Rechtliche Grundlagen

Wie viele Erntehelfer in Mülheim arbeiten, darüber haben die Agentur für Arbeit und die Sozialagentur keine Zahlen. „Wir vermitteln keine landwirtschaftlichen Hilfskräfte“, heißt es bei der Sozialagentur. Die Agentur für Arbeit hatte das letzte Stellenangebot aus der Landwirtschaft vor etwa drei Jahren.

„Angaben über EU-Ausländer, die als Erntehelfer in der örtlichen Landwirtschaft arbeiten, können wir nicht machen, weil diese Personen von der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union profitieren und deshalb nicht melde- oder antragspflichtig sind, um eine Arbeitserlaubnis zu bekommen“, erklärt Agentur-Sprecher Michael Kinzler.


Erntehelfer aus dem EU-Ausland, können für zwei Monate im Jahr sozialversicherungsfrei beschäftigt werden, müssen aber kranken- und unfallversichert werden. Sie müssen einen Arbeitsvertrag bekommen und dürfen in der Regel nicht länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten. In begründeten Ausnahmefällen sind 60 Arbeitsstunden pro Woche möglich. Erntehelfer aus dem EU-Ausland müssen von ihren Arbeitgebern beim Finanzamt und Einwohnermeldeamt angemeldet werden.

Auch wenn Erntehelfer aus dem EU-Ausland die gleichen Rechte, wie deutsche Arbeitnehmer haben, ist der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde für sie aber erst ab 2017 verbindlich. Bis dahin müssen sie jedoch mindestens 7,40 Euro pro Stunde verdienen.