Revolutionäre Planarbeit
10.12.2008 | 09:58 Uhr 2008-12-10T09:58:00+0100An der Willy-Brandt-Schule arbeiten Schüler immer öfter eigenverantwortlich und lernen zu lernen. Das Konzept wurde gemeinsam mit der Uni Dortmund entwickelt und erklärt Theorie über alltägliche Beispiele.
Die Fünfer kriegen's spielend hin, die Elfer tun sich schwerer. Denn die Kleinen kennen freies Arbeiten oft aus der Grundschule, die Großen sind es nicht mehr gewohnt. Bis in die elfte Klasse Ruhe eingekehrt, die Pläne ausgepackt und eine Aufgabe ausgewählt ist, dauert es. Doch dann setzen sich die Jugendlichen nach und nach in Bewegung, holen Mikroskope, klatschen Styropor-Teile in Zellmembran-Form an die nasse Tafel oder schlagen ihr Buch auf. Klingt nach Durcheinander, ist aber durchdacht. An der Willy-Brandt-Schule steht immer häufiger „verifizierende Planarbeit" auf dem Stundenplan.
Und die, findet Biologie-Lehrer Mathias Kocks, „ist für die Sekundarstufe revolutionär". Erdacht wurde die Revolution unter Styrumer Mithilfe. Gemeinsam mit dem Dortmunder Uni-Professor Prof. Dr. Reinhard Demuth entwickelte Thomas Bremkes, der Chemielehrer an der Willy-Brandt-Schule ist, das Konzept für den Chemie-Unterricht. Das wurde inzwischen auf andere (nicht nur naturwissenschaftliche) Fächer übertragen und setzt vor allem auf eigenverantwortliches Lernen. Die Schüler bekommen eine Liste mit Aufgaben, die sie bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bearbeitet haben müssen. Praxis und Theorie werden dabei kombiniert, Computerrecherche mit Teamarbeit und trockene Unterrichtsinhalte mit alltagsnahen Beispielen unterfüttert. Was sie wann, wie machen, bleibt den Schülern selbst überlassen. „Man delegiert die Verantwortung für den Lernprozess an die Schüler", so Lehrer Christian Strücken.
In der Praxis heißt das, dass Fabian und Alexander gerade mit einer roten Zwiebel kämpfen, ein hauchdünnes Stückchen mit Salzwasser beträufeln und alles unter ein Mikroskop legen. Eine sich zusammenziehende Zelle, weil ihr das Wasser entzogen wird, gibt es da zu beobachten: „Plasmolyse" im Anschauungsunterricht. „Deshalb fällt Salat auch in sich zusammen, wenn er eine Zeit mit Soße vermengt ist und die Salatsoße wird mit der Zeit wässrig", erklärt Mathias Kocks und hat damit sein praktisches Beispiel. Denn statt an der Tafel zu stehen und zu erklären, geht der Lehrer nun erklärend von Tisch zu Tisch, hilft aus, wenn gar nichts klar werden will. „Individuelle Förderung" sei das, betonen die Lehrer, räumen aber auch ein: „Nicht bei allen Schülern kommt das gut an." Es ist eben einfacher, Dinge einfach von der Tafel abzuschreiben. Das muss auch Vanessa zugeben. „Aber so muss man sich damit beschäftigen." Finden auch Alexander, Marvin und Robin: „Später im Arbeitsleben muss man auch alles alleine machen." Dennoch sei die Planarbeit eine „Umstellung" – besonders wenn „einige lesen und andere reden". Dann fällt die Konzentration schon mal schwer. Aber das hänge von den Schülern ab, sagt Mathias Kocks. Auch das ist Eigenverantwortung.

14:50
Liebe Spionin,
Sie haben das schon richtig erkannt, auch ohne näheren Einblick zu haben. Ich habe diesen Einblick , kenne Herrn Kocks und schätze die Zusammenarbeit mit ihm sehr! Faule Eier gibt es leider überall. Ich hoffe nur inständig, dass derjenige mit dem Pseudonym Hugo Palm (den gab´s mal im vorletzten Jahrhundert in Österreich) nicht zu meinem Kollegium gehört!
Liebe Grüße
M.Dickhoff WBS
17:21
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17:57
@2
sollten solche streitigkeiten nicht innerhalb des kollegiums ausgetragen werden?
es ist bald anmeldezeit für die neuen 5.klässler...wollen sie neue eltern verwirren oder sich einfach nur interessant machen mit spekulativen behauptungen?
ich kenne herrn kocks nicht, aber offensichtlich macht er sich gedanken darüber, lerninhalte lebhaft zu vermitteln, darauf kommt es eltern und schülern im übrigen an und nicht auf private überempfindlichkeiten!
11:41
Herr Kocks will wohl hoch hinaus. Eines Tages wird er den Posten seiner Schwiegermutter erben...
Alles was er an der WBS leistet, ist Kollegen aus dem Weg räumen und sich selbst zu profilieren!
Das Konzept ist auch nicht neu, das kannten schon Pestalozzi und Montressori...
10:49
Gemeinsam mit dem Dortmunder Uni-Professor Prof. Dr. Reinhard Demuth entwickelte Thomas Bremkes, der Chemielehrer an der Willy-Brandt-Schule ist, das Konzept für den Chemie-Unterricht.
Prof. Dr. Bernd Ralle leitet zusammen mit mir die Begleitforschung. Herr Demuth ist am IPN in Kiel.