Positive Signale der Verständigung

Routine will sich bei Reinhard Jehles, dem Organisator von „Willkommen in Mülheim“, immer noch nicht einstellen. Zwar haben die letzten Monate bereits gezeigt, wie groß die Hilfsbereitschaft ist, sich für Flüchtlinge zu engagieren. Doch trotzdem sagt er nun mit Blick auf die Reaktionen zur neusten Aktion: „Es ist wirklich ergreifend.“ Das Interesse an der am 15. März geplanten Aufführung des Kleinen Prinzen im Ringlokschuppen ist bei Flüchtlingen und den Mülheimern, die sie einladen, etwa bislang gleich groß. Es gibt noch freie Plätze.

Und auch an dem Sprachproblem wird gearbeitet: „Gerade heute morgen haben wir eine Ausgabe in Russisch an eine fünfköpfige Familie aus Aserbaidschan weitergeben. Schwieriger ist es, Übersetzungen in Arabisch und Kurdisch zu bekommen“, berichtet Jehles.

Der gemeinsame Theaternachmittag soll Flüchtlingen und Einheimischen die Möglichkeit geben, sich kennenlernen zu können. Genau den gleichen Ansatz verfolgt nun die Credo Gemeinde in Saarn. Die freikirchlich-evangelische Gemeinde, die direkter Nachbar der WiM an der Solinger Straße ist, will künftig zu den Öffnungszeiten des Warenhauses für die Flüchtlinge Kaffee und Kuchen zum Nulltarif anbieten. „Wenn großer Andrang herrscht, ergeben sich Wartezeiten. Die Flüchtlinge müssen nun nicht mehr in der Kälte stehen, sondern können die Zeit bei uns überbrücken“, erklärt Pastor Timm Oelkers. „Wir wollen deutlich machen, dass wir für alle Menschen in Not da sind, egal welcher Religion sie angehören.“

Für Reinhard Jehles zeigen alle diese Beispiele: „Es gibt Menschen, die eine Willkommenskultur wollen. Ich habe die Hoffnung, dass die Leute, die sich so neu kennenlernen, später auch in anderen Bereichen gemeinsam aktiv werden.“