Prozessbeginn vertagt

Eigentlich sollte am heutigen Mittwoch der Strafprozess gegen den Mülheimer Nezet Alija S. beginnen, der sich in Syrien der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ angeschlossen haben soll. Der Beginn der Hauptverhandlung aber wurde „aus terminlichen Gründen“ auf Mittwoch, 8. Juli, 10.30 Uhr, verlegt, so das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Der Generalbundesanwalt wirft dem 22-Jährigen vor, sich zwischen dem 23. Juli und dem 16. August 2014 in Syrien aufgehalten und in dieser Zeit Mitglied der terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Er habe sich mit deren Zielen identifiziert und sei an der Waffe ausgebildet worden. Nachdem er sich selbst eine solche besorgt habe, habe er auch an Kampfhandlungen teilgenommen, um das Regime des Präsidenten von Syrien zu stürzen und sich am Aufbau eines fundamental-islamischen Gottesstaates unter Geltung der Scharia zu beteiligen.

Der mutmaßliche IS-Anhänger Nezet S. war einst Schüler des Saarner Berufskollegs an der Lehnerstraße (wir berichteten). Anfang 2014 war er wegen exzessiver Religionsausübung der Schule verwiesen worden. Unter anderem hatte er während des Unterrichts im Internet auf Seiten mit salafistischer Propaganda gesurft oder war mit dem Gebetsteppich unterm Arm zur Sportstunde erschienen. Im September 2014 war der Dümptener festgenommen worden; er kam in Untersuchungshaft.

Nezet S. muss sich verantworten wegen der IS-Mitgliedschaft sowie Vorbereitung staatsgefährdender Gewalttaten. Der 6. Strafsenat hat zunächst neun Verhandlungstage vorgesehen. Sollte Nezet S. laut Anklage verurteilt werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren, heißt es vom Gericht.