Seine Werke bleiben als schöne Erinnerungen

Präziser Blick, gutes Gespür für Details, hohe Sensibilität für Themen – bei der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) schätzte man die Qualitäten von Jürgen Diemer außerordentlich. Mit seinen Fotos schmückte die MST nicht nur Jahreskalender, sondern warb auf Messen und Austellungen für Mülheim. Seine Fotos, sie sind auch Kunst. Die Schönheit der Stadt – Jürgen Diemer kann sie nun nicht mehr festhalten. Er verlor mit seiner Frau Claudia bei der Flugzeugkatastrophe sein Leben. Sie hatten ein Wochenende in Barcelona verbracht.

Beide stammten aus Mülheim, lebten in der Innenstadt, beide hatten eine starke Neigung zur Kultur, beide wirkten bei dem Kulturprojekt Art Obscura. Sie organisierte als Kulturliebhaberin viele Art-Obscura-Projekte und von Beginn an die magische Schlossnacht. Alles Festivals, die ihr Mann fotografisch begleitete.

Diemer war Autodidakt. Freunde beschreiben ihn als einen sehr verlässlichen Menschen, der gut beobachten konnte. „Er hatte ein Auge als Fotograf auf Motive, aber auch als Mensch auf das Leben“, sagt sein Freund Gert Rudolph.

Er reiste viel, privat wie beruflich – immer mit der Kamera. Theatergruppen begleitete er zu Europas Bühnen. Für den Naturschutzbund fotografierte er die Naturreservate in Deutschland, eine weitere Fotoarbeit befasste sich mit Menschen und dem Leben in Skandinavien. Diemer war leidenschaftlicher Segler auf Meeren.

Wie war er? Freunde sagen über ihn auch, dass er nie im Rampenlicht stehen wollte, ein sehr bescheidener Mensch gewesen sei. Sie glauben aber auch: „Über eine Würdigung seiner Fotografie hätte er sich bestimmt gefreut.“