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Sechs Monate ohne Heimweh

23.01.2015 | 00:11 Uhr

Andere blieben sechs Wochen, Lothar Reuter verbrachte sechs Monate in Keitum. Dennoch, sagt der heute 89-Jährige: „Ich hatte kein Heimweh.“ Vielmehr schwärmt er rückblickend von jener Zeit, die er von Herbst 1932 bis Ostern 1933 auf Sylt verbrachte.

Gleichaltrige wurden eingeschult, dem damals sechsjährigen Lothar Reuter hingegen wurden nach einer missglückten Impfung frische Seeluft und Schwefelbäder verordnet. Gemeinsam mit seiner Kindergärtnerin „Tante Ella“ fuhr er mit dem Zug zur Insel. Weil die Therapie nicht anschlug, wurde der Aufenthalt verlängert.

Noch heute erinnert er sich an kalte Wintertage, die er im Strand verbrachte oder in dicke Decken eingewickelt im Liegestuhl. „Wir Kinder konnten im Sand wühlen. Wir hatten die Freiheit rauszugehen und zu spielen.“ Ausflüge führten unter anderem nach Westerland; so steht es auf der Karte, die der Schreibanfänger seinen Eltern nach Mülheim schickte. Am Ende kam er „ganz gesund“ zurück und brachte eine Leidenschaft für die Nordsee mit. Noch heute geht es für ihn jährlich zur Kur dorthin.

Übrigens sei er „ein lieber Junge“ gewesen. Andere hätten am Essen, an Knäckebrot und Haferflockensuppe, rumgemäkelt. Er aber nicht: „Ich kannte das von zu Hause. Meine Eltern waren damals natürlich – heute sagt man dazu: Bio.“

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2015-01-23 00:11
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