Ruhrstrand in Mülheim verkommt zur Müllkippe
07.04.2011 | 18:52 Uhr 2011-04-07T18:52:00+0200
Mülheim. Der Ruhrstrand ist der einzig ausgewiesene und im Sommer bewirtschaftete Freizeitbereich in Mülheim. Das Angebot dort legal zu grillen, wird oft angenommen. Doch niemand sieht sich dafür zuständig, den zurückgelassenen Müll zu entfernen.
Mülheim ist die Stadt am Fluss. Das ist ein geografischer Fakt. Und es ist die zentrale Werbemarke der Stadt, die sich auf das lokale Selbstverständnis vielfältig auswirkt. Überlegungen zur Stadtentwicklung wie Ruhrbania umfasst dies ebenso wie Tourismusangebote, die sich verstärkt aufs Ruhrtal konzentrieren. Der Fluss, der die Stadt durchdringt, ist aber auch ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Mülheimer, ein idyllisches Fleckchen vor der Haustür, das man nutzen will – mit Kind und Hund, mit Decke und Buch, mit Grill und Bier. Besonders letzteres sorgte in den vergangenen Wochen bei Umweltschützern für Unmut, die über Müll in Naturschutzgebieten klagten. Nun meldet Landschaftswächterin Karin Piek auch Unrat „ohne Ende“ vom Ruhrstrand. Der aber ist der einzige ausgewiesene und im Sommer bewirtschaftete Freizeitbereich an der Ruhr.
Sonniges Wochenende hat Spuren hinterlassen
Der vergangene sonnige Samstag hat seine Spuren hinterlassen: Plastikteller, Plastiktüten, Plätzchenverpackungen, Bierkartonagen liegen am Wegesrand, wenn man von der Mendener Brücker hinab zum Spielplatz geht. Ein blauer Müllsack voller Grünschnitt liegt auch noch im Gebüsch, wie im Vorbeifahren schnell entsorgt. Derweil rückt ein Zweiertrupp an, der die Mülleimer neben den Bänken leert – wie er es „jede Woche“ tut. „Da hinten haben wir schon Müll, der um einen Eimer lag, weggeräumt“, sagt einer der beiden. Am Dreck im Gebüsch aber fahren sie vorbei. Da ist keine Bank, kein Mülleimer in Sicht, man ist: nicht zuständig.
Überhaupt ist das mit den Zuständigkeiten so eine Sache an der Ruhr und in den Ruhrauen: Da ist natürlich das Umweltamt, das besonders den Naturschutz im Blick hat, und dessen Leiter Dr. Jürgen Zentgraf, der erst jüngst im Umweltausschuss sagte, für qualifizierte Kontrollen habe man kein Personal. Es sorgt aber auch in den Ruhranlagen für Ordnung – in Teilen. In anderen Bereichen ist wieder das Amt für Grünflächenmanagement zuständig, und in wieder anderen hat die MEG die Regie.
Zuständigkeiten sind so eine Sache
Und der Ruhrstrand ist nochmals eine andere Baustelle. Um die Sauberkeit kümmert sich dort von Oktober bis April der Mülheimer Sportservice, der auch seit Dienstag im Einsatz ist und aufräumt. Von April bis September jedoch betreibt die Paritätische Initiative für Arbeit (Pia) das Areal, kümmert sich um die Vermietung von insgesamt vier Grillplätzen (den einzigen Orten, an denen man in Mülheim an der Ruhr legal grillen darf) und um die Sauberkeit. Die Vermarktung hingegen liegt bei der Mülheim Stadtmarketing & Tourismus GmbH (MST).
Wie oft und wie regelmäßig entlang der Ruhr reingemacht wird, kann Stadtsprecherin Anke Degener nicht konkret sagen, verweist auf einen „normalen Kontrollrhythmus“, der „im Rahmen der personellen Möglichkeiten“ liege. „Einmal in der Woche“, sagt Sylvia Waage, Leiterin des Amts für Grünflächenmanagement, werden etwa die Papierkörbe geleert, für die ihr Amt zuständig ist.
