Schauspielerei macht „süchtig“

Theaterprobe der Gruppe „Kom(m)pott“ in Mülheim-Broich. Ein neues Stück wird gerade einstudiert..
Theaterprobe der Gruppe „Kom(m)pott“ in Mülheim-Broich. Ein neues Stück wird gerade einstudiert..
Foto: FUNKE Foto Services
Die Amateurtheater-Gruppe „Kom(m)pott“ aus Broich hat schon drei Stücke erfolgreich aufgeführt. Jetzt startet sie in ein neues Theaterabenteuer. Ein Probenbesuch im Gemeindehaus an der Wilhelminenstraße.

Broich.. Wenn sich ein Brummbär und ein Lackaffe ein Zimmer in einer Kurklinik teilen, dann ist mit allerhand Komplikationen zu rechnen. In „Glaubersalz zum Nachtisch“, einer Boulevardkomödie von Heidi Mager, geht es turbulent zu. Schon jetzt, in einer der ersten Proben, drehen die Schauspieler der Theatergruppe „Kom(m)pott“ richtig auf. Nicht jede Geste ist schon perfekt, aber der Text sitzt bei fast allen schon recht gut. „Besonders die vier Neuen im Team geben richtig Gas und lernen wie wild auswendig“, sagt Karin Löwenberg, Theaterpädagogin und Leiterin der Laienspielgruppe. Diese trifft sich im Gemeindehaus an der Wilhelminenstraße und hat dort in den letzten Jahren auch schon einige bemerkenswerte, meist ausverkaufte und bejubelte Aufführungen auf die Bühne gebracht hat.

Nun startet die Truppe in ein neues Theaterabenteuer, einige der alten Darsteller sind nicht mehr dabei, neue Leute – alle „blutige Anfänger“ – sind hinzugekommen. „Ich habe das letzte Stück gesehen und war so begeistert, dass ich mich sofort angemeldet habe“, berichtet Volker, einer von (nur) zwei Männern im Team. Der eher ruhige Vertreter seiner Art, komme hier richtig aus sich heraus, verrät die Regisseurin ganz begeistert.

Helga dagegen ist schon seit vier Jahren dabei. Als „Späteinsteigerin“ hat sie die Schauspielerei entdeckt, ist mittlerweile „süchtig“ nach dem Theaterspiel. Marisa, ebenfalls schon eine erfahrene Mitstreiterin, kam zu „Kom(m)pott“, weil sie „mal etwas anderes machen wollte als Fitnesstraining“ – „etwas, was den Geist fordert“. „Im ersten Stück hatte ich dann allerdings gerade mal fünf Sätze zu sprechen“, erinnert sie sich lachend.

„Wer gestresst von der Arbeit kommt, kriegt so den Kopf frei“

Bevor es losgeht mit dem Üben einzelner Szenen, machen sich die Darsteller warm, walken herum, führen Partnerübungen durch: Der eine schließt die Augen und der andere führt ihn wie einen Roboter durch den Raum. „Wer gestresst von der Arbeit kommt, kriegt so den Kopf frei“, erklärt Karin Löwenberg. Auf dem Probenplan steht immer auch eine Improvisationsübung. Diesmal hat die Theaterpädagogin vier Zitaten aus der Zeitung mitgebracht. „Macht ‘was draus!“, fordert sie ihre Schüler auf. In Grüppchen spielen diese spontan zweiminütige Szenen vor, in denen die Zitate eine Rolle spielt.

Dann geht es ans eigentliche Stück, werden Szenen vorgespielt, von der Regisseurin gibt es immer wieder Tipps. Ein paar Requisiten stehen zur Verfügung, Kulissen existieren noch nicht. Als Klinikbetten dienen noch Tische. Trainingsanzüge haben die Kurgäste aber schon an. Premiere soll im Frühsommer sein . . .

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