruno ist seitdem ein anderer Hund.“

Helmut Wiegard schmunzelt bei Berichten wie diesem und fühlt sich bestätigt: „In den seltensten Fällen ist es der Hund, der Fehler macht.“ Der erste Vorsitzende des Hundesportvereins Mülheimer Hundefreunde, der am Samstag, 9. Mai, sein 60-jähriges Bestehen feiert (siehe Infobox), sagt klipp und klar: „Der Mensch ist mir erstmal ganz egal, hier zählt der Hund.“ Großen Wert legen die Hundesportler, die mit ihrer Platzanlage am Saarner Kirmesplatz beheimatet sind, auf den tiergerechten Umgang mit dem Hund. Von Zwangsmethoden wie Stachelhalsband oder Elektroschocks halten die Hundefreunde rein gar nichts: „Das hat hier nichts zu suchen“, sagt Helmut Wiegard, der seit fast 15 Jahren den Vorstand des Vereins betreut.

Angefangen hat der Verein, der heute rund 100 Mitglieder – vom Jugendlichen bis zum fast 90-Jährigen – zählt, vor 60 Jahren zunächst etwas behelfsmäßig – eine alte Militärbaracke diente als Vereinsheim. Und auch das Verständnis für den Hund habe sich während der sechs Jahrzehnte der Vereinsgeschichte entscheidend geändert, berichtet Wiegard. Zeigen die ersten Fotos aus Gründerzeiten vor allem Schäferhunde und Boxer, tummeln sich heute ganz verschiedene Rassen und Mischlinge im Auslauf. „Früher hielten die Leute Wachhunde“, blickt Wiegard zurück, „heute sind Hunde doch meistens Familienmitglieder.“

Angebot hat sich geändert und vor allem erweitert

Und auch das Angebot des Hundesportvereins habe sich geändert und vor allem erweitert. „Heute bieten wir Agility, Obedience, Longieren mit Hund sowie Turnierhundesport an“, sagt der Vorsitzende. Aber: „Kommt ein neuer Hund in den Verein, prüfen wir erstmal, für welche Sportart er sich eignet.“ Der schwarze Labrador-Riese Brutus etwa macht mit seinem Frauchen Petra Rieben Obedience, die hohe Schule der Unterordnung. „Für Agility wäre er viel zu schwer“, sagt die Hundehalterin. „Was es vor 60 Jahren auch noch nicht gab, sind Themenabende, etwa zu Erster Hilfe am Hund, die von Tierärzten gehalten werden“, berichtet Helmut Wiegard weiter und verweist auf den Grundsatz des Vereins: „Dem Hund soll es gut gehen.“

Diesen Vorsatz hat auch Peter Riebe für seinen Jeff. Den Mischling hat der 70-Jährige vor etwa einem Jahr vom Tierschutz übernommen. Seit Jahrzehnten hält Riebe Hunde und hat doch den Anschluss an den Hundesportverein gesucht: „Ich bin mein Berufsleben lang als Schifffahrtskapitän unterwegs gewesen. Da hatte ich nicht viel Kontakt zu Menschen, aber Hunde hatte ich immer an Bord.“ Jetzt, im Ruhestand, habe er Zeit fürs Vereinsleben und genieße: „Hier erlebt man Kollegialität und Kameradschaft.“ Bruno, Brutus, Koda und die anderen Vierbeiner scheinen das ganz ähnlich zu sehen: Vergnügt tollen sie zusammen über die Wiese.