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Reitanlage am Uhlenhorst vor der Rettung

05.01.2014 | 19:57 Uhr
Reitanlage am Uhlenhorst vor der Rettung
Vor zwei Jahren meldete der vom Brandschaden an der Reithalle gebeutelte Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst Insolvenz an, nun zeichnet sich nach gescheitertem Verkaufsverfahren doch eine Lösung ab.Foto: Stephan Glagla

Mülheim.   Vor zwei Jahren meldete der vom Brandschaden an der Reithalle gebeutelte Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst Insolvenz an, nun zeichnet sich nach gescheitertem Verkaufsverfahren doch eine Lösung ab.Die Stadt hat mit einem Privatmann einen Erbpachtvertrag samt Sanierung ausgehandelt.

Was wird eigentlich aus dem Gelände des ehemaligen Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst? Diese Frage stellte sich WAZ-Leser Ulrich Krautkrämer dieser Tage, nachdem wir über zehn Baustellen berichtet hatten, die die Stadt mit ins Jahr 2014 genommen hat. Vor nun schon zwei Jahren meldete der vom Brandschaden an der Reithalle gebeutelte Verein Insolvenz an. Nun zeichnet sich nach gescheitertem Verkaufsverfahren doch eine Lösung für die in Teilen unter Denkmalschutz stehende Anlage am Broicher Waldweg ab.

„Gebäude verfallen zusehends“

Nach der Insolvenz des Reit- und Fahrvereins hatte der städtische Immobilienservice versucht, das Gelände samt schützenswerter Reitanlage per Bieterverfahren (gegen Höchstgebot) zu veräußern. Doch es fand sich kein Investor, der den Denkmalschutzansprüchen gerecht werden wollte. Forderten einige Bieter die Genehmigung für wesentliche Um- und Anbauten, so schwebte anderen gar vor, exklusiven Wohnraum zu schaffen.

„Seit dem Brand am Rosenmontag 2011 sind nun fast drei Jahre vergangen. Durch die Nichtnutzung der Gebäude verfallen diese zusehends und werden in ihrem Wert stark gemindert“, äußerte Krautkrämer nun seine Sorge. Er befürchte, dass mit fortschreitender Zeit eine Umwidmung des Geländes für Wohnzwecke doch noch Thema werden und die Abrissbirne über dem historisch bedeutsamen Gebäudeensemble kreisen könnte.

Stadtsprecher Volker Wiebels kann beruhigen. Auf WAZ-Nachfrage sagte er am Freitag, dass die Stadt mit einem Privatmann einen Erbpachtvertrag ausgehandelt hat, der den Fortbestand der Anlage ohne Um-, An- und Neubauten sicherstelle. Am 20. Februar habe die Politik im Stadtrat zu entscheiden, ob der Vertrag mit dem Pächter, der „in der Reitszene nicht unbekannt“ ist, abgeschlossen werden kann. 99 Jahre soll die Erbpacht laufen. Der Pächter will sich per Erbpachtvertrag verpflichten, die alte, historisch bedeutsame Militärreitsportanlage zu erhalten und zu sanieren.

Dabei ist unklar, wie hoch der Sanierungsaufwand sein wird. Der Brandschaden von Rosenmontag 2011 ist nur notdürftig behoben worden. Überhaupt steht wohl eine grundlegende Begutachtung an, was die innere und äußere Bausubstanz der Gebäude anbelangt.

Laut Wiebels plant der Pachtinteressent die Eröffnung eines Ausbildungsbetriebes für Pferde und Reiter. Darüber hinaus wolle er auch Reitturniere für die Öffentlichkeit ausrichten. „Die Stadt ist sehr zufrieden mit dem Erbpachtvertrag“, drückte Wiebels seine Hoffnung aus, dass das erzielte Verhandlungsergebnis mit dem Privatinvestor bei der Politik auf Gegenliebe stößt.

Die großzügige Anlage ist bei der Stadt als erhaltenswert eingestuft. Die strenge Architektur rund um einen rechteckigen Platz zeigt den ursprünglichen Zweck der ehemaligen militärischen Reitanlage.

Ein früherer Erwerbsinteressent hatte ein Investitionserfordernis von gut 1,5 Mio. Euro kalkuliert, um die Anlage auf modernen Stand zu bringen.


