Schüler zeigen Solidarität mit Terroropfern

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Die Behandlung politischer Themen, so sagt Miriam Löbbert, 2. Schulsprecherin der Realschule Stadtmitte, habe in ihren fünf Schuljahren stark zugenommen. So zum Beispiel im Politikunterricht: „Da müssen jede Woche zwei andere Schüler zu Beginn der Stunde aktuelle Geschehnisse für die Klasse zusammenzufassen“, erzählt die 16-Jährige. Danach werde diskutiert.

Miriam Löbbert und Christopher Hake, 1. Schülersprecher, haben am Freitag teilgenommen an einer Aktion, die ein Zeichen setzten sollte gegen die Attentate in Frankreich. Fast alle 600 Schüler hatten sich auf dem Schulhof mit vielsprachigen „Ich bin Charlie“-Plakaten und anderen künstlerischen Umsetzungen zu einer Schweigeminute versammelt. Für das Kollegium und die Schüler eine berührende Situation, so Sabine Dilbat, neue Leiterin der Realschule. „Ich hatte am Wochenende schon das Bedürfnis, zu reagieren“, sagt sie. Dann sei auch Französischkollegin Gaelle Mazan mit dem Wunsch auf sie zugekommen – und so wurde der Plan fächerübergreifend in die Tat umgesetzt.

„Wir waren von Anfang an gut informiert und haben alle Ereignisse privat und in der Schule verfolgt“, sagt Miriam Löbbert. „Bei uns in der Klasse fanden alle die Aktion gut“, auch wenn einige keine Lust hatten, teilzunehmen. Christopher Hake weiß, dass unterschiedlicher Glaube an der Schule respektiert wird. „Hier gehen Streitigkeiten unter Schülern nicht übers Normale hinaus“, meint der 15-Jährige.

Islamkunde wird an der Realschule nicht unterrichtet, aber praktische Philosophie, die Susanne Dieker bewusst religionsneutral gestaltet. An dem Unterricht nehmen überwiegend Schüler muslimischen Glaubens teil. „Wir suchen Antworten, die für alle Menschen gelten. Philosophie ist eine Denkschule, religiöse Konflikte spielen darin keine Rolle“, so die Lehrerin.