Rosenmontag wird bei der Stadt Mülheim gearbeitet
13.02.2012 | 18:32 Uhr 2012-02-13T18:32:00+0100
Mülheim. Die Städte müssen sparen und gehen mittlerweile auch ans "Eingemachte": Bei der Stadt Mülheim soll Rosenmontag gearbeitet werden. Die Belegschaft ist darüber nicht begeistert, hat aber keine Handhabe. Droht der Stadt in Zukunft ein spaßfreier Karneval?
Jetzt ist aber wirklich Schluss mit lustig für die Beschäftigten der Stadtverwaltung: An Rosenmontag machen Einrichtungen der Stadt zwar ihre Pforten spätestens ab Mittag dicht. Dahinter muss aber weiter gearbeitet werden, so setzte es Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld in der neuen Dienstvereinbarung fest – um damit Kosten für die Ruhrstadt zu sparen.
Im vergangenen Jahr gab es deswegen noch einen Narrenaufstand bei den Untergebenen mit dem Erfolg, dass die Streichung um ein Jahr ausgesetzt wurde, obwohl sie eigentlich in der Haushaltskonsolidierung vom Rat der Stadt beschlossen war. In diesem Jahr aber müssen die Jecken Urlaub nehmen, wenn sie etwa zum Rosenmontagszug gehen oder einfach Karneval feiern wollen.
"Ein Zugeständnis des Arbeitgebers"
Lange Zeit war es ein geschriebenes Gesetz, dass die Stadtverwaltung an diesem Tag ab 12 Uhr frei bekam, um das Brauchtum zu pflegen. Die neuerliche Streichung des halben freien Tags aus der Dienstvereinbarung betrachtet der Personalrat der Stadt Dirk Neubner deshalb als einen „Angriff, der uns veranlasst hat, wieder über die aufgezwungenen Betriebsferien zwischen Weihnachten und Neujahr nachzudenken“.
Gebeugt haben sich die Untergebenen zwar dennoch: „Der halbe freie Tag war ein Zugeständnis des Arbeitgebers“, so Neubner, „rechtlich konnten wir die Änderung leider nicht verhindern“. Allerdings schloss man einen Handel, dass für jeden Zwangsurlaubstag am Jahresende eine Stunde gutgeschrieben wird – und die können die Jecken am Rosenmontag einlösen.
Der Rosenmontag im Ruhrgebiet
Die Ruhr ist eben nicht der frohsinnige Rhein: Der freie Jeckentag kostet eine Stadt Geld, doch nicht alle Nothaushaltskommunen werden deshalb gleich zu Spaßbremsen. In Duisburg denkt man nicht mal darüber nach, „der Rosenmontag ist ganz frei“, sagt ein Pressesprecher der Stadt. Man sieht sich als „rheinische Karnevalshochburg, daran wird nicht gerüttelt“.
Ähnlich haben in der Nachbarstadt Essen „weite Teile der Stadtverwaltung geschlossen“, sagt Pressesprecherin Nicole Mause. Dafür müssen die Essener Beschäftigten keinen Urlaub nehmen – so will es eine Vereinbarung, die in den 1970er Jahren zwischen Personalrat und Stadtdirektor geschlossen wurde – es fällt aber dafür ein Mitarbeiterausflug flach.
Im klammen Oberhausen gelten hingegen Mülheimer Verhältnisse: Viele Ämter schließen ab 12 Uhr, wer aber feiern will, nimmt frei.

14:07
Und hier habt zeitlebens auch 20 Prozent eures Urlaubes von eurem Chef vorgeschrieben bekommen? Die achso faulen Angestellten im öffentlichen Dienst müssen nämlich auch zw. den Tagen Urlaub nehmen, weil die Dienstherrin das so will! Nimmt man noch den Rosenmontag dazu, wo ja der Publikumsverkehr gecancelt ist, sprich, einige Ämter ebenfalls "Zwangsurlaub" nehmen müssen, dann sind das 5 Tage, die man nicht frei verfügbar nehmen kann. Da würden die Gewerkschaften um Einenkel und Co aber ordentlich Rabatz machen, im öffentlichen Dienst aber kein Problem, weil die Angestellten ja sowieso nur Gehalt für Nippes kriegen, ne?
Tja, da steht ihr aber noch gut da. So gut möchte ich es auch mal haben.
@Pase_Lacki: Inwiefern?