Dabei geht sie natürlich davon aus, dass die Menschen die Körbe benutzen. Deshalb, so Anke Degner im besten Behördendeutsch, gibt es in der Stadt „viele Bewusstseinsmaßnahmen“. Denn die Menschen sollen zwar zur Ruhr kommen, sie sollen aber ihren Müll wieder mitnehmen. Sonntagsgespräche zählt Degner als Maßnahme auf sowie Aufräumaktionen von Schulen und Vereinen, sie ist sich sicher: „Solche Aktionen fruchten. Das ist auch die Erkenntnis des Zentralen Außendienstes des Ordnungsamts: „Etwa nehmen mehr Hundehalter inzwischen Tüten mit.“ Das ist dann noch mal ein anderes Thema . . .

22:23
@ baumjohann
Gut gebrüllt, Löwe - aber Du kannst das doch wohl nicht ernst meinen: Nach all dem sollen sie noch den Ruhrstrand sauber halten, den wollt ihr also auch noch für euch? Es ist doch wohl nicht in Ordnung nach sozialen Angebot zu rufen, sich jedoch selbst vollkommen ******* zu verhalten. Es stimmt natürlich Wir - wer auch immer das ist - haben früher auch Mist gebaut, evtl. auch mal n bisschen Müll liegen lassen und richtige Schweine gabs damals auch schon, aber das ist nicht zu vergleichen mit der Masse Müll mit der wir es heute, übrigens auf beiden Seiten(WeisserTurm) der Ruhr zu tun haben. Natürlich passen die ganzen Pizzakartons nicht in die Mülleimer, auch der stark zugenommene Müll durch McD oder BulettenKönig lässt in kurzer Zeit die Kapazitäten erschöpfen, besonders dann wenn man vor lauter Spontaneität es nicht schafft das Zeug n bisschen zusammen zudrücken oder Kartons zu falten. Wir waren damals meist mit Fahrrad oder zu Fuss da, da konnte man soviel Müll gar nicht erst hinbringen. Pizzataxi zum Ruhrstrand eher ne Ausnahme. Leergut war uns zu wertvoll, es einfach liegen zu lassen. Ballergetränke gabs aus der Thermoskanne. Einweggrills gabs so gut wie nicht. Das Du dann auch noch Deine beste Idee, die mit den Müllsäcken in den Jackentaschen, verwirfst, das ist Lachhaft. Ihr könnt jede Menge sperrigen Müll anliefern, aber für ne zusammengerollte Mülltüte reichts dann nicht mehr? Da könnte vielleicht mal ein Besuch in der Muckibude weiterhelfen;-) Und das abtransportieren des selbst verursachten Mülls sollte doch auch mit den ganzen Autos, die die Straßen um die Lager zuparken keine Schwierigkeit darstellen. Apropos früher, die Anleger der Sportclubs wurden früher GELEGENTLICH für ein kurzes Sonnenbad, während einer Radtour oder eines Spazierganges benutzt, heute gleichen sie dann eher Lagerplätzen mit regelmäßiger Belastung jenseits der zulässigen Grenzen, sogar Kinderwagen werden darauf geschoben und wenn dann irgendwann mal son Ding kentern sollte, dann wird auch wieder geschrien, wie man denn solche unsicheren Dinger frei zugänglich machen kann.
Mülheim hat bestimmt ein Problem mit den Angeboten an Jugendliche, aber das berechtigt doch keinen seinen Dreck liegen zu lassen und sich zu benehmen als gäbe es keine anderen Interessen. Das was Du beschreibst, ist so, wie sich den Ast auf dem man sitzt abzusägen, weil es dann irgendwann heissen wird: Jugendliche an der Ruhr - unerwünscht
20:02
Dann seid wenigstens so ehrlich und nennt Roass und Reiter! Wohin sollen die Jugendlichen denn eurer Meinung nach in der Stadt der rollatierenden Uralten hin? Was haben sie denn gelernt, die Jugendlichen? Müga: Unerwünscht! Veranstaltungen wie Antidrogendisko etc.: Gibt es nicht mehrt! Im Forum, Schloßstrasse etc: Unerwünscht! Abiabschluss am Viktoriaplatz oder Berliner Platz wie bei euch früher: Nicht mehr gestattet! Was denn noch? Nach all dem sollen sie noch den Ruhrstrand sauber halten, den wollt ihr also auch noch für euch? Lasst das Zeug doch liegen, stellt mehr Müllsäcke dahin und das Problem regelt sich von selbst! Jede Wette!
