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Schulen mit Draht in die Wirtschaft

21.06.2012 | 17:04 Uhr
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Schulen mit Draht in die Wirtschaft
Die Schüler der Realschule Stadtmitte werden von Vorarbeiter Olaf Grotheer (3.v.l.) in die Geheimnisse der „Schaltkästen“ eingeführt.Foto: Unternehmerverband

Mülheim. Zuham Elias und ihr Mitschüler Joel Lehmkühler wussten nicht, dass Technik so viel Spaß macht. Nun haben die Schüler gelernt, wie sie eine Montageplatte für einen Schaltschrank bauen – von der Verkleidung bis zu den Leitungen im Innern. Und sind sich sicher: „Wir möchten eine Ausbildung zu Elek­tronikern machen.“ Dass Jugendliche in potenzielle Ausbildungsberufe schnuppern können, wird von Schulen, dem Arbeitsamt und dem Unternehmerverband gefördert. Die Realschule Stadtmitte schloss nun einen Kooperationsvertrag mit der Firma LUX Automation.

"Nach einer Weile hat man die Handgriffe drauf"

In Zukunft stehen für die Schüler der Realschule Stadtmitte Praktika , Betriebserkundungen und praktische Übungen in der Elektrotechnik auf dem Stundenplan. Neben vielen anderen Unternehmen, die bereits Kooperationen mit Schulen eingegangen sind, öffnet nun auch Lux, mit Sitz an der Heerstraße in Speldorf, seine Türen für Schülerpraktikanten und lässt sie in die Arbeitsabläufe des Betriebes blicken.

In den Lagerhallen fertigen die Mitarbeiter Schaltanlagen, die international in der Stahlindustrie zum Einsatz kommen. In diesen Schaltschränken befindet sich jede Menge Elektronik – heute dürfen die acht Realschüler der Jahrgangsstufe acht selbst einen kleinen Kasten zusammen setzen. „Erst klingt es kompliziert, aber nach einer Weile hat man die Handgriffe drauf“, meint Joel Lehmkühler (14), der sich einen Tag lang die Arbeit in der Fertigung anschaut. Schienen befestigen, Kabel verbinden, die Verkleidung ausschneiden – all das hat ihm so viel Spaß bereitet, dass er sich nach dem Probetag für ein zweiwöchiges Praktikum bei LUX bewerben möchte.

"Es ist schwierig, qualifizierte Bewerber zu finden"

Genau wie seine Mitschülerin Zuham. Der 16-Jährigen gefällt das Handwerkliche . „Es ist schön, am Ende des Tages ein fertiges Produkt zu sehen“, findet sie. Während ihre Freundinnen soziale Berufe testen, möchte sie „etwas Technisches machen.“ Auch wenn sie das einzige Mädchen an diesem Probetag ist – die Arbeitsatmosphäre gefällt ihr gut.

Nicht nur Schüler sollen von der Kooperation profitieren, sondern auch Unternehmen. Daher führen Unternehmerverband und Arbeitsagentur die Fäden zusammen und vermitteln zwischen Schulen und Firmen. Die hoffen, qualifizierten Nachwuchs akquirieren zu können. Denn: „Es ist schwierig, qualifizierte Bewerber zu finden“, erklärt LUX-Geschäftsführer Helmut Hölscher.

Zuham und Joel hat das Unternehmen bereits für sich gewonnen. Schon bald wollen die beiden ihre Bewerbungen einreichen.

Kristina Mader

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