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Kultur

Seit 160 Jahren fröhlich

12.06.2012 | 06:00 Uhr
Seit 160 Jahren fröhlich
Der MGV Frohsinn bei Bundespräsident Horst Köhler im Berliner Schloss Bellevue, Juni 2009

Mülheim. Bei drei Bundespräsidenten, Karl Carstens, Richard von Weizsäcker und Horst Köhler haben die singenden Männer aus Mülheim schon „Frohsinn“ verbreitet. Zuletzt gab der gleichnamige Männergesangverein im Schloss Bellevue 2009 ein Konzert für Horst Köhler. Aber auch davor, „war es immer wieder ein Erlebnis, in Berlin aufzutreten“, sagt Vorsitzender Horst Stemmer, „denn alle drei Bundespräsidenten haben es verstanden, mit uns einfachen Leuten zu sprechen“. Wobei den Herren die gesangliche Ansprache sehr viel mehr liegt.

Der MMGV „Frohsinn 1852“ ist der dienstälteste Chor Mülheims und feiert in diesem Jahr seinen 160. Geburtstag. Zwei Weltkriege hat der Chor überstanden. In der Silvesternacht 1851/52 wurde er von sangesfreudigen Herren in der Gaststätte „Rosenberg“, später „Rheinisches Brauhaus“, an der Delle gegründet. Schnell fand sich eine große Anzahl von Mitstreitern. 1919 übernahm Musikdirektor Willi Duester die Leitung und führte ihn innerhalb von 32 Jahren zu einem „leistungsfähigen Chor, der über die Grenzen Mülheims hinaus schnell als Vorbild für Laienchöre galt“, so Stemmer. Auf vielen Bundessängerfesten war er überregional vertreten und bei Veranstaltungen in Mülheim tonangebend.

Viele bekannte Dirigenten

Während des Zweiten Weltkrieges büßte es an „Frohsinn“ so einiges ein. „Viele Sänger mussten ihr Leben lassen“, erläutert Stemmer. Und: Das gesamte Vermögen ging verloren, das Archiv an Noten und Bildmaterial „ist alles verbrannt“. Danach stark reduziert, blieb der Chor aber seiner Begeisterung treu, vergrößerte sich im aufstrebenden Deutschland schnell und erreichte unter der Leitung von Peter Jansen seine alte Form.

In den Folgejahren und -jahrzehnten haben viele bekannte Dirigenten den Chor zu Höchstleistungen gebracht. Hervor stechen Aufführungen wie „Oedipus Rex“ von Strawinsky, die Einweihung der neuen Stadthalle, „Faust’s Verdammung“ von Berlioz und viele Konzerte mit berühmten Solisten. Darunter: Rudolf Schock, Iwan Rebroff, Heinz Hoppe oder Rene Kollo. Viele Jahre später schlossen sich die Mülheimer 1998 mit dem Essener Chor „Apollo“ zusammen. Gemeinsam sind sie nun mit rund 50 Sängern stärker und vielstimmiger.

Und dass der Chor auf 160 Jahre zurückblicken darf, „beruht nicht zuletzt auf der Treue und dem Traditionsbewusstsein seiner Sänger und Förderer“. In all den Jahren galt immer das Motto: Alles für den Frohsinn. Und so soll auch das Festkonzert unter der Leitung von Stephan Kassel am Sonntag, 17. Juni, 16 Uhr, in der Stadthalle sein, „leicht bekömmlich“. Unterstützt wird der MMGV „Frohsinn“ vom Mülheimer Zupforchester unter Leitung von Dominik Hackner.

Margitta Ulbricht



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