Rat und Tat
01.07.2009 | 11:02 Uhr 2009-07-01T11:02:00+0200Die Frage, was CDU-Bürgermeister Markus Püll für jene 15 000 Euro geleistet hat, die ihm die Babcock Industrierohrleitungsbau in Leverkusen 2006 gezahlt hat und die ihm jetzt ein Ermittlungsverfahren eintrugen, muss möglicherweise neu gestellt werden.
Auf Anfrage der NRZ ließ der mitbeschuldigte seinerzeitige Geschäftsführer und Steuerberater Steffen Walpert durch seinen Anwalt mitteilen, Püll habe eine aktive Rolle bei der versuchten Firmenrettung gespielt - und das über einen Zeitraum von neun Monaten.
Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen Walpert und Püll, zum einen wegen des Verdachts auf Untreue, bei Püll wegen Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung. Eine Gegenleistung für die Summe soll laut einer Strafanzeige des heutigen Geschäftsführers der Babcock Industrierohrleitungsbau nicht aufzufinden, das Geld zudem von Püll nicht versteuert worden sein. Nach einer Durchsuchung in seinen Privat- und Rathausräumen hatte der Bürgermeister seine Ämter ruhen lassen und am Montag auch auf die Aufwandsentschädigung aus seinen politischen Tätigkeiten verzichtet. Gleichwohl ist sich Püll „keiner Schuld bewusst”. Er hatte in den Parteigremien erklärt, nur ein paar Kontakte vermittelt zu haben. Von einer regelrechten Beratungstätigkeit wollte Püll nichts wissen.
Walpert erinnert sich schärfer. Abgesehen davon, dass er den Vorwurf der Untreue zurückweist und als widerlegt ansieht und davon spricht, dass die Anzeige im Rahmen anderer rechtlicher Streitigkeiten als „Mittel zum Zweck missbraucht wurde”, schildert sein Anwalt den Fall so:
2005 hatte die Berliner Aktiengesellschaft für Beteiligungen die Leverkusener Firma aus der Babcock-Insolvenzmasse herausgekauft. Walpert wollte als Interims-Geschäftsführer prüfen lassen, ob, „vergleichbar mit der aktuellen Diskussion um staatliche Unterstützung”, Landes- oder Bundesbürgschaften zur Rettung der Firma herangezogen werden könnten. Der Auftrag dazu ging Walpert zufolge im Februar 2006 an den gelernten Schornsteinfeger-Meister aus Mülheim, Markus Püll.
Der habe zunächst die Rahmenbedingungen für Bürgschaften abgeklopft. „Herr Walpert”, heißt es in der Erklärung, „hatte in diesem Bereich keine Erfahrungen und benötigte die entsprechenden Informationen, die Herr Püll beschafft hat”. Weiter heißt es: „Neben dieser reinen Beratungstätigkeit erfolgte auch nachweislich die Vorbereitung zahlreicher Verhandlungen, weshalb das vereinbarte Beratungshonorar - auch unter Berücksichtigung des zeitlichen Umfangs von Februar bis November 2006 - gerechtfertigt war. Die marktüblichen Honorare für vergleichbare Tätigkeiten liegen weit über dem gezahlten Betrag.” Dass die Zahlungen in der Buchhaltung „unzureichend dokumentiert” wurden, sei der damaligen Eile geschuldet.
In der CDU löste die Erklärung einiges Erstaunen aus. Bislang galt es als Problem, dass Püll seine Gegenleistung möglicherweise nicht mehr hinreichend belegen könnte. Ein Graubereich von Gefälligkeit tat sich als Gefahrenzone auf. Auch gegenüber der NRZ hatte Püll nur von Kontaktanbahnung zu Landes- und Bundespolitikern gesprochen und erklärt, er wisse nicht, wozu die gedient hätten und er habe auch nicht danach gefragt.
Dass Walpert nun dezidiert den Leistungskatalog beschreibt und damit aus seiner Sicht dem Verschwendungs-Vorwurf begegnet, wirft für die CDU eine neue, nicht weniger verstörende Frage auf: „Warum hat Püll uns das nicht schon vor Wochen erzählt?”

12:50
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12:33
Kann man den Zowislo nicht zum Spielplatzpaten machen? Dann kann er den ganzen Tag im Sandkasten hocken, sich ein kleines Königreich bauen und rumnörgeln wenn ihm einer sein Schüppchen klaut. Aber vorher sollte er echt noch sagen, wie das mit Püll bei der WAZ gelaufen ist und wie es um seinen Einfluss bei der Presse steht.
12:16
Immer noch keine Antwort auf die Frage, wieso Herr Püll bei der WAZ gearbeitet hat? Wenn alles koscher war, warum kann/darf die Zeitung dann nicht darüber berichten? Na ja, keine Antwort ist in dem Fall wohl doch eine Antwort. Die Leser denken - und wählen entsprechend.
12:08
@ 18:
Der Punkt ist nicht, was Herr Püll bei der WAZ gemacht hat, sondern, dass er überhaupt dort beschäftigt war. Denn er wurde zumindest zeitweilig dort beschäftigt, als zur gleichen Zeit über erhebliche Stellenstreichungen bei den Redakteuren verhandelt wurde. Wie viele letztlich gehen müssen, ist ja nie öffentlich kommuniziert worden. Und nun wird vermutlich auf Geheiß von Herrn Zowislo der Herr Püll bei der WAZ angestellt, während die Redakteure gehen müssen, weil das Marketing so gut geklappt hat. Und noch ein Zufall: Nachem Püll bei der WAZ angefangen hat, hatte er auf einmal kein interesse mehr an einer Oberbürgermeisterkandidatur - das wurde dann Herr Zowislo. Aber das ist ja alles Quatsch und Einbildung von uns dummen Bürgern.
@19:
Versagt hat nur einer, und zwar Herr Zowislo bis 2003 und wenn man auf die wirtschaftliche Lage der WAZ schaut, auch danach. Mülheim geht es dagegen heute deutlich besser als vor 2003.
00:42
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00:36
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23:50
Frau Wiskandt von der SPD hat schon bei der WAZ gearbeitet, als Herr Z. noch nicht in MH war - auch als er als CDU-Geschäftsführer die Totgeburt Schwarz-Grün in Mülheim feierte, als MST-Geschäftsführer heiße Luft verkaufte und den Mitarbeitern zeigte, was ein Choleriker ist. Leider ist es ja den meisten von uns nicht möglich, den Job hinzuschmeißen, wenn solche Kollegen wie Herr Z. eingestellt werden. Bitte vor dem Schreiben einfach mal den Verstand einschalten!
22:36
Na, dann leg Dich doch wieder hin, aufbeidenaugenblind.
21:20
Arme SPD, arme CDU, arme FDP, arme Grüne, arme Linke.... da machen wahrscheinlich einige heimlich was sie wollen und keiner bekommts mit. Aber eine Krähe hackt ja der anderen kein Auge aus.
Und das dann das Vertrauen des Wahlvolkes leidet wundert da noch irgendjemanden? Wir dürfen uns demnächst wieder die Wahlversprechen anhören, und dann ist erstmal wieder Schluss mit dreckige Wäsche waschen. Und wir dürfen uns wieder über Ruhrbania (heißt dat dinegen denn jetzt überhaupt noch so?), FH etc. die Finger wund tippen....bohhh, bin ich müde.
18:32
Nur weil Frau MÜHLENFELD als Oberbürgermeisterin total versagt hat, soll nun die Presse daran schuld sein, das ihr Bild nicht genug in der Öffentlichkeit glänzt.
Arme Sozis !