Schule als Wanderzirkus

Der Zeitsprung zur alten Luisenschule an der Ecke Adolfstraße/Kaiserstraße (Ausgabe vom 2. Februar) weckte bei NRZ-Leser Rudolf Klug eigene Erinnerungen.

Der 87-Jährige berichtet davon, dass die Mittelschule (heute Realschule Stadtmitte) an der Oberstraße auch schon vor dem 2. Weltkrieg von den Luisenschülerinnen mitgenutzt wurde, weil es dort eine Küche und Werkräume gab, in denen die Schülerinnen zum Beispiel das Kochen und Nähen lernen konnten.

Weil diese Räume damals an der alten Luisenschule gefehlt hätten, so schreibt er weiter, habe man sich gegen den Protest der Jungen von der Oberstraße zu einem Umzug der Schüler entschlossen, so dass die Luisenschülerinnen an der Oberstraße und ein Teil der Mittelschüler an der Kaiserstraße unterrichtet worden seien.

Außerdem erinnert sich der Heißener NRZ-Leser daran, dass die alte Luisenschule während des Zweiten Weltkrieges zeitweise als Lazarett genutzt wurde. Nach dem großen Luftangriff im Juni 1943 hätten die zuletzt an der Kaiserstraße/Ecke Adolfstraße unterrichteten Mittelschüler dann in Wechselschichten mit den Schülern das staatliche Gymnasiums an der Von-Bock-Straße besucht, das damals Langemarckschule (benannt nach einer Schlacht des Ersten Weltkrieges) hieß und seit 1974 den Namen ihres einstigen Schülers Otto Pankok trägt. Er hatte dort 1912 sein Abitur bestanden. 1945 und 1946 wurden dort zeitweise auch Schüler des städtischen Gymnasiums unterrichtet, das heute den Namen Karl Zieglers trägt.

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