Noch ein Beispiel gefällig? Im Witthausbusch ist bei dem Wetter echt der Bär los, auch Samstag abends. Die Mülleimer hingegen sind ein Witz, am Bedürfniss vorbei, viel zu klein! So liegen alle Müllreste um die Eimer herum, die komplett überquellen! Ja sicher, die spontanen Treffs könnten die Jugendlichen ja bitte besser vorbereiten, mit Müllsäcke in den Taschen, ja sicher, so wir ihr alle früher, sorry, das ist lachhaft. Ich habe seid Jahren keinen Hundehalter mehr gesehen, der die Scheisse seiner Köter wegräumt, geschweige denn in Büschen rumkriecht. Aber in Mülheim ist ja bekanntlich jedes Vieh mehr wert als ein Kind und Jugendlicher!
17:42
Was sich in den Ruhrauen abspielt, ist ein Spiegelbild unserer immer mehr verkommenden Gesellschaft. Weiter so, Deutschland!
15:04
Der gesamte Bereich der Ruhr verkommt immer mehr zu einem vollkommen rechtsfreien Raum.
Der Ruhrstrand ist erneut vermüllt. Gestern Abend haben wieder die ersten Griller in der Nähe der Mendener Brücke gegrillt. Die Hinterlassenschaften kann man sich heute ansehen. Heute Mittag sind auch wieder die ersten Griller am Werk. natürlich mit mehreren Einmalgrills, die einfach auf die Wiese gestellt werden und man nach Gebrauch nicht mehr mitnehmen muss.
Weiterhin sehr beliebt ist es auch für einige Hundehalter, dass sie ihre Hunde auf brütende Vögel jagen und ihre Hunde nicht angeleint durch das Brutgebiet laufen lassen.
Am Eingang zu Ruhrstrand, direkt hinter dem Entenschnabel hat sich eine öffentliche Bedürfnisanstalt etabliert, wo die Feiernden des Ruhrstrands und einige Spaziergänger und Radfahrer regelmäßig in die Botanik Schei..en. Hier liegen Dutzende von Taschentüchern und Servietten herum und bei warmen Wetter riecht man diesen Bereich bereit von Weitem.
Ebenfalls als Toilette missbraucht wird die letzte Bank vor diesem Abzweig zum Ruhrstrand, wo die Lehne dieser Bank wohl auch gerne als Donnerbalken missbraucht wird.
Von den wild kampierenden Anglern, die ganze Uferreale von lästigem Bewuchs befreien um Platz für ihre umfangreiche Ausrüstung (Zelt, Stromaggregat, Grill, Fernseher) zu schaffen und die dort tagelang ununterbrochen kampieren und auch ihre gesamte Hinterlassenschaften in der Botanik und der Ruhr entsorgen, mal gar nicht zu reden.
Aber was will man anderes erwarten. Es kümmert sich doch niemand um diesen Bereich und man kann dort ungestraft daneben benehmen.
13:01
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00:49
Ach, das bisserl Müll. Die Spur der Verwüstung, die die DAX- Konzerne ziehen, ist viel schmutziger. Schreibt aber niemand gerne, der mit Nichtmeldungen eher verdient. Meine: Die Reklamepresse
21:20
Zweifellos sind die, die ihren Müll hinterlassen oder wild entsorgen einfach nur Schwe*ne, nichts anderes.
Wäre es nicht einfach möglich einen Container unter der Brücke zu plazieren? Ich wette eine Tonne Kappes, das würde helfen.
14:54
Es war doch im Sinne der Bürger das die WAZ darauf hingewiesen hat das von den schönen Fleckchen die unsere Stadt immer ausgezeichnet haben noch einige vorhanden sind.
Unsere Verwaltung und die Politik müssen gezwungen werden dies Potenzial zu erhalten und zu schützen.
Allerdings muss auf Grund der flächendeckenden Verschmutzung unserer Innenstadt und den Zubringerstraßen wie die Eppinghofer Straße befürchtet werden, dass diese Fleckchen uns nicht mehr lange erhalten bleiben.
14:40
Trotzalledem ist es lobenswert, dass auf die Beanstandungen der Bürger reagiert wurde!!!
Einige Mitbürger haben das Ordnungsamt angerufen, angemailt und es hat sich was getan..
zumindest am Wochenbeginn.
Warum nicht mal zur Abwechslung hier im Forum eine positive Anmerkung???
09:27
Das Ziel Gleichheit der Lebensverhältnisse ist doch bald erreicht. Warum sollte es am Ruhrstrand anders aussehen als sonst in Müll-heim?