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Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos

24.04.2013 | 13:07 Uhr
Rocker aus dem Umfeld der Hells Angels sorgen für Unruhe an der Eppinghofer Straße in Mülheim. Bislang waren die Bandidos der einzige Motorradclub in der Stadt.Foto: ddp

Mülheim.  Die Polizei hat ein Café an der Eppinghofer Straße durchsucht, das als Treffpunkt der Hells Angels gilt. Rocker aus deren Dunstkreis lassen sich seit März vermehrt in Mülheim blicken. Dort waren die verfeindeten Bandidos bislang konkurrenzlos.

In der Auseinandersetzung rivalisierender Rockerbanden an Rhein und Ruhr zeichnet sich ein neuer Streitpunkt ab: "Seit Anfang März versuchen Rocker aus dem Umfeld der Hells Angels anscheinend, in Mülheim Fuß zu fassen", bestätigt Ulrich Faßbender von der Polizei Essen/Mülheim.

Auch deshalb durchsuchten seine Kollegen am Dienstagabend Lokale an der Eppinghofer Straße: Das Star-Café dort gilt als Treffpunkt der Höllenengel – mitten im "Revier" der Bandidos. Der mit den rot-weißen Angels verfeindete Motorradclub hat ein Chapter und zwei Unterstützerclubs in der Stadt.

Grund zu erhöhter Wachsamkeit sind die befürchteten Expansionsbemühungen allemal: Denn nach den alten Abmachungen der Szene betrachtet der Bandidos MC Germany Mülheim wie das gesamte Ruhrgebiet als sein Revier. Um alte Kompromisse und traditionsreiche Rockerregeln allerdings scheren sich viele Nachwuchsrocker mit Migrationshintergrund nicht. Sie wechseln, wie Ende 2012 in Oberhausen, mittlerweile sogar in Mannschaftsstärke die Seiten: von den Bandidos zu den Hells Angels – vor Jahren noch ein Tabubruch.

Nicht der erste Konflikt in Mülheim

Solche "Verräter" bringen zusätzlich Unruhe in die durch Razzien, Festnahmen und neue konkurrierende Banden verunsicherte Szene der Outlaw Motorcycle Gangs (OMCG). Zur Erinnerung: Nach den Schüssen auf einen 23-Jährigen aus dem Duisburger Hells-Angels-Unterstützerclub "81er" am 24. Februar in Oberhausen wurde ein Führungsmitglied (25) des Bandido-Chapters Köln festgenommen.

Rocker
Erneut Durchsuchungen in Satudarah-Milieu in Duisburg

In den Ermittlungen gegen führende Köpfe des Rocker-Clubs Satudarah ist die Polizei in Duisburg am Mittwochmorgen erneut auf Beweis-Jagd gegangen. Es wurden zwei Wohnungen und eine Gaststätte im Stadtteil Rheinhausen untersucht. Um Festnahmen sei es dabei nicht gegangen.

Auf der Eppinghofer Straße, wo seit Wochen vermehrt Männer in Hells-Angels-Shirts – jedoch ohne ihre Kutten – unterwegs sind, kam es erst am Abend des vorigen Freitag zu einer Schlägerei mit mindestens einem Verletzten. Es war nicht der erste Konflikt in Mülheim in jüngster Zeit, der im Zusammenhang mit Rocker-Revierstreitigkeiten stehen könnte. Polizeisprecher Faßbender verweist jedoch auf die laufenden Ermittlungen, auch im Falle der Schlägerei. Und ergänzt: "Wir werden nicht dulden, dass diese Clubs in Mülheim Besitzansprüche geltend machen und hier Territorialkämpfe austragen." Er kündigt weitere Schwerpunktaktionen an – auch am heutigen Mittwoch, auch auf der Eppinghofer Straße. "Dabei haben wir auf jeden Fall auch die Rockerszene im Visier. Festnahmen gab es bei der Durchsuchung am Dienstagabend nicht, zu Details hält sich die Polizei Essen/Mülheim bedeckt.

Mülheimer Bandidos-Clubs laut Polizei bislang unauffällig

Die Straße am Hauptbahnhof haben die Behörden als Hort der Kriminalität ohnehin im Blick: Waffen, Drogen, illegaler Aufenthalt, Verstöße gegen Meldeauflagen, Leistungsmissbrauch – die Liste der Vergehen und Hinweise auf kriminelle Energien ist lang. Erst Mitte März sperrten Polizei und Ordnungsamt die sündige Meile stundenlang für Razzien und Personenkontrollen.

