Sechs Tage nicht geleert

Der Briefkasten am Goetheplatz schluckt keine Briefe mehr, er wirft sie nur noch aus – bis oben hin ist er vollgestopft. Eigentlich sollte der Kasten täglich um 16.30 Uhr geleert werden, nun warten die Sendungen jedoch seit fast einer Woche auf Abholung. Dabei hatte es erst vor kurzem Probleme bei der Leerung der Briefkästen an der Saarner Straße und am Katzenbruch gegeben.

Dieter Kreutzer ärgert sich über den überquellenden Briefkasten am Goetheplatz 1. Er hatte am vergangenen Freitag 60 Einladungen zu seiner Hochzeit sowie Sendungen für Ebay-Käufer dort eingeworfen. „Die Einladungen haben uns viel Geld gekostet und die Ebayer warten auf ihre gekaufte Ware.“ Bereits am Freitag sei der Briefkasten bis zum Rand voll gewesen, daher wendete er sich noch am selben Tag an die Hauptpost in der Innenstadt. „Am Samstag konnte man schon beinahe nichts mehr einwerfen und der Kasten wurde wieder nicht geleert“, ärgert sich Dieter Kreutzer. „Ich habe mich telefonisch beim Kundenservice der Post beschwert und man hat mir zugesagt, dass man sich darum kümmert.“ Am Montag wurde der Kasten wieder nicht geleert. Also rief erneut den Kundenservice an. „Ich bekam die Auskunft, man werde sich sofort darum kümmern.“ Bis Mittwoch blieb der Briefkasten verstopft.

„Es lässt sich leider noch nicht eindeutig klären, woran es genau gelegen hat“, sagt Dieter Pietruck, Sprecher der Deutschen Post. Jedoch habe man erst vor wenigen Tagen das Transportunternehmen gewechselt, das die Leerungen im Auftrag der Post vornimmt. Womöglich habe es dort Probleme mit der Software gegeben. „Jeder Briefkasten hat einen Code, der eingescannt wird und damit dokumentiert, ob und wann dieser geleert wurde.“

Allerdings könne es auch andere Gründe geben. „Das werden wir klären“, verspricht Pietruck. „So etwas darf nicht passieren.“ Und: „Wir werden sicherstellen, dass sich unsere Kunden in Zukunft auf die regelmäßige Leerung verlassen können.“

Für Briefe, die nicht pünktlich ankommen, übernimmt die Post übrigens keine Verantwortung: „Für Standardbriefe gibt es keine Haftung bei Verlust oder Laufzeitverzögerung“, erklärt Dieter Pietruck. Wer darauf angewiesen ist, dass seine Briefe und Pakete fristgerecht ankommen, sollte besser eine Expresssendung aufgeben. Die koste zwar mehr, darin enthalten sei aber eine Pünktlichkeitsgarantie, rät der Post-Sprecher.

Dass es in Mülheim innerhalb kürzester Zeit zu drei Fällen von nicht geleerten Briefkästen kam, sei allerdings Zufall. „So etwas kommt sonst nur vereinzelt vor“, sagt Dieter Pietruck. Wem Unregelmäßigkeiten auffallen, kann dies bei der Post unter 0228/4 333 111 melden.