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"SchlimmCity" Mülheim - Vision und Wirklichkeit

02.09.2011 | 15:57 Uhr
"SchlimmCity" Mülheim - Vision und Wirklichkeit
Foto: Christoph Wojtyczka

Mülheim.Das Ziel ist, mit frischem Wind „Turbulenzen“ in der Stadt zu erzeugen und am besten für Wirbel, mindestens aber für Verwirbelungen, zu sorgen. Mit dem Namen des Projekts ist das schon mal gelungen.

Die Entscheidung, das Stadtspiel, bei dem sich Kreative mit Funktion und Vision der Mülheimer Innenstadt auseinandersetzen, „SchlimmCity“ zu nennen, hat, berichtet Initiator Holger Bergmann, für viele entrüstete Anrufe, aber auch Zuspruch gesorgt. Damit ist eines bereits geschafft: Man redet darüber. Vom 14. September bis 9. Oktober wird für mehr Gesprächsstoff gesorgt.

Der Name kommt ja nicht von ungefähr: Der Niedergang der Innenstadt wird regelmäßig beklagt. Schlimm, schlimm sei das. „Der Verlust der Warenkultur“, sagt Holger Bergmann, künstlerischer Leiter des Ringlokschuppens, betrauerten die Menschen und offenbarten damit zugleich das starke soziale Gefälle in der Stadt.

"Man muss disktutieren"

 „Wer sich über die Ein-Euro-Läden beklagt, muss mindestens zwei Euro in der Tasche haben“, resümiert er und findet: „Auch das muss man diskutieren.“ SchlimmCity soll der Rahmen dafür sein.

Die Innenstadt wird zur Bühne für lokale und eingereiste Künstler, Autoren, Schauspieler, Raumphilosophen, Partygänger und andere, die sich mit Mülheim auseinandersetzen und eine Auseinandersetzung mit den Mülheimern anregen wollen.

Damit der Raum neu erfahren werden kann, werden die Räume neu genannt. Der Kaufhof wird so zur „Leeran­stalt“, die Schloßstraße zur „konsumberuhigten Zone“.

Den Aufstand proben

SchlimmCity-aner sollten all dies mit einem Augenzwinkern nehmen. Vorstadttheater-Leiter Holger Bergmann: „Es wird Zeit, den Ernst, mit dem die Debatte über die Innenstadt geführt wird, in die Partyform zu bringen.“

Und so vereint das Programm des „Stadtspiels in Realversion“ Sekt und Selters. Diskussionsrunden werden stattfinden, zudem Lesungen, Aufführungen und Performances. Die Gruppe „Ligna“ wird beispielsweise den Aufstand proben. Inspirieren lassen sich Ole Frahm, Michael Hueners und Torsten Michaelsen vom Jahr 1923, als 4000 Arbeiter das Rathaus stürmten. Daraus leiten sie die Frage ab:

„Wessen Stadt ist die Stadt?“ und setzen sie als Hörstück um, das per Radio in die City übertragen werden und Menschen zum Handeln auffordern soll. Gezeigt wird es in der konsumberuhigten Zone vom 6. bis 8. Oktober.

Gemeinsamer Innenstadtrundgang

Ein Festival für audiovisuelle Experimente ist hingegen „Shiny Toys“ vom 22. bis 24. September. Jan Ehlen und Jerry Jerome haben rund 60 audiovisuelle Künstler vereint, die „mit simplen Effekten die Leute einladen, ihren eigenen Blick auf die Stadt zu überprüfen“, wie Ehlen erklärt. Zudem wird es einen Workshop geben, in dem die beiden Mülheimer andere mit ihren glänzendem Spielsachen hantieren lassen.

"Eskalation mit Sustanz"

Die Partyfraktion deckt Kai Shanghai ab, der das Finale als „Eskalation mit Substanz“ zelebrieren will: „Wir werden versuchen, in den Köpfen der Jugendlichen etwas aufzubrechen. Und das geht am besten mit Beats.“

All dies, sagt Holger Bergmann, soll einen neuen Zugang zur Innenstadt-Diskussion schaffen: „Die Leute sollen sehen, es gibt einen anderen Teil der Stadt als den, der ständig wahrgenommen wird.“

