Radeln muss man nicht alleine

Radfahren macht gemeinsam mehr Spaß. Das Bild entstand beim ersten „Genussradeln“-Termin mit dem ADFC  im April des vergangenen Jahres.
Radfahren macht gemeinsam mehr Spaß. Das Bild entstand beim ersten „Genussradeln“-Termin mit dem ADFC im April des vergangenen Jahres.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA
Was wir bereits wissen
Wer gerne mit anderen auf zwei Rädern unterwegs ist, kann sich den geführten Touren der Mülheimer Vereine anschließen.

Mülheim.. Wenn in dieser Woche endlich die Temperaturen steigen, was uns die Wetterfrösche versprechen, wird so mancher wohl sein Rad aus Keller oder Garage holen, um die Vorsätze nach mehr Bewegung endlich umzusetzen. Wer nicht allein auf zwei Rädern unterwegs sein möchte, sich Gesellschaft und/oder sachkundige Führung wünscht, kann sich den geführten Touren anbieten, die Mülheimer Rad-Vereine wie der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) oder der Rad-Touren-Club (RTC) anbieten – auch für Nichtmitglieder.

Schon gleich am Mittwoch-Vormittag können sich fitte Senioren dem RTC anschließen; der neue Radtreff für Ältere hat Premiere: Start ist um 10 Uhr am Sportplatz Mintarder Straße. Es geht über den Flughafen Düsseldorf bis nach Kaiserswerth und zurück, die rund fünfstündige Rundtour samt Erholungspause in einem Gartenlokal ist etwa 50 km lang. Das neue Mitfahr-Angebot wird im Rahmen des Programms „Bewegt älter werden in NRW!“ (wir berichteten) kostenfrei offeriert. 14 Touren sind bis Oktober an jedem 2. und 4. Mittwoch geplant. Anmelden muss man sich nicht.

Wer es ein bisschen ruhiger möchte, der fängt seine Drahteselsaison vielleicht erst Donnerstag mit „Genussradeln am Abend“ an. Ein kostenloses Angebot des ADFC Mülheim, der damit „Feierabendradler“ schon im dritten Jahr anlocken möchte. Jeden 2. und 4. Donnerstag geht es um 18 Uhr los an der Radstation am Hauptbahnhof. 20, maximal 30 km wird unter ortskundiger Führung in die nähere Umgebung geradelt, das Tempo ist moderat, es ist auch Zeit, um sich etwas anzusehen. In diesem Jahr soll es auch ein wenig die Berge hoch gehen. (Noch) Untrainierte sollen sich davon nicht abhalten lassen: „Man kann auch kleine Hügel ‘raufradeln. Es ist alles eine Frage des Tempos“, sagt ADFC-Sprecherin Doro Kleine-Möllhoff. „Wir wollen alle ermutigen, mit uns zu fahren“. Einige Stammradler seien häufig dabei, aber es kämen immer wieder neue Teilnehmer dazu.

Wer sein Rad das erste Mal in die Sonne schiebt, sollte zuerst die Reifenluft prüfen, rät Doro Kleine-Möllhoff: „Es steht auf dem Reifen, wie viel Druck er verträgt.“ Ein praller Reifen rollt besser als ein (zu) platter, man braucht mehr Kraft, erklärt sie. Ein Test, ob die Bremsen gut funktionieren, ist ebenfalls nötig. Die Kette muss sauber und leicht geölt sein. Und, ganz wichtig: „Das Fahrrad muss gut eingestellt sein“, so Doro Kleine-Möllhoff. Sie nennt eine Faustregel: Wenn die Hacke auf der Pedale steht, darf das Knie nicht ganz durchgedrückt sein.

Längere Touren und Reisen in der Gruppe

Auch längere Touren oder mehrtägige Reisen mit dem Rad muss man nicht allein bewältigen. So sind die Touren des ADFC auch für Nicht-Mitglieder offen, für die ein kleiner Tourenbeitrag von zwei, drei Euro zu entrichten ist. Eine Übersicht über die ADFC-Radtourenangebote finden sich in der Vereinszeitung „Rad im Pott“, die im Internet einsehbar ist untere: www.radimpott.de.

Der RTC Mülheim nimmt auch Nicht-Mitglieder mit auf Radreisen, wenn noch Plätze frei sind. Mehrtägige Fahrten, die in diesem Jahr geplant sind, finden sich auf der Internetseite des Vereins: www.ruhrtal-biker.de/Termine. RTC-Tourguide Klaus-Dieter Taute empfiehlt etwa den Bahnradweg Hessen für Trekking-Räder vom 17. bis 21. August.

Der ADFC macht sich für das Rad als alltägliches Verkehrsmittel stark. Einen Nebeneffekt beim „Genussradeln“ erhofft sich Doro Kleine-Möllhoff dadurch, dass Ungeübte merken, wie man schnell Distanzen, auch zwischen Städten, überwinden kann, in dem man Nebenstraßen und Radwege nutzt. Die ADFC-Sprecherin sieht die Radverkehrsführung in Mülheim als verbesserungswürdig an. „Ein Stückwerk“, sagt sie. Radwege hörten einfach auf, ohne dass man sehe, wie es weitergehe. Es fehle an Wegen, die man leicht nachfahren könne. Nachbarstädte wie Essen und Duisburg hätten dies besser gelöst. Weitere Infos unter: http://www.radimpott.de/