Mirco Stodollick



Kommentare
30.03.2014
18:13
Reitanlage am Uhlenhorst vor der Rettung
von Atreju | #2

Hierzu mal ein paar Anmerkungen eines KAUFINTERESSENTEN, welcher seit nunmehr einem halben Jahrzehnt versucht diese Anlage zu erwerben und zu "retten", jedoch immer wieder von der Stadt MH vertröstet wurde!!!
Lange BEVOR diese Anlage via Gebotsverfahren auf den öffentlichen Markt geworfen wurde, standen wir bereits bei der zuständigen Behörde (damals der MHer Sportbund) mit einem Kaufangebot vor der Tür! Schon damals war diese Anlage in einem desolaten Zustand, jedoch ohne die Zustimmung des ansässigen Vereines, den wir liebend gerne mit übernommen hätten, war kein Kauf möglich. Dann kam der Brand. Ein knappes Jahr danach standen wir erneut (diesmal beim Technischen Rathaus der Stadt MH) mit unserem Konzept zur Rettung, Erhaltung + Modernisierun vor der Tür. Diesmal wurden wir mit Freuden empfangen und man schenkte uns und unserer Idee Gehör und wir hatten die Hoffnung nun endlich unseren Traum näher zu kommen. Zitat der Verhandlungspartner: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

2 Antworten
Reitanlage am Uhlenhorst vor der Rettung
von Atreju | #2-1

...dem war aber nicht so! Das Gelände wurde ausgeschrieben und uns sagte man: "Es gibt nur die Möglichkeit das Gelände zu kaufen; ein Plan B existiert nicht!" Unser Konzept beinhaltete außer dem Kauf der Anlage zusätzlich Weideland dazu zu kaufen, was uns zunächst in Aussiecht gestellt wurde und dann dementiert wurde! Trotzdem blieben wir am Ball! Wir wollten nie auf dem Rücken der Pferde reich werden! Es ging uns darum für Mensch und Tier ein zu Hause zu schaffen, das trotz Boxenhaltung ein enormes Pensum an Bewegung und Ausgeglichenheit der Pferde an oberster Stelle bietet. Jeder der unser Konzept kennt ist bis heute davon begeistert! Auch wenn wir eher "unbeschriebene Blätter" in der Reiterbranche sind, wissen wir sehr gut, welche Anforderungen Tier und Mensch an einen Stall stellen. Und unser Konzept hätte diesen Stall zu einem der gefragtesten im Umkreis gemacht! Egal ob Schulreiter oder Pferdebesitzer!

Reitanlage am Uhlenhorst vor der Rettung
von Atreju | #2-2

Es ging nie darum, daß wir zu wenig geboten haben... Warum wir nie eine Chance bekamen, ist uns unklar! Und nun wartet auf die Welt ein weiteres Mal ein Uhlenhorst, dessen Schulbetrieb zwar Menschen das Reiten lehrt, aber keineswegs ein Beispiel dafür ist, wie man Pferde behandeln und halten sollte. Das was uns dazu trieb ein Konzept zu entwickeln, bei dem die Pferde nicht zu kurz kommen bei dem die Menschen, die sie reiten auch Zeit mit ihren GLÜCKLICHEN Lieblings-Schulpferd verbringen können - DAS ist nun endgültig Geschichte! Und um zum Schluss zu kommen, müssen wir uns hiermit bei all denen, die darauf gehofft haben, ihre Lieblinge vom Uhlenhorst wieder zu sehen, die darauf gebrannt haben bei uns einzustallen entschuldigen - entschuldigen dafür, daß wir, obwohl wir die Ersten waren, die sich gemeldet haben und einem absolut genialen Konzept und den richtigen Investoren anscheinend NIE WIRKLICH bei der Stadt MH ein Bein auf die Erde bekommen haben. Aber die Rettung naht ja...

06.03.2014
11:25
Reitanlage am Uhlenhorst vor der Rettung
von mathle | #1

Nun ist der 20. Februar vorbei und es gibt keine weiteren Meldungen. Ist der neue Pachtvertrag nun zustande gekommen? Mit wem?

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