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Prinzessin und Prinz für eine Jahreszeit

19.11.2009 | 19:28 Uhr

Menschen in Mülheim: Sandy I und Mirko I geben sich mit ihren Pagen Chiara und Rene in dieser Session die Ehre

Als sie gefragt wurde, ob sie einmal Prinzessin sein möchte, fiel ihr die Antwort kaum schwer: „Ja!” Und sei es auch nur zum Karneval: Sandy – mit bürgerlichem Namen Matuszczak – ist die Erste und freut sich gewaltig auf die närrische Zeit.

Freuen sich auf ihre jecken Pflichten: Prinzessin Sandy I (o. li.) und Prinz Mirko I (o. re.), darunter die Pagen Chiara (li.) und Rene. Foto: R. Glisson

Seit sechs Jahren tanzt sie in der Juniorgarde des Mülheimer Carnevals Club Rot-Weiß 1959, der übrigens 50-jähriges Bestehen feiert. Sandy liebt das Tanzen in Uniform vor Publikum – „man fühlt sich geehrt”, sagt sie. Nun aber stehen die Pflichten einer „Adeligen” an: 100 bis 150 Termine wird die 14-Jährige mit Spaß bewältigen. Außerdem werden ihr viele Freundinnen aus der Klasse an der Realschule Mellinghofer Straße beistehen, ist sie sich sicher – „die finden es cool, dass ich Prinzessin sein werde.”

An ihre Seite hat sich Prinz Mirko (Schuster) der Erste gespielt. Der ebenfalls 14-Jährige ist ein richtiger Fußballnarr und kickt im DJK-Verein-Mintard – gelegentlich einsilbig, aber eben auf die Sache konzentriert. Beim Karneval in Mintard und in Kettwig war dies bislang etwa „Kamelle werfen”. Von seinen Klassenkollegen an der Gesamtschule Saarn erwartet der junge Prinz zwar kein großes Helau, den künftigen Terminstress lässt er aber mit adeliger Zurückhaltung auf sich zu kommen.

Vielleicht färbt seine prinzliche Gelassenheit ab auf die neunjährige Pagin Chiara (Driesch) und den elfjährigen Pagen Rene (Reiße).

Die sind schon ziemlich aufgeregt, was die jecke Zeit so bringen mag: „Wir haben schon Texte und das Sprechen geübt.” Solch lobenswert gründliche Vorbereitung bringt schließlich Sicherheit bei den bevorstehenden großen Auftritten. Zudem sind beide ebenfalls in der Tanzgarde des MCC.

„Alle Kinder werden mehr Selbstbewusstsein und viele Sozialkontakte aus dieser Zeit mitnehmen”, weiß Adjutant Hermann-Josef Hüßelbeck aus seiner eigenen jahrzehntelanger Erfahrung. Ein paar Schultage werden dabei wohl ausfallen: „Zwei oder drei”, sagt Hüßelbeck, „aber hauptsächlich zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch.” Ab 22 Uhr wird für den Karnevalsnachwuchs jedoch auf der Bühne Schicht sein, erklärt der Adjutant.

Dennis Vollmer

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