Sehenswerte Ausbildung
14.09.2008 | 17:35 Uhr 2008-09-14T17:35:00+0200Maurice hat den Metallklotz fest im Blick. Schnell bewegt er die Säge, geübt sieht das aus, locker, aber: Ständig wuseln Menschen um ihn herum, schauen hier, fragen dies und das. Vallourec & Mannesmann (V&M) Tubes luden Samstag zum Tag der offenen Tür.
Einen Einblick in die „vorzeigbare und sehenswerte Ausbildung”, die das Unternehmen bietet, so Klaus Heiss, Leiter der Aus- und Weiterbildung bei V&M, soll der Tag allen Interessierten bieten. Und so schlendern Eltern und Geschwister in der Werkstatt umher, schauen den Neuzugängen beim Feilen, Sängen und Verkabeln zu, während die Fortgeschrittenen selbst gebaute Maschinen vorführen. Die „Dosen-Fang-Maschine” testet die Reaktion und eine Buttonmaschine presst Anstecker mit persönlichem Foto. Doch besonders Jugendliche, die sich für eine Ausbildung interessieren, haben die Verantwortlichen im Blick. „So realitätsbezogen wie möglich” sollen sie den Ausbildungsalltag kennen lernen und ihre Fragen direkt an Gleichaltrige stellen können. Alice und Aleksandra sind nach ihrem Rundgang begeistert: „Für Mädchen ist das mal etwas ganz anderes”, findet die 15-jährige Alice, aber sie kann sich „vorstellen, das zu machen”. Aleksandra auch – allerdings: „Erst müssen meine Mathe-Noten besser werden.” Doch nicht nur die gewerblich-technischen Berufe, auch die Kaufleute stellen sich vor. Bei ihnen geht es allerdings theoretischer zu. Dort werden im lockeren Gespräch die Ausbildungsmöglichkeiten erklärt. An einem Tisch sitzt etwa Philipp Winkowski. Er macht eine „Doppelqualifizierung”, eine neuere Möglichkeit, die V&M-Geschäftsführer Rainer Schmidt hervorhebt: Neben der normalen Ausbildung im Betrieb gehen die Azubis dabei zur Uni statt zur Berufsschule und machen ihren Bachelor. Das Unternehmen will damit etwas gegen den Ingenieurmangel tun. Eine Möglichkeit, die Philip Interessierten sehr empfiehlt, allerdings: „Es ist natürlich anstrengend, aber mit ein bisschen Disziplin und Selbstorganisation ist es auf jeden Fall machbar.”
