Das aktuelle Wetter Muelheim 13°C
Tourismus zu Weihnachten

Puerto Rico oder Pott?

03.12.2009 | 05:00 Uhr

Mülheimer Touristik-Unternehmer sind zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft und den Buchungszahlen für das kommende Jahr. Besondere Hoffnungen werden auf Besucher der Kulturhauptstadt gelegt.

Weihnachtlicher Tourismus in Mülheim gleicht ein wenig der Nadel im Heuhaufen. Oder? Die Statistik zeigt: 90 409 Touristen besuchten unsere Stadt im letzten Jahr. 167 766 Übernachtungen verzeichnen die 28 Beherbergungsbetriebe. Tatsächlich – es gibt doch so einige Anlässe, die besonders bei Nicht-Mülheimern stark beliebt sind. Marc Baloniak, Abteilungsleiter der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST): „Unsere Nikolausfahrten mit der Weißen Flotte oder das Silvestervarieté in der Stadthalle kommen super an. 40 Prozent aller Buchungen sind von außerhalb.” Busreisegruppen zu Weihnachtsmärkten sieht man nur selten, doch „Privatpersonen lockt vor allem die Broicher Schlossweihnacht und der Altstadtweihnachtsmarkt”, so Marc Baloniak.

Viele Geschäftsreisende

Auf Privatpersonen kann die Mülheimer Hotellerie nicht zählen: Ähnlich wie Duisburg und Essen, lebt sie zu 80 Prozent vom Geschäftstourismus. Anna-Maria Ladage, Geschäftführerin des Handelshof, kennt die Situation zu Weihnachten: „Vor allem Geschäftsleute reisen zu Weihnachtsfeiern und Konferenzen an, aber auch Bauarbeiter, um letzte Arbeiten abzuschließen.” Am Ende des Jahres, wenn die Jahresabschlussbilanz gezogen wird, lassen Firmen ihre Projekte kurzfristig noch zu Ende entwickeln oder bauen. Doch, „die Wirtschaftskrise ist auch an uns nicht vorbei gegangen. Die Wintermonate laufen gut, wie jedes Jahr, doch die Sommerbilanz schmeißt uns zurück”, resümiert Ladage.

Wirtschaftkrise hin oder her: Was machen die Mülheimer über Weihnachten? Die Reisebüros schicken auch in diesem Jahr viele Familien und Paare in den Urlaub. Kurzfristige Buchungen zum Apre´s-Ski oder langfristig geplante Flugreisen in die Karibik, „die sommerliche Flaute hat sich zum Glück nicht auf den Winter übertragen”, bilanziert auch Doris Schroeder, Reiseverkehrskauffrau des Vehar Reisebüros Lufthansa. „Die Mülheimer scheuen nicht vor einem zweiten oder dritten Jahresurlaub.” Mit Blitzfrühbucher- und Doppelfrühbucherrabatten locken die Reiseveranstalter erfolgreich Urlauber an. Frühjahr und Sommer 2010 „boomen” schon jetzt.

Ruhr.2010 als Chance

Doch „Oh du Fröhliche”, wie schön es wäre, wenn Mülheimer Weihnacht ein Highlight werde! Thomas Kolaric, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Nordrhein, sieht vor allem das Jahr der Kulturhauptstadt als große Chance: „Wir müssen einsehen, dass wir nicht der Schwarzwald sind. Wir besitzen Industriekultur und müssen das nächste Jahr als Marketinginstrument nutzen.” Die Erfahrung zeige, so Kolaric, dass die Folgejahre den Kulturhauptstädten steigende Besucherzahlen von bis zu fünf Prozent bescherten. „Vielleicht finden durch Ruhr.2010 mehr Besucher in unsere Stadt, lernen sie kennen, hoffentlich lieben und kommen ein zweites Mal.”

Sarah Buse

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2201346/create

Umfrage der Woche
Die Bauarbeiten für die Ruhrpromenade haben begonnen. Im März 2013 soll sie fertig sein. Prima Promenade an der Ruhr?

Die Bauarbeiten für die Ruhrpromenade haben begonnen. Im März 2013 soll sie fertig sein. Prima Promenade an der Ruhr?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Pfingst-Spektakulum
Bildgalerie
Mittelalter in Broich
Pfingst-Renntag
Bildgalerie
PFERDERENNEN
"beGeistert"
Bildgalerie
Pfingstfest
Aus dem Ressort
Grüne setzen sich mit Kampagne für mehr Zivilcourage ein
Sicherheit
Nach den jüngsten gewaltsamen Übergriffen und der zunehmenden Zerstörung wollen die Grünen in Mülheim einen Mentalitäts-Wechsel herbeiführen. Sie verlangen von den Bürgern mehr Engagement beim Verhindern von gewaltsamen Übergriffen und Vandalismus.
Kulturaustausch beim Schnibbeln und Rühren
Besuch aus Tansania
Es wird geschnibbelt und gerührt, geplaudert und gelacht. Fünfzehn Männer und Frauen stehen um die Kochinseln der Lehrküche und bereiten ihr Mittagessen gemeinsam vor.