Reiter klagen über Hundeattacken
18.12.2008 | 16:05 Uhr 2008-12-18T16:05:00+0100Mülheim. Der Auberg in Mülheim ist eigentlich ein Idyll. Doch immer wieder rasseln Hunde mit Pferden zusammen. Reiter wurden verletzt. Anwohner berichten von gejagten Rehen. Der RVR will jetzt die Leinenpflicht ausweiten.
Der Auberg, ein Paradies für Hunde. Sagen Hundefreunde. Ein Paradies für Pferde. Sagen Reiter. Ein Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt. Sagen die Eigentümer. Das Areal ist beliebt, sehr sogar. Und so nutzen das 120 Hektar große Gebiet in Selbeck längst nicht nur Mülheimer. Hunderte von Tierfreunden und Erholungssuchenden halten sich an manchen Tagen dort auf. Doch Frieden herrscht im Paradies leider nicht.
Handlungsbedarf
„Es besteht aus unserer Sicht weiterhin dringender Handlungsbedarf”, sagt Gerhard Klesen, stellvertretender Betriebsleiter des RVR, dem Eigentümer des Gebietes. Aktuell lägen ihm Briefe mit Klagen von Reitern vor, die davon berichten, dass sie von frei laufenden Hunden attackiert worden seien. Es soll zu Stürzen und Verletzungen von Reitern gekommen sein. Kein Einzelfall, sagt Klesen. Anwohner haben sich an den RVR gewandt und geschildert, dass freilaufende Hunde Rehe gehetzt und gerissen hätten.
Die Hundefreunde sahen den Streit, den es im Sommer um den Leinenzwang auf Teilen des Aubergs gab, inzwischen ausgeräumt. Von damaligen Missverständnissen, spricht Werner Lümkemann, Hundehalter, und attestiert den weitaus meisten Hundebesitzern einen verantwortungsvollen Umgang.
Leinenzwang
Die meisten sind nicht alle, deshalb will der RVR bei der Fortschreibung des Landschaftsplanes den Leinenzwang ausweiten. Bisher besteht er nur begrenzt. Der Umweltausschuss der Stadt hatte erst kürzlich mit Mehrheit gefordert, dass die Hunde zumindest auf den 40 Hektar Naturschutzgebiet angeleint werden müssen. Das, so Umweltamtsleiter Jürgen Zentgraf, sei bisher nicht eindeutig geregelt. Leinenpflicht gilt zudem auf den Landschaftsschutzflächen während der Brutzeit zwischen März und Juli. Der RVR will mehr: Es soll demnächst auch Leinenzwang auf allen Wegen geben, wo Hund und Pferd nebeneinander laufen. Das ist in weiten Teilen des Areals der Fall. Dies, so Klesen, „geschieht zur Sicherheit der Reiter, der Pferde, aber auch der Hunde.”
Im Januar soll das neue Nutzungskonzept vorgelegt werden, der Umweltausschuss will sich damit Ende Januar befassen. „Das Konzept sieht aber auch eine größere Auslaufwiese für Hunde vor, die direkt vom Parkplatz zu erreichen sein wird.” Gezielte Informationen für die Nutzer wird es geben. „Wir müssen”, sagt Klesen, „alle Interessensgruppen unter einen Hut bekommen.” Das gelte auch, so Zentgraf, für die dort lebende Tierwelt.
Auf Einsicht setzen
Der RVR ist entschlossen, die Einhaltung der Regeln künftig konsequent zu überwachen. Man setzt auf Einsicht, baut auf Appelle. „Wir werden aber auch”, so Klesen, „bei Uneinsichtigkeit Bußgelder verhängen.” Und wessen Hund Rehe jagt, der muss mit einer Anzeige rechnen.
Den Hundehaltern schmeckt das alles nicht. Wie so oft müssen viele für einige Uneinsichtige die Konsequenzen tragen. Der Auberg ist für sie die letzte freie Fläche, wo sich Hunde noch ungestört austoben können. Ansonsten, so Lümkemann, sei die Stadt eher hundeunfreundlich.

12:42
Die Pferdekacke ist nicht schlimm, kratzt der Papi gern von den Schuhen seiner Kinder!
Weil sein Prinzesschen die Pferdchen doch sooo süß findet und auch noch ein Barbie-Pferd daheim hat.
13:50
@Eagle2
Mir scheint,Du hast mächtig einen an der Murmel.Anders kann ich Dein 5% Problem nicht deuten.
19:27
Hallo allerseits,
22 Kommentare bisher sind doch schon sehr interessant.
Inwischen hat Herr Klesen vom RVR, dem Eigentümer der Aubergwiesen, ein weiteres Gespräch angeboten. Argumente die das Zusammenleben in der Natur verständlicher machen, sind dabei sehr willkommen.
Leider verstecken sich die meisten Leute hinter Fantasiebezeichnungen. Wer möchte kann mir seine eMail Adresse schicken, z.B. der
Hundehalter und Pferdebesitzer # 16.