Rockerkrieg in NRW – Chronik der Gewalt

Damals registrierten die Ermittler besorgt, dass zu den 100 Kontrollierten auch Rocker der ebenfalls verfeindeten Motorradclubs Hells Angels und Satudarah zählten. Sie waren in am Niederrhein gemeldeten Autos unterwegs gewesen.

Die Holland-Rocker zumindest ließen sich zuletzt anscheinend nicht mehr in Mülheim blicken: Gegen viele Mitglieder und Unterstützer des Duisburger Chapters "Clown-Town" läuft ein größeres Ermittlungsverfahren wegen Drogen- und Waffenhandels , Präsident "Ali Osman" sitzt wie drei seiner Brüder in Untersuchungshaft .

Das Mülheimer Bandidos-Chapter sowie die Supporter-Clubs "Blood Brother MH Ruhrcity" und "Escuderos MC Mülheim" seien bislang unauffällig gewesen, sagte ein Polizeisprecher Mitte März. Ihre Treffpunkte, etwa an der Sandstraße, wird die Polizei nun dennoch besonders im Blick haben.

Schüsse in Oberhausen

Philipp Wahl



Kommentare
26.04.2013
09:27
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von angro | #8

Die Bild-Zeitung berichtet über die Rocker in Mülheim. In diesem Artikel stand folgender Satz: Die Bodyguards von Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fragten bei der Polizei an, ob sie die Eppinghoferstr. meiden sollen. Dazu meine Frage: Liebe Frau Kraft, was sollen denn die Menschen tun, die dort wohnen??? Als Politikerin und Mülheimerin sollten Sie Präsenz zeigen und noch härter durchtgreifen. Jahrelang haben Anwohner auf diese Zustände hingewiesen. Sowohl Ordnungsamt und Polizei haben immer wieder erklärt, auf der Eppinghofer gibt es keine Kriminalität. Es gibt Mittel und Wege Gaststätten und Geschäfte ebenfalls Wettbüros zu schließen.

25.04.2013
08:34
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Name von Moderation entfernt | #7

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25.04.2013
02:06
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von harleydriver | #6

auszug : Die Straße am Hauptbahnhof haben die Behörden als Hort der Kriminalität ohnehin im Blick: Waffen, Drogen, illegaler Aufenthalt, Verstöße gegen Meldeauflagen, Leistungsmissbrauch.
also liebe polizei, macht den angels platz, die sorgen für ordnung. siehe hannover.
die kriegen das auf die reihe. ihr dürft dann weiter fussballfans von unserer kohle begleiten.

24.04.2013
20:52
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von Bodesein | #5

Sind wir hier im wilden Westen ? Gehort irgendwas den X-Brothers oder denY.Brothers, oder leben wir in einem freihen, demokratischen Land ? Es wäre schön, wenn unsrere dem Grundgesetz verpflichtete Staatsmacht zeigen würde, wo es lang gaeht !

24.04.2013
20:15
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von bildungsbuerger | #4

Stand heute nicht irgendwie sinngemäß in der Zeitung: Eppinghofen ist kein Ghetto? Ja sicher! Komisch, dass die Mülheimer das schon länger wissen.

24.04.2013
15:55
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von michalek | #3

Bisher war für die Bürger nur das undisziplinierte Parken seit Jahren ein großes Problem. Es werden grundsätzlich notwendige Stau Zonen vor dem Kreisverkehr als Privatparkplätze, Fahrradwege zugeparkt. Immer wieder wird quer zur Straße der halbe Gehweg zugeparkt. Die Kriminalität, Verschmutzung durch Müll, Zigarettenkippen, Unkraut und Kaugummi auf dieser Straße ist kaum noch zu ertragen. Wenn allerdings die meisten betroffenen Geschäftsleute, die Anwohner,die Politik und der Ausländerbeirat der Meinung sind die vorhandene Sauberkeit reicht aus und es gäbe keine Kriminalität, darf man sich nicht wundern das keine Verbesserungen erzielt werden.Das die Rockerbanden sich jetzt hier breit machen ist auch auf diese Einstellung zurück zuführen.

24.04.2013
14:32
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von schweinchen_schlau | #2

Da könnte sich doch auch mal Alexandra Grüter, die seit Oktober neue Stadtteilmanagerin für den Stadtteil Eppinghofen ist drum kümmern, oder?

1 Antwort
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von Bachstelze1967 | #2-1

Die kümmert sich genauso wenig um alles wie ihr Vorgänger.
Was sich vor ihrer Haustüre abspielt, bekommt die doch gar nicht mit.

24.04.2013
13:52
Revierstreit um Mülheim zwischen Hells Angels und Bandidos
von losl | #1

Die sind wichtig, die Kasperpuppen

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