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Mülheim

Schwäne in Gefahr

04.06.2007 | 12:02 Uhr

TIERSCHUTZ. Am Sonntag wurde auf einen Schwan an der Ruhr geschossen.

Nicht umsonst heißt Mülheim auch "Stadt am Fluss". Die Ruhr stellt für die meisten Bewohner - wie zuletzt auch das NRZ-Bürgerbarometer bestätigte - das Herz der Stadt dar. Aber der Fluss bildet nicht nur einen beliebten Erholungsort, an dem die Mülheimer gerne ihre Freizeit verbringen. Im Wasser und an den Ruhrauen haben auch viele Tiere ihr Zuhause. Dass nicht alle Bürger auf diese Situation Rücksicht nehmen, zeigt ein Vorfall, der sich am Sonntagmorgen ereignete.Man nennt Horst Dinsing den "Schwanenvater". Seit 30 Jahren kümmert er sich um das weiße Federvieh. Auch am Sonntag war er morgens um halb sieben im Hafengebiet unterwegs, als er plötzlich ein dumpfes Geräusch hörte. Dinsing sieht, wie in unmittelbarer Nähe eines Schwans eine Pistolenkugel auf dem Wasser einschlägt. Schnell hat er auch die vermeintlichen Täter ausgemacht. Eine Gruppe von Männern. Doch diese behaupten, sie hätten nur auf Flaschen geschossen. Dinsing lässt sich davon nicht beeindrucken und ruft die Polizei. Als die Beamten eintreffen, können sie jedoch keine Waffe mehr auffinden. "In der Zwischenzeit hatten die die Pistole natürlich weggeworfen", ist sich Dinsing sicher. Auch Landschaftswächterin Karin Piek schwant Übles: "Ich bin davon überzeugt, dass an der Ruhr gewildert wird. Ich habe schon mal eine Feuerstelle gefunden, an der drei Entenköpfe lagen."Ihrer Meinung nach kann es nur eine Lösung geben: "Es müssen mehr Kontrollen durchgeführt werden. Ordnungsamt und Polizei müssen regelmäßig an der Ruhr Streife gehen." Bisher sei die Situation unbefriedigend: "Wenn ich auf Menschen stoße, die sich ordnungswidrig verhalten, mache ich sie natürlich darauf aufmerksam. Aber was soll ich als einzelne Frau tun, wenn mir mehrere Männer gegenüberstehen." Im Notfall ruft sie die Polizei. Doch auch hier gibt es Probleme: "Dann lande ich in Essen und die Beamten kennen teilweise die Örtlichkeiten nicht." Die Polizei selbst hat gestern auf eine NRZ-Anfrage zu den Vorfällen an der Ruhr nicht geantwortet.

SEBASTIAN SASSE

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