Schulsozialarbeit in Mülheim weiter auf der Kippe

Noch ist der Weg, den die Schulsozialarbeit in Mülheim gehen wird, nicht klar. An den weiterführenden Schulen, wie an der Dümptener Hauptschule, helfen Schulsozialarbeiter auch beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Noch ist der Weg, den die Schulsozialarbeit in Mülheim gehen wird, nicht klar. An den weiterführenden Schulen, wie an der Dümptener Hauptschule, helfen Schulsozialarbeiter auch beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Um Schulsozialarbeiter weiter beschäftigen zu können, muss die Stadt künftig jährlich rund 250.000 Euro aufbringen. Das birgt Diskussionsstoff.

Mülheim.. Inhaltlich sind sich alle einig: Schulsozialarbeiter leisten wertvolle Arbeit, die erhalten werden sollte. Doch wie so oft folgt ein Aber aus finanziellen Gründen: Einen Eigenanteil von rund 250.000 Euro müsste die Stadt jährlich für die Schulsozialarbeit aufbringen. Das birgt Diskussionsstoff.

19 Schulsozialarbeiter sind an Mülheimer Grund- und weiterführenden Schulen beschäftigt. Sie betreuen Grundschüler, nehmen sich Schulverweigerern an oder glätten den Übergang von der Schule in den Beruf. Die letzten befristeten Verträge laufen im Sommer aus, weil das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung, das ihre Stellen finanzierte, endete. Die Landesregierung beschloss bereits, das Begonnene fortzuführen. Dies ist jedoch nicht nur auf drei Jahre begrenzt, die Fördermittel umfassen zudem nur 70 Prozent der Gesamtkosten. 590.000 Euro würden so nach Mülheim fließen – macht einen Eigenanteil von 252.000 Euro pro Jahr.

18 Schulsozialarbeiter, die sich 15 Stellen teilen

„Wir versuchen gerade, das intern darzustellen“, sagt Uwe Alex, der das Amt für Kinder, Jugend und Schule leitet. Denn für ihn ist klar: „Wir sehen die Notwendigkeit, die Schulsozialarbeit fortzuführen, ganz deutlich.“ Neun Schulsozialarbeiter sind an weiterführenden Schulen im Einsatz und haben besonders die Berufsvorbereitung im Blick. Zehn weitere sind an Grundschulen beschäftigt; einer von ihnen hat den Schwerpunkt Schulverweigerung. Dieser soll künftig, berichtet Brita Russack vom Bildungsbüro der Stadt, „in ein neues Projekt übergehen“. So könne dieses Arbeitsfeld abseits der Überlegungen zur Schulsozialarbeit ausgebaut werden. Bleiben 18 Schulsozialarbeiter, die sich 15 Stellen teilen. „Das“, sagt Brita Russack, „sind die Zahlen, die wir gerne genauso weiter hätten.“

Ein Wunsch, dem sich Dieter Spliethoff anschließt. Als Mitglied des Bildungsausschusses betont er für seine Fraktion, die SPD: „Die Verwaltung hat uns stets signalisiert, das aus dem Etat stemmen zu können.“ Zwar sei man noch nicht so weit, dass es eine Beschlussvorlage gebe, dennoch ist Spliethoff selbst überzeugt: „Es wäre fahrlässig, das Geld des Landes auszuschlagen.“

Heiko Hendricks, für die CDU Mitglied des Landtages und des lokalen Bildungsausschusses, verweist jedoch darauf, dass die Landesmittel auf drei Jahre befristet sind: „Man darf der Verlockung einer Teilförderung nicht mehr erliegen.“ Sonst wecke man Begehrlichkeiten. Für ihn ist eine Zustimmung der CDU nur denkbar, „wenn der Eigenanteil aus dem Etat finanziert werden kann, etwa durch Umschichtung“.