Rhythmische Schläge auf den Pezziball

Trommeln auf der grünen Wiese: Die erste Übungseinheit von „Drums Alive“ war gefragt.
Trommeln auf der grünen Wiese: Die erste Übungseinheit von „Drums Alive“ war gefragt.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Bei „Drums Alive“ werden Gymnastikbälle zu Trommeln. Testen kann man dies in Mülheim unter freiem Himmel.

Mülheim.. Die Reihe „Sport im Park“, wortwörtlich zwischen Gänseblümchen oder wenigstens unter freiem Himmel, macht viele Menschen in der Stadt seit Mitte Juni wieder mobil. Im Vorjahr legten Mülheimer Sportbund (MSB) und Sportservice (MSS) das gemeinsame Projekt erstmals auf. Mit Erfolg. Und auch die zweite Runde mit kostenlosen Übungseinheiten für jede Generation läuft vielversprechend an.

Dienstags steht „Drums Alive“ auf dem Programm, Treffpunkt ist die Wiese vor dem Haus des Sports. Und diese Woche, bei der ersten Stunde, war es voll: Nur die ersten 18 Teilnehmer bekamen handelsübliche Schlagzeug-Sticks, so lange der Vorrat reichte, die anderen schnappten sich naturgewachsene Stöckchen, mit Rinde, oder warteten eine Weile. Aufgrund des Andrangs wurde der Kurs geteilt.

Anfänger, leicht zu erkennen, waren in der Mehrheit. „Drums Alive“ ist ja kein Massensport, sondern eine von zahllosen Erfindungen der Fitnessbranche, samt Markenschutz, Zubehör – und Philosophie. In diesem Fall wird die heilsame Kraft des Rhythmus’ beschworen und die Geschichte einer gehandicapten Sportlerin verkauft, die sich nach einer Hüft-OP ins Training zurück kämpft.

Programm findet auch bei Hitze statt

Nicht alle der rund 30 Teilnehmer, die in Sportzeug oder Freizeitkleidung auf der Wiese standen, dürften den Überbau kennen. Viele kamen einfach gucken. Wer allerdings Trommeln im eigentlichen Sinne erwartet hatte, irgendein cooles Zeugs, musste sich erst einmal mit der Idee anfreunden, einen unschuldigen Pezziball zu verhauen, der nicht wegrollen kann, weil er in einem Korb oder auf einem Bauschutteimer klemmt.

Kursleiterin Nicole Nussbicker stellt die Musik an, die lauter sein könnte, aber nicht laut sein darf, weil ringsherum Leute wohnen. Unter ihrem Kommando werden mehr oder weniger kraftvolle Schläge auf die Gummikugeln mit Grundschritten aus dem Aerobic kombiniert. Nicht allzu anstrengend. Niederschwellig. Nur zwei junge Männer trommeln mit, Christoph Dziersan (32) folgte seiner Freundin, sonst wäre er nicht hier. „Zum Ausprobieren ganz witzig“, befand er am Ende, „aber da ich Koordinationsprobleme habe, für mich nicht das Richtige.“ Normalerweise spielt der Mann Inline-Hockey, ist also fachfremd unterwegs, aber genau dafür wurde „Sport im Park“ auch geschaffen.

Egal übrigens, wie heiß es in den nächsten Tagen wird, das geplante Programm findet statt. So hieß es am Donnerstag auf Anfrage beim MSB, mit Verweis auf die vielen schattenspendenden Bäume.

Regelmäßiger Kurs startet nach den Sommerferien

Die nächste Gelegenheit, um „Drums Alive“ auszuprobieren, ist am 7. Juli, 18.30 bis 19.30 Uhr. Getrommelt wird auf der Wiese vor dem Haus des Sports, Südstraße 25. Das kostenlose Angebot findet bis zum 4. August immer dienstags um diese Zeit statt.

Ein Indoor-Kurs „Drums Alive“ startet nach den Sommerferien am 18. August und läuft ebenfalls dienstags bis zum 8. Dezember im Haus des Sports. Trainiert wird jeweils von 18.45 bis 19.45 Uhr. Insgesamt 15 Einheiten kosten 60 Euro. Weitere Infos und Buchung unter www.sportangebote-muelheim.de.

Morgen (Freitag) bei „Sport im Park“: Boule/Pétanque für Anfänger und Fortgeschrittene jeden Alters, 16 bis 18 Uhr auf der Boule-Bahn im Witthausbusch.