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Schnittstelle

15.10.2007 | 00:48 Uhr

STADTVERWALTUNG. Seit vier Jahren versucht sich die Bürgeragentur als Bindeglied zwischen Bürger und Behörde zu behaupten.

Bürger und Behörden wollen oft nicht so recht zueinander passen. Doch sie müssen. Zwangsläufig. Denn ohne das magische Dreieck von Politik, Verwaltung und Bürger läuft nur wenig geregelt in einer Stadt. Aber wie führt man etwas zusammen, das nicht zusammenpassen will? Die Lösung: Durch eine verständige Schnittstelle. Der Name: Die Bürgeragentur auf der Schloßstraße mitten in der City.

Seit vier Jahren gibt es diese Anlaufstelle für den Bürger. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld hatte sie bei ihrem Amtsantritt ins Leben gerufen. Mehr Bürgernähe, sowie die Aktivierung der Zivilgesellschaft lautete das Credo. Denn die Agentur soll mehr sein als eine "Beschwerdeinstanz. "Sie soll den Mülheimer befähigen sich in Prozesse einzumischen", so Mühlenfeld.

Bislang machen die Mülheimer regen Gebrauch vom Service der Bürgeragentur (siehe Kasten). Denn diese wird nicht nur genutzt, um etwaigem Ärger über Baustellen und Verschmutzungen in den Stadtteilen Luft zu machen, sondern auch, um etwa in Erfahrung zu bringen, wann der nächste Gebührenbescheid der MEG ins Haus flattert. Um die vielen Auskünfte und konkreten Fälle besser bearbeiten zu können, arbeitet die Bürgeragentur seit zwei Jahren mit dem Kommunikationscenter der Stadt zusammen. Dieses berät aber in erster Linie telefonisch. Ab November soll es neben der Bürgeragentur, dem Kommunikationscenter und der Service-Stelle im Rathaus eine weitere Anlaufstelle für Fragen und Probleme geben: im Technischen Rathaus. Zudem sollen Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Geplant ist auch, offener auf die Kunden zuzugehen.

Sich um deren Belange zu kümmern, sei nicht immer leicht. Zum einen, weil es manchmal schwierig sei, die Nöte des Bürgers verwaltungsnah aufzunehmen und dann wiederum die Antwort der Fachverwaltung bürgernah zu transportieren. "Mittlerweile verstehen wir den Bürger. Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass die Fachverwaltung sich rückwirkend an ihn wenden kann, so dass er deren Belange versteht", so Thomas Robra, kommissarischer Leiter der Bürgeragentur. Heißt einfach, kurz und knapp: Aus dem Hörrohr des Bürgers muss noch im Gegenzug ein Sprachrohr der Verwaltung werden. (seul)

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