Ich würde mich freuen.
werner.luemkemann@t-online.de
15:29
Das, was die Kommentare hier zu Tage bringen, ist die traurige Erkenntnis, dass Deutschland voll von oberlehrerhaften Besserwissern mit ausgeprägten Egoismus ist. Kauft Euch doch alle euren eigenen Staat, dann könnt ihr alle machen, was ihr wollt. Ekelhaft!
14:47
@#20 von guentermh
Und selbst wenn sie es tun, ist das für mich in Ordnung. Öffentlich heißt, dass alle und nicht nur Gruppen mit einer hohen politischen Durchschlagskraft (z.B. Reiter) Rechte haben!
14:07
Kleine Kinder die auf öffentliche Grünflächen sch**** sind aber wohl doch eher selten, oder ? ;-))
13:54
Ist sehr interessant, wie viele Besitzansprüche auf öffentliches Gelände so aufkommen.
Sobald es etwas zu verteilen gibt, läuft diesem und jenem gleich das Wasser im Mund zusammen ... und manchen auch gleich hier als Beitrag wieder raus.
Jeder (Reiter, Hundebesitzer, Eltern etc. etc.) hat natürlich ein Exklusivrecht darauf und fordert natürlich ultimativ die Administration aus, dies auch unbedingt rechtlich zu verankern, umzusetzen, zu kontrollieren und Vergehen zu sanktionieren.
Eins vergessen die Herrschaften hierbei:
Die Flachpfeifen, die sich oft danebenbenehmen, werden davon wenig beeindruckt sein und auch schlecht zur Verantwortung zu ziehen sein. Denen kommt man mit Verboten etc. nicht bei. Statt dessen erzeugt man Kosten, für die natürlich alle aufkommen müssen.
13:03
Beim Kommentar von #6 bekomme ich einen dicken Hals.
Ist doch nicht so schlimm mal in einen Haufen Hundesch**** zu treten, was ist man/frau auch so blöd und sieht das nicht !?
Erst kürzlich hatte ich das Vergnügen in selbigen reinzutreten. Leider war es schon dunkel draussen....warum bin ich auch so blöd und nehme mein Grubenlicht nicht mit.
Natürlich gibt es sicher schlimmeres - beim nächsten Mal bringe ich Dir dann meine Schuhe vorbei - dann kannste den Mist mal aus den Rillen popeln....wünsche schon mal viel Spaß dabei !
Ernst nehmen das die Hundebesitzer komischerweise erst , wenn mal vor der eigenen Türe gesch***** wird !
12:39
#5 vatta:
Wie Hundehalter auf Sie und Ihre Kinder Rücksicht nehmen wollen haben Sie ja im Kommentar von #6 gleich lesen können.
Wenn Hunde Pferde jagen und Reiter zu Sturz bringen kann man ja schließlich ein wenig Verständnis für die Hunde erwarten, die wollen doch nur spielen.
Und dass Hunde flächendeckend ganz Deutschland zuscheißen dürfen ist doch wohl auch selbstverständlich - schließlich bezahlt man doch Hundesteuer.
Hinweisschilder, die auf Leinenzwang für Hunde hinweisen sind schließlich genau dafür aufgestellt, dass man etwas zum ignorieren hat. Schließlich haben Hunde doch ein Recht darauf, frei herumzulaufen.
95% der Hundehalter erlebe ich als vernünftig. Für die anderen 5% habe ich immer ein scharfes Klappmesser dabei.
11:54
Ich bin HUNDEHALTER und PFERDEBESITZER und finde esz.T. ziemlich beschränkt, was die hier aufgeführten Gründe und Argumente betrifft. Wer sich mit Pferden im Auberg aufhält weiß, dass die dafür vorgesehenen Wege zum Teil mit Ästen zugewachsen sind und der Boden so rutschig ist (wetterbedingt), dass man für kurze Stücke die Wege verlassen muss. Ich finde Leinenzwang nicht nötig, solange die Hunde erzogen sind und die Herrchen und Frauchen ein Auge auf ihre Tierchen haben. Wir sollten mehr Verständnis für einander haben. Nicht jedes Pferd, dass quer durch den Auberg läuft, macht das aus reinem Vergnügen, da es auch durchgegangen sein kann. Auch ein guterzogener Hund benimmt sich mal daneben und rennt einem Hasen hinterher. Wir haben immer noch Tiere mit eigenem Charakter und keine Maschinen, die man programmieren kann.
Wenn Taten zu Ärgernissen führen, dann erkundigt euch doch erstmal, warum es zu dieser Situation gekommen ist.
Ich möchte noch einmal betonen, dass die Gefahrenbegrenzungen hier im Vordergrund stehen sollte und nicht die eigenen Befindlichkeiten.
Ich gehöre auch zu den Opfern, die dank eines unerzogenen Hundes, der mein Pferd angegriffen hat, einen schweren Sturz erlebte.