Julia Blättgen

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Kommentare
04.09.2011
14:33
SchlimmCity Mülheim - Vision und Wirklichkeit
von lothar11111 | #7

ich war diese nacht....beachte bitte;diese nacht von samstag auf sonntag unterwegs....es war ca 23 uhr.alle läden leer.die restaurants friedrichstrasse und leineweberstrasse leer,tot..die wirtsleute saßen da und warteten auf publikum...die einzigsten leute die ich sehen konnte waren das personal...sie hatten wohl die aufgabe eine reges treiben im eigenen laden zu simulieren..auf der strasse?? keine leute....das ist das ergebnis einer feindbürokratie gegen die eigenen bürger....schade das ich diesen rat geben muss...nichts gegen die unternehmer in diesen bereichen...leute..einfach weitershoppen und essen gehen,aber da wo es einem gefällt,düsseldorf,essen sogar und duisburg,,köln,das es anders geht sieht man an der stadt bochum...die haben aufgepasst...diese teils von schwerindustrie geprägte stadt hat es dochj tatsächlich geschafft sogar eine echte szenekneipenkultur zu entwickeln..da gehts hoch her..leben,leute tanzen...attraktionen wie das prater etc....die bochumer habens begriffen....mülheim der offene freie siechenplatz...eintritt frei sogar..ich wundere mich..das hier nicht schon längst eintrittsgelder verlangt werden oder vielleicht am wochenende die parkgebühren verdoppeln..das wär doch was ihr mülheimer bürokraten oder? in diesem sinne verabschiede ich mich für heute...euer schreiber lothar

04.09.2011
11:50
Vision und Wirklichkeit
von differenzierende | #6

Wann glauben wir Mülheimer endlich an die natürlichen Folgen unseres eigenen Handelns und einer Umkehr der ehemaligen Ruhrgebietsentwicklung. Jahrelang wurde politisch jede Entwicklung des Einzelhandels auf der grünen Wiese gestützt. Bei gleichseitiger Schrumpfung der Einwohnerzahl und einer regionalen Neuverteilung der Kaufkraftbindungen bleibt so
kaum etwas für ein schwer erreichbare Innenstadt übrig. Allein eine zeitgemäße logistische Erreichbarkeit besteht auch auf Dauer nicht. Also ist ein Verzicht auf eine Einzelhandelsdominanz nur sinnvoll. Geringer, aber hochwertiger Handel mit darüberliegenden Büros und Wohnungen kann doch nur das Ziel sein. Dafür muß man dann aber auch städtebauliche Qualitäten fordern. Dafür haben die Mülheimer aber nicht die richtigen Politiker. Menschen wie Kraft, Mühlenfeld, Sander usw. sind Persönlichkeiten ohne Sinnlichkeiten, Ansprüche, Visionen und Kreativitäten. Es sind Technokraten mit dem Bewußtsein von Angehörigen einer Betriebsfläche Montan. Zur Beruhigung; die CDU in Mülheim ist noch schlimmer

02.09.2011
23:35
SchlimmCity Mülheim - Vision und Wirklichkeit
von tizio44 | #5

Es bleibt einem fast die Luft weg bei soviel Realitätsverlust; wie wärs mit SCHIZOPHRENIA
statt Schlimm-City! Eines ist für mich klar, ich werde in allernächster Zeit umziehen! Diese Stadt ist schon längst vollkommen kaputt (schon mal nachts angeschaut?)und all dieses kreativ-Getue ist lediglich ein Läppchen drum und sonst gar nichts! Dafür sorgt auch schon das soziale Gefälle!!!
Tja Frau Mühlenfeld, Frau Sander, kein guter Job, den Sie da gemacht haben! Sie gehören schnellsten gegen Kompentenzpersonen ausgetauscht!!

02.09.2011
20:28
Vision und Wirklichkeit
von lothar11111 | #4

hier wird immer nur erzählt,erzählt und rumdiskutiert...leute und planer sowie oberbürokraten...

macht doch endlich mal was!...sonst geht die ganze kiste hier baden....

02.09.2011
20:25
Vision und Wirklichkeit
von lothar11111 | #3

hier wird immer nur erzählt,erzählt und rumdiskutiert...MACHT DOCH ENDLICH MAL WAS HIER!!!!

rumlabern kann ich auch

02.09.2011
17:50
Vision und Wirklichkeit
von wohlzufrieden | #2

Das einzige was aufgewirbelt wird, ist der Staub der Meterdick auf Mülheim liegt. Und der legt sich wieder...

02.09.2011
16:38
Vision und Wirklichkeit
von ruhrgebieti | #1

Die Aktion in allen Ehren, aber solange immer mehr Einkaufsmöglichkeiten um die Innenstadt herum plaziert werden, ist das alles nutzlos.

Das man das nicht tun darf ist übrigens seit vielen Jahren bekannt. Aber in der Mülheimer Stadtplanung fehlt es da definitiv an jeglicher Minimumkompetenz.

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