Probleme von älteren Lesben und Schwulen

Die Bedürfnisse und Interessen älterer Homosexueller finden in Einrichtungen und bei Angeboten der Seniorenarbeit bislang kaum Berücksichtigung. Die Aids-Hilfe Essen lädt daher am Samstag, 18. April, 15 Uhr, zu einem Informationsgespräch ein, das diesen Missstand thematisiert. Teilnehmer der Runde in der Kirche des Dorfes der Theodor Fliedner Stiftung, Schäfershäuschen 26, sind Georg Roth vom Beratungszentrum Rubicon Köln und Thomas Stempel vom Seniorenbeirat Essen.

Viele ältere Lesben und Schwule seien es gewohnt, sich für ihre Lebensweise zu engagieren, heißt es in der Ankündigung: Lesben- und Schwulenbewegung sowie die Aids-Bewegung sind Zeugnisse dafür. Die Menschen wollen ihre Lebensweise auch im Alter beibehalten – und sich nicht (wieder) verstecken. Die hochbetagten Homosexuellen, die strafrechtliche Verfolgung, Abwertung und Diskriminierung erlebt haben, lebten vielfach heute noch zurückgezogen. Sie bezeichneten sich nicht als schwul, hätten kaum jemanden, dem sie sich anvertrauen mögen. Vielfach litten sie an Alterseinsamkeit; von den heterosexuell ausgerichteten Angeboten der Altenarbeit fühlten sie sich nicht angesprochen.

Für mehr Sichtbarkeit und Partizipation der älteren Lesben und Schwulen fördert die Landesregierung NRW seit mehr als drei Jahren die „Fachberatung für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der Seniorenarbeit“. Der Slogan der Landesfachberatung „Immer dabei“ sei bewusst gewählt: Es gehe um echte Teilhabe, um Sensibilisierung aller Anbieter von Seniorenarbeit.