Rappelvoll war es in der City

Mülheim mittendrin, der Blaulichttag und der Verkaufsoffene Sonntag lockten am Sonntag Tausende in die Mülheimer Innenstadt.
Mülheim mittendrin, der Blaulichttag und der Verkaufsoffene Sonntag lockten am Sonntag Tausende in die Mülheimer Innenstadt.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Viele Aktionen ließen die Innenstadt am Sonntag zu einer bunten Flaniermeile werden. Auch die Geschäfte hatten geöffnet. Die Besucher nutzen das Angebot und kamen in Strömen.

Mülheim.. So voll wie gestern war die Mülheimer Innenstadt wohl schon lange nicht mehr. Zu Tausenden strömten die Besucher bei strahlendem Sonnenschein in die City zu gleich drei Veranstaltungen. Neben dem verkaufsoffene Sonntag gab es bei „Mülheim mittendrin“ über 40 verschiedene Aktionen.

Bummeln und genießen

Außerdem stieg im Stadthafen noch der Mülheimer Blaulichttag. Neben einer großen Musikbühne am Forum gab es noch eine Kinderbühne am Hotel Noy. Hier kamen die kleinen Besucher auf ihre Kosten. Besonders Bauchredner Sascha Berger und Clown Zimbo strapazierten die Lachmuskeln der Kinder. Aber auch Noah Chorny mit seiner „A-Klo-batik“ – Akrobatik an der höchsten Toilette der Welt – ließ auch die Erwachsenen staunen. „Meine Tochter ist ganz begeistert von dem Akrobaten“, sagt Anja Unkel. Die Broicherin nutzte den Tag für einen gemütlichen Bummel durch die Innenstadt und war ganz begeistert: „Endlich ist hier wieder richtig was los, das ist doch schön.“ Sportlich betätigen konnten sich die Besucher beim Biathlon-Wettbewerb.

Teilnehmer stiegen zunächst auf einen Crosstrainer und liefen so 200 Meter, danach ging es ans Gewehr. „Die Leute können versuchen, ob sie nach einem 200-Meter-Lauf noch in der Lage sind wirklich zu zielen“, erklärt Organisator Klaus Kremer. „Die Gewehre sind mit Lasertechnik ausgestattet, so dass hier natürlich niemand verletzt wird.“ Der Gewinner des Tages konnte sich über eine Karte für den diesjährigen Biathlon auf Schalke freuen. Dabei sein ist alles, hieß es für Julian. Der 13-Jährige versuchte sich im Schießen, hatte jedoch nicht ganz so viel Glück. „Ist aber nicht schlimm“, versicherte Julian seiner Mutter. „Das Gewehr war einfach zu schwer für mich, da hatte ich schon Schwierigkeiten zu zielen.“

Viele Besucher nutzten aber auch die Gelegenheit, sich in einem der zahlreichen Cafés und Eisdielen in die Sonne zu setzen und einfach die Seele baumeln zu lassen. „Ich genieße einfach die Atmosphäre mit einem leckeren Eiscafé“, sagt Brigitte Jansen. „Da muss man der Stadt auch mal ein Kompliment machen, die haben hier heute wirklich etwas ganz Tolles auf die Beine gestellt.“

Der verkaufsoffene Sonntag war für die meisten Besucher eher Nebensache. Trotzdem erledigten einige Mülheimer den verpassten Wochenendeinkauf oder bummelten durch die Geschäfte. „Eigentlich brauche ich das nicht, dass auch noch sonntags die Geschäfte offen sind“, sagt Heinz Mirbach. „Aber wenn die Gelegenheit schon da ist, nutzt man es eben doch.“ Auch ein schneller Friseurbesuch war gestern für den Saarner noch drin. „Jetzt kann ich meine Frau zum Muttertag mit einer vernünftigen Frisur überraschen.“

Spannendes verbirgt sich hinter Blaulicht

Beim Mülheimer Blaulichttag im Stadthafen präsentierten sich alle Mülheimer Blaulichtorganisationen und versuchten Nachwuchs zu werben. „Wichtig war uns, die Veranstaltung in die Innenstadt zu ziehen, um sie so attraktiver zu machen“, sagt Feuerwehrsprecher Thorsten Drewes. „Dadurch, dass auch Mülheim mittendrin und verkaufsoffener Sonntag ist, können wir uns über mangelnde Resonanz nicht beklagen.“ Besonders beliebt war etwa das Rauchzelt. Dort wurde mit Disconebel simuliert, wie es ist, wenn man als Feuerwehrmann ein verrauchtes Gebäude betritt und nach Menschen suchen muss. Besucher konnten sich die Feuerwehrkluft samt Atemschutzgerät überstreifen. „Es war schon sehr spannend, man hat wirklich kaum etwas gesehen“, sagt Lea Lomberg, die gemeinsam mit ihrer Schwester Lisa durchs Rauchzelt gegangen ist.

Trotzdem hat die Erfahrung die 20-Jährige darin bestärkt, sich bei der freiwilligen Feuerwehr zu engagieren. In einem Überschlagsimulator des ADAC konnten Besucher erfahren, wie es sich anfühlt, in einem Fahrzeug zu sitzen, das sich überschlägt. Für viele Besucher war es interessant, mal hinter die Kulissen der Blaulichtberufe zu schauen. Daher waren die Feuerwehrautos und Krankenwagen beliebte Besichtigungsobjekte. Besucher Marcel Neumann: „Besonders für unsere Kinder ist das alles hier total spannend.“ Für die Kinder hatte das Mülheimer Deutsche Rote Kreuz (DRK) extra eine Teddyklinik am Stadthafen errichtet. Mutter Sonja Schildner ist überzeugt: „So können Ängste bei Kindern im Umgang mit Ärzten oder dem Krankenhaus abgebaut werden.“