11:20
"Aber ihr lieben Klugdenker hier, was macht ihr denn so beruflich? Harzt IV-Empfänger? Oder von Beruf Meckerfutt?" Was spielt das für eine Rolle, ob die Blogger hier Hartz IV Empfänger, Obdachlose, Seniorenheimbewohner oder Generaldirektor sind? Als angeblicher "Mitarbeiter im öffentlichen Dienst" sollten Sie wissen, das jeder Mensch das Recht auf freie Meinungsäußerung hat. Ihre Denkens-weise lässt interessante Rückschlüsse auf ihr Demokratieverständnis zu, weil sie doch angeblich im öffentlichen Dienst arbeiten, meine ich...
@wohlzufrieden: Sie scheinen da wohl irgendetwas nicht oder missverstanden zu haben. Ich kann es nicht leiden, wenn laufend auf Leute im öffentlichen Dienst herumgehackt wird. Dort wird genauso viel gearbetiet wie in anderen Berufen. Schwarze Schafe gibt es ebenfalls überall. Meckern kann man immer leicht und seinen Frust an anderen ablassen. Der öffentliche Dienst hat sich dazu wohl schon immer geeignet.
Mir ist es egal was jemand beruflich oder nicht beruflich macht. Nur sollte man objektiv sein und nicht so tun, als würde man selbst schwer malochen und die bei der Stadt sitzen nur dumm herum.
Unterstellen Sie mir bitte nicht etwas, was nicht korrekt ist!
19:50
Wer will, der kann ja Urlaub nehmen! Datum ist schon lange bekannt, oder.
Muss (müsste) ich auch! So ist das, auch bei einer Stadtverwaltung.
@nureinemeinung | #5
Die Stadt spart Geld bzw. "schenkt" den Angestellten keinen Urlaub. 3000 Angestellte mal 4 Stunden mal xy €. So einfach ist das.
15:47
Alle, die hier meinen blöde Sprüche los lassen zu müssen, wissen nicht, dass die meisten Mitarbeiter mehr als ihre Arbeit machen. Wenn alles super läuft, redet kein Mensch darüber, aber wehe, es tauchen mal irgendwo Problemchen auf.
Es mag sein, dass es früher ein "lockerer" Job war, bei der Stadtverwaltung zu arbeiten. Doch mittlerweile hat sich so einiges verändert. Stellen werden ohne Ende eingespart und die übrigen Mitarbeiter müssen das ausgleichen. Die Arbeit ist an vielen Stellen nicht weniger, sondern weitaus mehr geworden.
Aber ihr lieben Klugdenker hier, was macht ihr denn so beruflich? Harzt IV-Empfänger? Oder von Beruf Meckerfutt?
P.S.: Bei der Stadt Oberhausen wird es nächstes Jahr eingeführt, dass gearbeitet werden muss. Und ich bin dafür, habe den Sinn sowieso nie verstanden. Andere Berufszweige müssen auch arbeiten gehen. Und ja, ich arbeite selbst im öffentlichen Dienst
15:15
Na das ist ja mal wieder ein gefundenes Fressen für alle Verwaltungshasser, die sich jetzt hier austoben können. @ schweinchen schlau scheint ja auch relativ viel Zeit zu haben.
Aber eine andere Frage sei auch mal erlaubt - Was spart die Stadt denn nun effektiv ein, wenn die Mitarbeiter arbeiten gehen. Der Mitarbeiter kostet nicht mehr und auch nicht weniger. Es wird lediglich buchungstechnisch gespart, aber tatsächlich kostet es vielleicht sogar mehr, denn die Mitarbeiter nutzen nun Strom und Heizung.
Kann Ihnen in allen Punkten nur recht geben. Vielleicht noch ein Gedanke: ein bisschen Spaß muss sein.... Also warum nicht auch für die Stadtverwaltung.
14:24
@ wohlzufrieden
...obwohl, die machen doch schon den Rest des Jahres nichts (falsch).
12:38
Die sollten besser feiern, der wer nicht macht, macht auch nichts falsch...
08:10
Unglaublich, dass die Stadtverwaltung jetzt so fleißig geworden.
Dabei weiss doch jeder in der Stadt, dass die echten "Hardcore-Karnevalisten" in der Verwaltung spätestens ab Weiberfastnacht 11.11 Uhr einen Krankenschein haben und erst nach dem Fischessen am Aschermittwoch genesen sind ;-)
05:31
Allein die Ankündigung, dass bei der Stadt überhaupt gearbeitet wird....
Hellblau!