Respekt verdient

Kita-Streik. Als betroffene berufstätige Mutter von Zwillingen möchte ich allen Erzieherinnen danken, die es selbst unter „Notgruppen-Bedingungen“ schaffen, dass sich Kinder in völlig fremden Einrichtungen mit ebenfalls unbekannten Kindern und Erzieherinnen wohl fühlen. Die trotz dieser Rahmenbindungen ihrem pädagogischen Auftrag nachkommen und Bildungsangebote machen und nicht nur „verwahren“. Sie haben all meinen Respekt und meine Anerkennung für diese Leistung. Vielen, vielen Dank!

Unendlich wütend macht mich, dass diejenigen, die diesen Kraftakt beenden könnten, sich nicht rühren bzw. mit dem Totschlag-Argument die Grundlage für konstruktive Verhandlungen abbügeln! Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wieso nach fast zwei Wochen „Ausstand“ noch kein Angebot der Arbeitgeberseite vorliegt! Ist das Wohl und die Bildung unserer Kinder so egal?

In der Bildungsvereinbarung NRW wird qualifiziertes Fachpersonal gefordert, welches immer komplexeren Anforderungen gerecht werden soll mit immer knapper bemessenen Personalschlüsseln und angesichts leerer „Stadtkassen“. Sie fordern Umsetzung von Konzepten (in Mülheim EEC), Inklusion, Integration und Förderung von benachteiligten Kindern, Elternarbeit, Vernetzung im Stadtteil und mit anderen Einrichtungen, gelungenen Übergang in die Grundschulen, Verkehrserziehung, Gesundheitserziehung, Sprachförderung und vieles, vieles mehr.

Dies alles wird geleistet z.T. unter schwierigen Bedingungen, denn selten ist der Lärmpegel in einer Kita niedriger als bei einem startenden A 380, häufig fehlt es an Material und auch Personal. Und dennoch wird mit einer schier unerschöpflichen Kraft versucht, allen Anforderungen gerecht zu werden, mit einem offenen Ohr für kleine und große Elternsorgen, mit Kreativität, Freude an der Arbeit, immer mit einem wertschätzenden, liebevollen Umgang mit den Kindern und einem Blick für die Kleinigkeiten im Leben.